Stimmungsmache, Shitstorm, Ausgrenzung. Zum Umgang mit der dunklen Seite der Partizipation

Medienpädagogische Fachtagung Jugendmedienarbeit NRW in der Stadtbibliothek Bielefeld

Jugendliche sind online, sie beteiligen sich mit Kommentaren, in Chats, durch Weiterleitungen und „Likes“ an der Meinungsbildung oder sind Mitglied in Gruppen. Jugendliche positionieren sich dadurch in ihrer Gemeinschaft, geben politische Statements ab oder verschaffen ihrem Unmut über andere Luft.

Gruppen zu bilden, in ihnen zu agieren und zu bestehen, all das gehört zum Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Heute finden diese zentralen Entwicklungsaufgaben, findet Vergemeinschaftung auch in digitalen Medien statt, begleitet von digitaler Kommunikation.

Doch was passiert, wenn Kommentare bösartig werden und ein regelrechter Shitstorm auf die jugendlichen Nutzer/-innen und ihre Posts losgeht? Wenn Gruppen oder auch Einzelne online gegeneinander zu Felde ziehen und sich gegenseitig beschimpfen, beleidigen und bedrohen? Bei Kindern und Jugendlichen kann das Angst auslösen, zum Verlust des eigenen Selbstwertgefühls führen.

Das Phänomen betrifft nicht nur Kinder und Jugendliche. Hate Speech und mehr oder weniger subtile Stimmungsmache sind Teil politischer Agitation oder antidemokratischer Strategie, wie aktuelle Diskurse deutlich machen. Antidemokratische, sexistische und rassistische Kommentare oder Informationen finden sich überall im Netz und werden von den Jugendlichen, mitunter unbedarft, weiterverbreitet.

Kinder- und Jugendhilfe ist daher besonders gefordert, junge Internetnutzer/-innen zu schützen, zu stärken und sie im Umgang mit anderen zu fördern. Es gilt, die Selbstwirksamkeit, Kritikfähigkeit und kommunikative Kompetenz Heranwachsender zu entwickeln. Die GMK-Fachtagung beleuchtet das Thema aus Expertensicht und vermittelt in praktischen Workshops neue Konzepte und Strategien.

Im Mittelpunkt der Fachtagung stehen folgende Fragen:

  • Wie kommt es zu den Konfliktlagen, wie entstehen Shitstorm und Hate Speech, wie kann man diesen begegnen?
  • Wie kann man problematische Agitation, Hasstiraden, Cybermobbing von legitimer Meinungsäußerung oder jugendlichem „Quatsch machen“ unterscheiden?
  • Wie können Kinder und Jugendliche lernen, deeskalierend zu kommunizieren, Angriffe richtig einzuschätzen? Welche weiteren Strategien kann man ihnen an die Hand geben?
  • Mit welchen Methoden kann das Thema in der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen kreativ und kritisch bearbeitet werden?

Weitere Informationen, Programmflyer & Anmeldung

    28.04.2016
    Bielefeld