Studie: Umgang von Kindern und Jugendlichen mit Gerüchten im Netz

Jugendliche sind durch Fake News verunsichert: Die österreichische Initiative Saferinternet.at präsentiert anlässlich des Safer Internet Days 2017 eine neue Studie zum Thema „Gerüchte im Netz“. Dazu wurden 400 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren zu ihrem Umgang mit Informationen aus dem Internet befragt.

Unter dem Begriff „Fake News“ sind „Gerüchte im Netz“ in den letzten Monaten in das Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Auch Jugendliche sind mit diesem Thema konfrontiert, da sie sich täglich über Soziale Netzwerke informieren, über die sich solche Falschnachrichten schnell und leicht verbreiten.

Dilemma der Jugendlichen

Die mit Abstand wichtigste Informationsquelle für Jugendliche in Österreich zu tagesaktuellen Themen (Politik, Sport, Promis etc.) sind neben dem Fernsehen mittlerweile Soziale Netzwerke. Jeweils 59 Prozent geben diese als eine ihrer drei wichtigsten Informationsquellen an. Bemerkenswerte Unterschiede ergeben sich, wenn die Nutzungshäufigkeit der Medien mit der Einschätzung der Glaubwürdigkeit verglichen wird: 29% der befragten Jugendlichen bewerten das Fernsehen als „sehr glaubwürdig“, jedoch nur 10% die Sozialen Netzwerke. Zudem geben 60% der Jugendlichen an, dass ihrer Einschätzung nach ein großer Teil der Nachrichten zu aktuellen Themen in Sozialen Netzwerken unwahr ist. Genau hier liegt das Dilemma: Obwohl sie Sozialen Netzwerken nur eine geringe Glaubwürdigkeit zugestehen, sind sie für Jugendliche die wichtigste Informationsquelle für tagesaktuelle Themen. Jugendliche sind sich dieser Widersprüchlichkeit durchaus bewusst, wissen aber oft nicht, wie sie damit umgehen sollen.

Informationsbewertung als Herausforderung

In der Informationsflut des Internet haben Jugendliche Schwierigkeit, wahre von falschen Meldungen zu unterscheiden. 86 Prozent der befragten Jugendliche geben an, zumindest manchmal unsicher zu sein, ob die Informationen, mit denen sie konfrontiert sind, richtig oder falsch sind. Bei 38% ist das sogar „oft“ oder „sehr oft“ der Fall. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass 61 Prozent der Jugendlichen die Informationsbewertung im Internet als große Herausforderung beurteilen.

62 Prozent der Jugendlichen recherchieren selbst im Internet, wenn sie sich nicht sicher sind, ob eine Information richtig ist. 45 Prozent überprüfen, wer die Information veröffentlicht hat, 30 Prozent vertrauen auf ihr Bauchgefühl und 19 Prozent achten darauf, von wem sie die Informationen erhalten haben. Trotzdem bleibt die Recherche in der Praxis meist sehr oberflächlich: Bei einer Google-Suche werden meistens nur die ersten Treffer berücksichtigt, die zweite Ergebnisseite wird laut den qualitativen Einzelinterviews nicht zu Rate gezogen. Oft reicht schon ein Überfliegen der angeführten Headlines in den Suchergebnissen aus, um eine Information für ausreichend überprüft zu halten.

Der Umgang mit Informationen will gelernt sein

Informationskompetenz ist essentiell für richtige Beurteilung. Unsere Gesellschaft, und damit auch unsere Kommunikation, verlagert sich immer mehr ins Internet, daher wird die Fähigkeit, Informationen richtig einschätzen bzw. bewerten zu können, zusehends wichtiger. Vor allem Lehrende und Eltern haben laut den befragten Jugendlichen eine wichtige Rolle, diese Kompetenz zu vermitteln und als Ansprechpartner zu agieren. Hilfestellung für Eltern und Lehrer gibt es hier:

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