„Du bist so hässlich“: (Cyber)Mobbing stoppen! EU-Initiative klicksafe unterstützt SAT.1-Kampagne gegen (Cyber)Mobbing

Düsseldorf/Ludwigshafen, 24. März 2017. Rund jeder dritte Jugendliche (JIM-Studie 2016) wurde schon Zeuge, wie jemand in seinem Bekanntenkreis im Netz „fertig“ gemacht wurde. Mit Aktionen, Workshops sowie umfangreichen Informations- und Unterrichtsmaterialien und Angeboten für Jugendliche, Eltern und Pädagogen setzt sich klicksafe bereits seit vielen Jahren für den Kampf gegen (Cyber)Mobbing ein. Als Kooperationspartner unterstützt die EU-Initiative auch die Stop-Mobbing-Kampagne von SAT.1, die kommende Woche startet und an der sich On Air und online zahlreiche Prominente beteiligen. Große öffentliche Aufmerksamkeit bekommt das Thema zudem durch das (Cyber)Mobbing-Drama „Nackt. Das Netz vergisst nie“ mit Felicitas Woll und Martin Gruber in den Hauptrollen, das am 4. April um 20.15 Uhr bei SAT.1 ausgestrahlt wird.

„Der Alltag unserer Kommunikation findet heute stark im digitalen Raum statt. Das hat die Brisanz von (Cyber)Mobbing deutlich verschärft“, sagt Renate Pepper, Direktorin der Landes-zentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK) und klicksafe-Koordinatorin. „Täter können sich jederzeit, anonym und mit einfachen Mitteln an ein großes ,Publikum‘ wenden, und die Opfer können sich den Attacken kaum entziehen.“

Felicitas Woll sagt bei der klicksafe-Aktion zum diesjährigen Safer Internet Day: „Vielen ist nicht bewusst, was Worte in jemandem auslösen können. Klar ist es cool, dass man sich im Internet super einfach ,connecten‘ kann, aber wir müssen uns definitiv auch über die Gefahren bewusst sein, die das Netz so birgt. Über (Cyber)Mobbing muss gesprochen werden! Das kann vor allem auch das Selbstbewusstsein derjenigen stärken, die betroffen sind, und die bei aller Tragik ihrer Situation, sich so vielleicht ein wenig von den Beleidigungen lösen können.“

klicksafe informiert umfassend und auf verschiedenen Ebenen über das Thema (Cyber)Mobbing:

Felicitas Woll unterstützt das klicksafe-Engagement gegen (Cyber)Mobbing
Copyright: klicksafe/Thomas Meyer, Ostkreuz

Von Jugendlichen für Jugendliche: die klicksafe Erste-Hilfe (Cyber)Mobbing-App

Die (Cyber)Mobbing Erste-Hilfe-App von klicksafe macht Betroffenen Mut und gibt ihnen Tipps, wo sie Hilfe finden und wie sie gegen die persönlichen Beleidigungen im Netz vorgehen können. Entwickelt wurde die App mit kurzen Videoclips von Jugendlichen für Jugendliche. Beim internationalen Software-Kreativwettbewerb „ENABLE Hackathon“ wurde die App gleich zweifach ausgezeichnet: als beste europäische Einreichung sowie als Gewinner des Kasperski Lab Preises. (www.klicksafe.de/service/aktuelles/klicksafe-apps

Für Eltern und Pädagogen: Das neue klicksafe-Handbuch „Was tun bei (Cyber)Mobbing?“

Zum Safer Internet Day im Februar 2017 hat klicksafe das umfassende und praxisbezogene Handbuch „Was tun bei (Cyber)Mobbing?“ veröffentlicht. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Frage, wie Mobbing-Fälle insbesondere an Schulen effektiv bekämpft und prosoziales Verhalten gefördert werden kann. (Cyber)Mobbing ist immer auch ein gruppendynamischer Prozess. Mit dem Handbuch stellt klicksafe einen neuen Ansatz vor, der die Aspekte Gewaltprävention, Mobbing-Intervention und Medienpädagogik miteinander verbindet. Entwickelt wurde das Handbuch vom klicksafe-Team in Zusammenarbeit mit dem Mehr-Ebenen-Programm Konflikt-KULTUR (www.konflikt-kultur.de). (www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/cyber-mobbing/cyber-mobbing-was-ist-das/modul-was-tun-bei-cybermobbing)

Engagement wird belohnt: Der klicksafe Preis für Sicherheit im Internet

Um das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung einer sicheren Internetnutzung zu stärken, vergibt die EU-Initiative klicksafe (www.klicksafe.de) seit 2006 den „klicksafe Preis für Sicherheit im Internet“. Die Bewerbungsfrist für 2017 wurde verlängert: Noch bis zum 31. März werden sowohl digitale Angebote als auch (soziale) Maßnahmen oder Initiativen gesucht, die den verantwortungsbewussten Umgang mit eigenen Daten oder denen anderer befördern oder zur Stärkung der Meinungsfreiheit beitragen. Dazu gehört auch Engagement gegen (Cyber)Mobbing. Erstmalig können dieses Jahr auch mediale und kommunikative Angebote wie Spots, Filme, TV-, Hörfunk- und Onlinebeiträge, Broschüren, Magazine und sonstige Printpublikationen eingereicht werden. Alle Bewerbungen sind online unter klicksafe.de einzureichen. Rein technische Lösungen, Hard- und Softwareprodukte, sind nicht teilnahmeberechtigt. Der klicksafe Preis ist mit 1.000 Euro dotiert. (www.klicksafe.de/ueber-klicksafe/kampagne/klicksafe-preis

Größe zeigen: Die neue klicksafe-Onlinevideoreihe „Ich war’s“

Im Auftrag von klicksafe hat die Berliner Produktionsfirma Streamwerke mit Jonas vom gleichnamigen Kanal, Lisa von „ItsColeslaw”, Robin vom Kanal „RobBubble”, Maike Nissen vom Kanal „Vegas Films” und Mirko Drotschmann vom Kanal „MrWissen2go” fünf prominente YouTuber für die Kampagne „#ichwars“ gewinnen können, die direkt vor der Kamera von ihren persönlichen Erfahrungen zum Thema Mobbing berichten. Alle Protagonisten erzählen von ihren Geschichten, in denen sie entweder Mobbing-Opfer, -Täter oder -Zuschauer waren. Am Ende der klare Aufruf an alle: „Hinsehen, hinhören und Mund aufmachen“, wenn wir eine klare Mobbing-Situation wahrnehmen. (www.klicksafe.de/service/aktuelles/videoreihe-ich-wars)

EXTRA

klicksafe-Tipps für Jugendliche: Was tun bei (Cyber)Mobbing?

1. Mobber sperren
Die meisten verantwortlichen Diensteanbieter geben dir die Möglichkeit, jemanden, der sich schlecht verhält, zu sperren oder zu melden. Nutze diese Features, damit dich der Mobber nicht weiter belästigen kann. Wenn das nichts bringt, lege dir ein neues Profil/eine neue Handynummer oder eine neue Mail-Adresse zu.

2. Antworte nicht
Reagiere nicht auf beleidigende oder unangenehme Nachrichten, auch wenn es dir schwerfällt. Ansonsten droht die Gefahr, dass sich die Beleidigungen bzw. Mobbing-Attacken immer weiter hochschaukeln. Das bedeutet aber nicht, dass man dem erlebten (Cyber)Mobbing nur tatenlos zuschauen sollte.

3. Sichere Beweise
Lerne, wie du Kopien von unangenehmen Nachrichten, Bildern oder Online-Gesprächen machst. Sie werden dir helfen, anderen zu zeigen, was passiert ist und können helfen, deinen Peiniger zu ermitteln (z.B. an deiner Schule, bei deinem Mobilfunkanbieter, deinem Internetanbieter oder sogar der Polizei).

4. Rede darüber
Wenn du oder jemand, den du kennst, im Internet oder über Handy eingeschüchtert oder schikaniert wird, musst du damit nicht alleine umgehen.

5. Um Hilfe zu bekommen, wende dich an: 

  • einen Erwachsenen, dem du vertraust, der dir dabei helfen kann, über den Fall am richtigen Ort zu berichten.
  • die Nummer gegen Kummer und schildere dein Problem: 0800/1110333.
  • den Service-Anbieter, über den du gemobbt wirst (Internet, Handy). 
  • deine Schule: Dein (Vertrauens-)Lehrer kann dich unterstützen und die Person, die dich mobbt, zur Rede stellen.
  • die Polizei, wenn das (Cyber)Mobbing ernst ist und ein potenziell krimineller Fall vorliegt.
  • Schau nicht einfach zu, wenn du merkst, dass jemand gemobbt wird, sondern unterstütze das Opfer, und berichte über das (Cyber)Mobbing. Denn wie würdest du dich fühlen, wenn dir keiner helfen würde?

klicksafe (www.klicksafe.de) ist eine Initiative im CEF Telecom Programm der Europäischen Union für mehr Sicherheit im Internet. klicksafe wird gemeinsam von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz (Koordination) und der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) umgesetzt.

klicksafe ist Teil des Verbundes der deutschen Partner im CEF Telecom Programm der Europäischen Union, Safer Internet DE (www.saferinternet.de). Diesem gehören neben klicksafe die Internet-Hotlines internet-beschwerdestelle.de (durchgeführt von eco und FSM) und jugendschutz.net sowie die Nummer gegen Kummer (Helpline) an.

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