NSA – globale Massenüberwachung im Zeichen der nationalen Sicherheit

Quelle: Laura Poitras / Praxis Films

Mit den Enthüllungen des Whistleblowsers und des ehemaligen Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden begann im Sommer 2013 eine bis heute nicht abreißende Welle von Veröffentlichungen, die zeigen, dass die NSA (National Security Agency) im Auftrag der amerikanischen Regierung ein System der weltweiten Massenüberwachung der Kommunikation aufgebaut hat.

Hinter Namen wie „PRISM“, „XKeyScore“ oder „Bullrun verbergen sich Bemühungen der NSA und verbündeter Geheimdienste, weltweit die Daten von Telefongesprächen, SMS sowie die Inhalte aller Arten von Internetkommunikation (E-Mails, Chat, Internettelefonie usw.), aufzuzeichnen und zu speichern und hierbei auch moderne Verfahren der Verschlüsselung auszuhebeln oder zu umgehen. Begründet wird diese globale Massenüberwachung ohne konkrete Verdachtsmomente mit dem weltweiten Kampf gegen den Terrorismus.

„Merkelphone“, oder was die Nutzer tun können

Deutschlandweit für Empörung sorgte der Umstand, dass die Kritik an dieser weltweiten Überwachungspraxis der NSA von Seiten der Bundesregierung erst einen schärferen Ton annahm, als Unterlagen von Edward Snowden nahe legten, dass das Mobiltelefon der Bundeskanzlerin über viele Jahre systematisch von der NSA abgehört worden war. Unter dem Hashtag #merkelphone fanden deshalb auf Twitter neben allgemeiner Empörung der Bevölkerung auch reichlich Häme und Spott ihren Platz. 

Der Begriff „Merkelphone“ steht heute jedoch nicht nur als Synonym für die Praxis des Abhörens anderer Regierungschefs, sondern beschreibt auch den Versuch, wichtige Kommunikation mit Verschlüsselung vor dem Zugriff Unbefugter zu schützen. Nutzer, denen auch in Zeiten einer globalen Massenüberwachung von Internetkommunikation daran gelegen ist, dass ihre Nachrichten nicht von Dritten mitgelesen werden können, kommen daher um eine Verschlüsselung ihres Datenverkehrs nicht herum.