Soziale Netzwerke, Messenger & Co.

Immer früher werden viele Eltern von ihren Kindern gefragt, ob sie Facebook, WhatsApp oder andere Angebote nutzen dürfen. Ein Argument, dass Sie als Eltern dabei sehr gut kennen dürften, lautet „Die Anderen dürfen das auch!“. Und in vielen Fällen spielt der Druck der Gleichaltrigengruppe tatsächlich eine große Rolle. Wenn der überwiegende Teil der Klasse WhatsApp, Facebook, usw. für den Austausch verwendet, bekommt man viele Informationen entweder gar nicht oder zu spät mit. Dies sollte aber in keinem Fall bedeuten, die Nutzung vorschnell zu erlauben.

Soziale Netzwerke und Messenger sind nicht für jedes Alter geeignet. Das meinen auch die Unternehmen selbst. So ist die Nutzung beliebter Dienste wie Facebook oder WhatsApp mit Altersbeschränkungen durch die Anbieter verbunden, die in den AGB nachzulesen sind (zum Beispiel YouNow, Instagram und Facebook ab 13 Jahren, WhatsApp ab 16 Jahren). Was ist hierfür der Grund?

Für jüngere Nutzer sind in diesen Diensten keine ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen vorhanden. Daher sind sie in erhöhtem Maße Risiken ausgesetzt. Dazu gehören zum Beispiel ungewollte Kontaktaufnahmen durch Fremde, wie bei WhatsApp über die Telefonnummer oder Gruppeneinladungen.

Auch wenn eine Überprüfung des tatsächlichen Alters nicht stattfindet, sollten Sie als Eltern diese Altershinweise ernst nehmen und mit Ihrem Kind darüber sprechen, dass die Nutzung bestimmter Dienste vielleicht (noch) nicht geeignet ist, da sie sich nicht ausreichend schützen können. Zudem gibt es auch für jüngere Kinder passende Angebote, um in möglichst sicherer Umgebung erste Erfahrungen mit der Kommunikation über das Internet zu machen. Weitere Tipps und entsprechende Empfehlungen finden Sie im Anschluss.

Tipps für die Nutzung von Chats, Sozialen Netzwerken und Messengern

Tipp 1: Beachten Sie Entwicklungsstand und Altersbeschränkung

Für jüngere oder im Internet noch unerfahrene Kinder sind Messenger und Soziale Netzwerke noch nicht das passende Angebot. Jüngere Kinder sollten sich in speziellen Angeboten für Kinder treffen, die ihnen einen sicheren Surfraum und ebensolche Kommunikationsmöglichkeiten bspw. in Form eines moderierten Chats bieten. Diese Chats werden nur zu bestimmten Zeiten angeboten und erwachsene Moderatoren lesen den Chat mit und greifen bei Bedarf ein.

klick-tipps.net stellt unter den Top 100 Kinderseiten auch geeignete Communitys für jüngere Kinder vor.

Unter Surfen-ohne-Risiko.net finden Sie eine Checkliste für kindgeeignete Chats und Communitys.

Das Angebot www.chatten-ohne-risiko.de gibt weitere Tipps zum sicheren Chatten.

Tipp 2: Sprechen Sie über Interneterlebnisse, Schutzeinstellungen und Vorgehen bei ungewollten Kontaktanfragen

Verabreden Sie mit Ihrem Kind, dass es Ihnen Bescheid sagt, wenn es seltsame Kontaktanfragen oder Nachrichten erhält. Gemeinsam können Sie dann überlegen, wie Sie hier am Besten vorgehen. Fragen Sie Ihr Kind auch regelmäßig, was es im Internet erlebt hat. Ihr Kind sollte darüber Bescheid wissen, wie man sich beim jeweiligen Angebot vor unerwünschten Kontakten oder Kommentaren schützen kann. Machen Sie sich gemeinsam mit den entsprechenden Schutzeinstellungen vertraut und stellen Sie sicher, dass Ihr Kind diese Funktionen kompetent nutzen kann.

Dazu gehört:

  • Integrierte Meldesysteme kennen: So können problematische Inhalte dem Betreiber gemeldet werden.
  • Die Ignorieren/Blockieren-Funktion anwenden können. Diese ermöglicht es, Kontakten den Zugriff auf das eigene Profil zu verweigern.
  • Die richtigen Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre vornehmen können: Wer darf meine Profilangaben, meinen Status sehen, wer darf mich verlinken? Etc.

Unter www.klicksafe.de/themen/kommunizieren finden Sie weitere Informationen zu Schutz- und Meldefunktionen.

Tipp 3: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über den Umgang mit persönlichen Daten und seien Sie Vorbild

Überlegen Sie gemeinsam, welche persönlichen Angaben schützenswert sind und nicht einfach so weitergegeben werden sollen (Name, Adresse, Telefonnummer, …). Erklären Sie Ihrem Kind, dass auch persönliche Bilder oder Filme nicht per Internet weiter gegeben werden sollten. Hier ist auch wichtig, Ihrem Kind den Grund zu erklären – ohne übertriebene Ängste aufzubauen. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass jeder ein „Recht auf Datenschutz“ hat. Somit dürfen auch persönliche Daten von Freunden oder Mitschülern nicht einfach so weitergegeben werden. Aber auch manche Eltern neigen dazu, Fotos ihres Nachwuchs über soziale Netzwerke oder Messenger zu verbreiten. Prüfen Sie im Sinne Ihrer Vorbildfunktion deshalb regelmäßig, wie Sie sich oder Ihre Familienmitglieder im Internet präsentieren.

Mehr Informationen

klicksafe-Flyer „Datenschutz-Tipps für Eltern“

Themenbereich Datenschutz - Privatsphäre

Unter „Kinder von 10 bis 16 Jahren – Rechte im Internet“ gibt es weitere Tipps zu Urheber- und Persönlichkeitsrechten im Internet. 

Kampagne „Hören Sie bitte auf, Fotos Ihrer Kinder für jedermann sichtbar bei Facebook und Co zu posten! - Auch Ihre Kinder haben eine Privatsphäre!" der Polizei NRW Hagen.

Tipp 4: Respekt und Höflichkeit gilt auch im Internet

Auch wenn die Person nicht zu sehen ist, sitzt auf der anderen Seite des Bildschirms immer ein Mensch mit echten Gefühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass Beleidigungen oder peinliche Bilder auch im Internet nichts zu suchen haben.
Unter www.medien-knigge.de finden Sie passende Regeln und Umgangsformen für die neue Medienwelt.

Weitere Regeln für die Nutzung von Internet, Handy usw. können Sie mit dem Angebot www.mediennutzungsvertrag.de gemeinsam mit Ihrem Kind festlegen.

Linktipps: Kommunizieren im (mobilen) Internet – Soziale Netzwerke, Messenger und Co.

www.internet-abc.de/eltern/familie-medien/kommunikation-handy-whatsapp-facebook: In diesem Bereich vom Internet-ABC erhalten Eltern Tipps rund um WhatsApp, Facebook und Co.

www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/chat: klicksafe-Infos zum Thema „Chatten“

www.chatten-ohne-risiko.net: Ausführliche Sicherheitstipps und Infos zu Chats, Messengern und Sozialen Netzwerken. Das Angebot verfügt auch über einen Erwachsenenbereich

www.klicksafe.de/facebook: Auch wenn Jugendliche immer häufiger über Messenger wie WhatsApp kommunizieren, ist Facebook aktuell immer noch das beliebteste Soziale Netzwerk. Unter diesem Link wird das Phänomen Facebook im Detail vorgestellt.

www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/whatsapp: WhatsApp ist der beliebteste Messenger. Hier finden sich alle notwendigen Informationen.

www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/soziale-netzwerke/instagram/: Instagram ist eine bei Jugendlichen weit verbreitete Anwendung (App) für mobile Endgeräte, mit der Nutzer Bild-  und Videonachrichten erstellen und über das Netzwerk verbreiten können.

www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/apps/younow/: YouNow ist eine kostenlose Live-Videostreaming-Plattform, die als App oder Desktop-Anwendung verfügbar ist. YouNow hat in der letzten Zeit immer wieder ein großes Medienecho erfahren. Unter diesem Link stellt klicksafe YouNow vor, erläutert mögliche Probleme und gibt Tipps, wie Dienste wie YouNow möglichst sicher genutzt werden können.

www.klicksafe.de/themen/datenschutz: Das Thema „Datenschutz im Internet“ wird immer wichtiger. Viele Kinder und Jugendliche – aber auch viele Erwachsene – unterschätzen die Reichweite, Dynamik und Nachhaltigkeit von im Internet veröffentlichten Informationen. In diesem Bereich werden Tipps gegeben, persönliche Daten zu schützen.

www.klicksafe.de/cybermobbing: Hier finden sich detaillierte Informationen zum Thema „Cyber-Mobbing“.

www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/youtube: Videos haben bei Kindern und Jugendlichen einen hohen Stellenwert. Entsprechend gehört das Video-Portal YouTube zu den beliebtesten Angeboten im Internet. Hier wird der Videodienst im Detail vorgestellt.

www.medien-knigge.de: Das Angebot über „Digitale Umgangsformen“ ist eine gute Möglichkeit mit Ihrem Kind über „digitale Umgangsformen“ ins Gespräch zu kommen.