Hasskommentare in Sozialen Netzwerken

Nur 46% der gemeldeten Hasskommentare auf Facebook werden gelöscht

Hasserfüllte und menschenfeindliche Beiträge sind in Sozialen Netzwerken wie Facebook an der Tagesordnung. Vor etwa einem Jahr wurde daher von Bundesjustizminister Heiko Maas eine Task Force „Umgang mit rechtswidrigen Hassbotschaften im Internet“ ins Leben gerufen, die gemeinsam gegen Hate Speech vorgehen soll. 

Im gestrigen Interview mit dem ARD-Morgenmagazin teilte Maas die ernüchternde Bilanz mit: Von allen Hasskommentaren, die auf Facebook gemeldet werden, würden nur 46% gelöscht. Zu diesem Ergebnis kam ein externes Monitoring, welches das Bundesjustizministerium in Auftrag gegeben hatte. "Das ist nicht das, was wir uns vorgestellt haben", so der Minister. Maas sieht daher Facebook in der Pflicht, entschlossener gegen Hassbotschaften vorzugehen. 

Hate Speech ist zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem geworden. Laut der Forsa-Umfrage, die im Sommer 2016 veröffentlicht wurde, geben rund zwei Drittel aller befragten Personen an, bereits mit Hassbotschaften in Sozialen Netzwerken, Internetforen oder Blogs konfrontiert worden zu sein. In der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen haben sogar 91 Prozent schon Erfahrungen mit Hass im Netz gemacht. Und das, obwohl die Gruppe derjenigen, die im Netz bereits schon hasserfüllte Kommentare geschrieben hat, laut den Umfragedaten lediglich ein Prozent umfasst.

Dabei beschränken sich hasserfüllte Kommentare nicht nur auf die Sozialen Netzwerke. Auch in Digitalen Spielen oder über Instant Messenger können Hassbotschaften verbreitet werden.

Neben der Möglichkeit, fremdenfeindliche Hasskommentare direkt beim Betreiber zu melden, können diese auch bei Beschwerdestellen wie jugendschutz.net gemeldet werden. Die Website Hass im Netz von jugendschutz.net bietet neben Informationen zum Thema einen Meldebutton für User.

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