Wie funktioniert Counter-Strike?

Counter-Strike ist der wohl populärste Vertreter des Genres der Taktik-Shooter. Hier wird die Spielfigur aus der Ich-Perspektive durch die Spielwelt gesteuert. Bei Counter-Strike gibt es zwei Teams, die „Terroristen“ und die „Counter-Terroristen“ (also die Polizisten). Gespielt wird in verschiedensten Spielumgebungen ("Maps"), wie z.B. Ausgrabungsstätten, Militäranlagen, Bahnhöfen, Burgen uvm., die keinen realen Orten entsprechen. Auf frei zugänglichen Servern im Internet wechselt die Spielumgebung automatisch nach einer bestimmten Zeit, üblicherweise alle 20 bis 30 Minuten.

Gespielt wird immer unabhängig von der Spielumgebung in Spielrunden von etwa 3-5 Minuten. In dieser Zeit versuchen beide Teams, die Runde zu gewinnen. Je nach Kartentyp gibt es unterschiedliche Arten die Runde für das eigene Team zu entscheiden: Durch das Retten von Geiseln, das Ausschalten des Gegnerteams oder das Legen einer Bombe. Karten, mit dem Ziel eine Bombe zu legen bzw. zu entschärfen, erfreuen sich bei den Spielern allerdings der größten Beliebtheit, da hier die Chancen beider Teams als am ehesten ausgeglichen empfunden werden. Im freien Spiel hat die Statistik jedes einzelnen Spielers eine besondere Bedeutung, da sie seine Spielstärke widerspiegelt, im Wettbewerbsspiel dagegen kommt es lediglich auf das Mannschaftsergebnis, also die gewonnenen Spielrunden an.

Wie gestaltet sich der Spielablauf?

Counter-Strike ist als Mehrspielerspiel ausgelegt, weshalb sich die Spieler zu Spielergemeinschaften, den so genannten Clans zusammenschließen.
Um zu verdeutlichen, wie Counter-Strike im Wettkampfspiel funktioniert, wird im Folgenden der Ablauf eines solchen Spiels (der Einfachheit halber aus Sicht der Terroristen) beispielhaft beschrieben wird:   
 
Die Teams der Terroristen sowie der Counter-Terroristen starten in jeder Runde an derselben Stelle. Bevor es losgeht, kaufen die Mitglieder des Teams Ausrüstung, Waffen und Munition ein. Jede vorher gewonnene Runde und jeder „getötete“ Gegenspieler hat dabei dem Spieler Geld eingebracht, das jetzt ausgegeben werden kann. Das „Einkaufen“ muss innerhalb weniger Sekunden geschehen sein, ein Verändern der Ausrüstung ist dann erst wieder zu Beginn der nächsten Runde möglich. Der Ausrüstung des Teams kommt eine taktische Bedeutung zu, denn es ist relativ sinnlos, dass ein Spieler des Teams voll ausgerüstet in die Runde startet, während ein anderer Spieler lediglich mit einer Pistole bewaffnet loszieht. Schon hier ist es für die Spieler wichtig sich abzusprechen. Zudem bevorzugen die Spieler in der Regel unterschiedliche Waffen, die auch im Preis unterschiedlich teuer sind.

Nach dem „Einkaufen“ beginnt die eigentliche Runde. Per Zufallsgenerator wurde ein Mitglied des Teams zum Bombenträger gemacht. Dieser hat nun die Aufgabe, auf einer der zwei dafür ausgewiesenen Stellen auf der Karte (den so genannten „Bombspots“) die Bombe zu legen und diese gemeinsam mit dem Team bis zur Explosion zu verteidigen. Normalerweise schart sich eine kleine Gruppe von Spielern um den Bombenträger, um ihn zu einem der beiden Bombenplätze zu eskortieren.

Die Counter-Terroristen versuchen genau dies jedoch zu verhindern und haben die kürzeren Wege zu den Bombenplätzen um diese zu verteidigen  Da in der Regel fünf gegen fünf gespielt wird, können die Terroristen jedoch immer mit Überzahl einen der beiden Bombenplätze attackieren, weshalb auf Seite der Polizisten geschicktes verschieben und klare Absprachen von Nöten sind. Die Polizisten sind also zu Beginn zwar in Unterzahl, haben jedoch die taktisch bessere Position. Die Terroristen müssen also durch einen geschickten Angriff versuchen, die Verteidigungsreihe der Polizisten zu durchbrechen und auf einen der beiden Bombenplätze zu gelangen.

Hat es der Bombenträger dann geschafft, sich auf einen der beiden Bombenplätze durchzuschlagen und erfolgreich die Bombe zu legen, erhält das Team der Polizisten die Nachricht „Die Bombe wurde gelegt!“. Danach hat das Team der Polizisten noch 35-45 Sekunden Zeit, um den Sturm auf den Bombenplätze zu organisieren und zu versuchen, die Bombe zu entschärfen. Schaffen es die Terroristen, sich gegen den Angriff zu verteidigen bzw. genug Zeit zu gewinnen, explodiert die Bombe und das Team der Terroristen hat die Runde gewonnen. Eine neue Runde beginnt.

In einem Wettbewerbsspiel übernimmt in der Regel jede Mannschaft für einen festgelegte Anzahl an Runden zuerst die Seite der Terroristen und im Anschluss die Seite der Counter-Terroristen, die Mannschaft mit den meisten gewonnenen Runden gewinnt die Karte, von denen meistens zwei gespielt werden. In der Endabrechnung werden dann  alle gewonnenen Runden zusammengerechnet.

Was fasziniert an Counter-Strike?

1999 war Counter-Strike etwas vollkommen Neues. Bis dato gab es zwar Shooter, in denen die Spieler gegeneinander antreten konnten, jedoch war es etwas vollkommen Neues, dass Spieler in zwei Teams gegeneinander antreten konnten.
Viele Spieler finden zu allererst sicherlich das realweltliche Thema des Konflikt zwischen Terroristen und Polizisten im Gegensatz zu vielen fiktiven und historischen Szenarien durchaus faszinierend.
 
Es gibt zwei Arten von Spielern: Einerseits Spieler die lediglich aus Zeitvertreib auf freien Servern im Internet spielen und für die die eigene Leistung im Vordergrund steht. Andererseits Spieler, die sich zu Spielergemeinschaften (Clans) zusammenschließen und die versuchen die Möglichkeiten des Mannschaftsspiels besser zu verstehen und sich darin stetig zu verbessern.
 
In einem Clan fallen viele Tätigkeiten an, die für Jugendliche eine große Möglichkeit bieten sich zu beweisen. Eine Homepage muss erstellt werden, die Mannschaftstaktiken müssen ausgearbeitet werden oder das Geld für einen eigenen Spielserver muss verwaltet werden. Diese Tätigkeiten, die nur indirekt mit dem Spiel zusammenhängen, vermitteln den Jugendlichen sehr viele Kompetenzen, die von Erwachsenen oft übersehen werden.
 
Viele Clans sind im E-Sport aktiv und nehmen dort an organisierten Internet-Turnieren teil oder fahren sogar auf LAN-Partys. Dieses Miteinander wird von den meisten Jugendlichen als äußerst faszinierend empfunden. Zudem gibt es mittlerweile Events, auf denen die Jugendlichen Starspielern beim Spielen zuschauen, ohne selber an Tastatur und Maus tätig zu werden.
Rund um Counter-Stike hat sich zudem eine eigene Fankultur entwickelt.

Welche Gefahren gibt es und was kann ich dagegen tun?

Counter-Strike ist in einer internationalen und einer deutschen Version erschienen. Die  deutsche Version ist wegen des reduzierten Gewaltgrades  von der USK ab 16 Jahren freigegeben worden, die internationale Version ab 18 Jahren. Achten Sie daher darauf, welche Version auf dem Rechner Ihrer Kinder installiert ist.

Counter-Strike wird immer wieder als Beispiel in der „Killerspieldebatte“ angeführt. Fans des Spiels bemängeln, dass die Kritiker den Gewaltaspekt isoliert wahrnehmen. Für sie stellen die taktischen Aspekte den Spielanreiz dar. Machen Sie sich gegebenenfalls selber ein Bild vom Spiel oder spielen Sie sogar auf einer Eltern-Veranstaltung einmal selbst, damit Sie ihre Meinung über das Spiel auch ausreichend begründen können.
 
Viele Spieler versuchen ihre Spielfertigkeiten stetig zu verbessern. Dabei können Spieler schnell einmal die Spielzeiten aus den Augen verlieren. Auch der Gruppendruck durch das Spielen in einem Clan, kann dazu führen, dass mehr Zeit auf das Spiel verwendet wird als ausgemacht. Lassen Sie sich erklären, wann eventuell wichtige Liga-Spiele anstehen und wann lediglich frei gespielt wird. Handeln Sie dann die Spielzeiten gemeinsam mit Ihrem Kind aus.
 
LAN-Partys sind von jeher hoch attraktiv bei Jugendlichen. Jedoch dienen LAN-Partys immer noch als Umschlagplatz für Raubkopien. Erkundigen Sie sich deshalb beim Veranstalter wie die Veranstaltung konzipiert ist und wie er den Jugendschutz auf seiner Veranstaltung regelt.