Musical.ly

Gehört Ihr Kind zu den „Musern“?

Eine neue App hat die Smartphones vieler Teenager erobert. Musical.ly hat sich mit geschätzten 30 bis 50 Millionen Nutzern in Rekordzeit auf dem digitalen Markt etabliert. Die Nutzer der App werden „Muser“ (engl. Träumer) genannt und teilen Musikvideos, in denen sie beispielsweise zur Musik Playback mitsingen und tanzen.

Viele erinnern sich vielleicht noch an die eigene Kindheit zurück, wie sie vor dem Spiegel mit einer Haarbürste als Mikrofon zu den eigenen Lieblingsliedern getanzt und mitgesungen haben. Insofern ist das Vergnügen nachvollziehbar, welches die Generation „Always On“ bei dieser App empfindet.

Wie man auf musical.ly Erfolg haben kann, zeigen die Zwillinge Lisa und Lena. Die beiden Teenager konnten innerhalb weniger Monate bereits eine riesige Fangemeinde um sich versammeln. Mehr als zwei Millionen Fans schauen begeistert zu, wenn die Mädchen ein neues Video rausbringen. 

Wie bei jedem neuen Trend gibt es auch hier positive und negative Seiten

Das Netzwerk für Musikvideos ist eine Bühne zur Selbstinszenierung, die weniger das musikalische Talent, als viel mehr Spaß und Kreativität im Fokus hat. In den so genannten "Musicals", das sind Songs von 15 Sekunden, führen die Nutzer ihre ausgewählten Musikstücke vor. Die „Musicals“ können mit Effekten bearbeitet und mit Hashtags versehen werden, um diese dann mit Freunden oder über andere Soziale Netzwerke zu teilen. Die leichte Bedienbarkeit der App führt dazu, dass praktisch jeder mitmachen kann.

Die erstellten Musicals können wahlweise mit Freunden geteilt oder öffentlich gemacht werden. Videos, die von den Nutzern veröffentlicht werden, können somit auch von fremden Menschen gesehen und kommentiert werden. Ein falscher Klick kann schnell dazu führen, dass eine private Aufnahme plötzlich für viele tausend Menschen zugänglich wird. 

Verletzende Kommentare und rechtliche Unklarheiten

Solch ein vorschnell geteiltes Video lässt sich in der heutigen Zeit durch die Vielzahl an sozialen Medien problemlos verbreiten. Selbst dann, wenn der „Muser“ es eigentlich gar nicht so beabsichtigt hatte. So erfreulich die Bestätigung im Internet sein kann, so verletzend können wiederum negative Kommentare sein. Diese werden aufgrund der Anonymität im Internet ohnehin gerne mit besonders drastischen Verunglimpfungen versehen. Cybermobbing und Belästigung können daher auch in musical.ly vorkommen. 

Aber es gibt auch rechtliche Fragen, die bei einer App wie dieser aufkommen. Die auf musical.ly verwendeten Songs sind größtenteils urheberrechtlich geschützt und dürfen daher nicht einfach so verwendet werden, da sonst Abmahnungen die Folge sein könnten. Da die urheberrechtlichen Fragen bei Nutzung von musical.ly noch nicht eindeutig geklärt wurden, ist es empfehlenswert, das Musiknetzwerk aktuell ausschließlich im privaten Modus zu nutzen. 

Tipps zur sicheren Nutzung und den Einstellungen

Das Musiknetzwerk darf offziell ab 13 Jahren genutzt werden. Jugendliche sollten musical.ly mit privatem Konto, also nur innerhalb ihres Freundekreises, nutzen. Welche Einstellungen man dafür vornehmen muss, finden Eltern anschaulich im Beitrag von saferinternet.at. Das Portal Handysektor.de hat zudem Tipps und Infos zur App für Jugendliche zusammengestellt, die ihnen bei der Nutzung von musical.ly helfen können.

 

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