Musical.ly im Test: nicht geeignet für Kinder!

Das Portal mobilsicher.de hat die bei Jugendlichen beliebte App getestet und stellt u.a. erhebliche Mängel hinsichtlich der Datenschutzanforderungen fest.

Die App Musical.ly hat die Smartphones vieler Jugendlicher erobert. Weltweit nutzen ca. 200 Millionen Menschen den Sozialen Dienst, der sich in Rekordzeit auf dem digitalen Markt etabliert hat. In Deutschland habe sich, laut Angabe von Musical.ly, die Nutzung innerhalb eines Jahres verachtfacht. 8,5 Millionen Registrierungen aus Deutschland sind aktuell verzeichnet. Dabei sind es mit 65% vornehmlich Jugendliche, die Musical.ly nutzen. Sie teilen berühmte Filmzitate, zu denen sie synchron die Lippen bewegen oder Musikvideos, in denen sie zur Musik Playback mitsingen und tanzen (Onlinemarketingrockstars.de, Abruf am 18.04.2017). Die 14-jährigen Zwillinge Lisa und Lena aus Deutschland gehören zu den bekanntesten Musical.ly - Stars. Mehr als 18 Millionen Fans schauen begeistert zu, wenn die Mädchen ihre Videos veröffentlichen.

Vor kurzem hat das Portal mobilsicher.de die App getestet mit Blick auf die Datenschutzanforderungen und die Sicherheitsaspekte bei der Nutzung.

Testergebnisse im Überblick

Im Test von mobilsicher.de kann die bei Jugendlichen beliebte App nicht überzeugen. Musical.ly ignoriere Datenschutzanforderungen und verleite zu unsicherer Handhabung. Vor allem Kinder sollten diese App keinesfalls nutzen. Problematisch seien folgende Aspekte:

  • Die Voreinstellung der Konten ist "öffentlich", so dass alle Nutzerinnen und Nutzer der App die hochgeladenen Videos sehen und verfolgen können. Erst wenn Jugendliche ihr Konto aktiv auf "privat" stellen, ist ihre Privatssphäre gewährleistet.
  • Der Aufenthaltsort wird standardmäßig ausgelesen und anderen Nutzerinnen und Nutzern mitgeteilt. Auch diese Voreinstellung muss manuell vom Kontoinhaber deaktiviert werden.
  • Einmal eingerichtete Konten können aktuell nicht gelöscht werden.
  • Beim Beenden der App, wird man nicht automatisch abgemeldet. Fremde können dadurch mit Zugang zum Smartphone auch Zugriff auf das Musical.ly-Konto erlangen.
  • Es findet keine Filterung des Videomaterials statt, so dass Kinder und Jugendliche auf ungeeignete Videoinhalte oder Songtexte stoßen können.
  • Die App liest zahlreiche Daten aus und soll Nutzerdaten u.a. an Werbenetzwerke und Analysedienste übertragen.
  • Die Datenschutzerklärung kläre nur unvollständig über Datenerhebung und Datenweitergabe auf und liegt zurzeit nur in englischer Sprache vor.

Weitere Informationen enthält der ausführliche Testbericht auf mobilsicher.de


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