Wie funktioniert oGame?

"oGame" ist ein browsergestütztes Strategiespiel. Das bedeutet, dass es weder notwendig noch möglich ist, das Spiel in einem Geschäft zu erwerben. Das Spiel ist grundlegend kostenlos, denn es finanziert sich über Werbung - jeder, der über einen Internetzugang und einen Browser verfügt, kann daran teilnehmen. Wer sich an der Werbung stört, kann für 5 Euro pro Monat den „Commander“-Status erwerben und ohne Einblendungen und Pop-Ups spielen. In oGame geht es darum, Planeten zu besiedeln, auszubauen und schließlich mit der eigenen Flotte andere Mitspieler zu überfallen oder ihre Flotten zu vernichten, um die Rohstoffe („Ressis“) aus den dadurch entstehenden Trümmerfeldern auszubeuten. Bevor es jedoch losgeht, muss sich der Spieler bei der Anmeldung für eines der inzwischen über 50 Universen („Unis“) entscheiden, in denen gespielt werden kann. Diese unterscheiden sich im Wesentlichen dadurch, dass die „jüngeren“ Universen weniger Mitspieler verzeichnen und deshalb Anfängern bessere Chancen bieten. Jedes Universum ist in mehrere Galaxien aufgeteilt, mit mehreren hundert Sternensystemen pro Galaxis und einem Dutzend Planeten pro System. Außerdem führt jedes Uni eine eigene Rangliste. Ein Spieler bekommt für verschiedene Tätigkeiten Punkte und steigt in der Rangliste auf.  

Screenshot "oGame" (Gameforge)

Um was geht es?

Nach der Anmeldung beginnt der Spieler auf einem einzelnen Planeten. Hier muss er die Infrastruktur ausbauen und forschen. Jedes Gebäude, jedes Schiff für die Flotte und jedes Forschungsprojekt kostet eine bestimmte Menge einer Kombination der drei grundlegenden Rohstoffe (Metall, Kristall und Deuterium), die der Spieler zunächst auf seinen Planeten durch den Bau von entsprechenden Gebäuden „ernten“ kann. Jede Ausbaustufe braucht eine festgelegte Zeitspanne- am Anfang nur Sekunden, später mehrere Stunden oder sogar Tage. Irgendwann ist der Spieler dann in der Lage, das erste Kolonisierungs-Raumschiff zu bauen und neue Planeten zu besiedeln. Jeder Spieler kann maximal acht Planeten besiedeln. Jeder Planet muss wieder manuell ausgebaut werden. Jeder Ausbau kostet dabei – neben den benötigten Rohstoffen - einen Teil der Gesamtplanetengröße, ein Planet kann also nicht unendlich ausgebaut werden. 

Wer raubt, gewinnt

Meist hat der Spieler bei der Besiedelung seines zweiten Planeten so viele Punkte angesammelt, dass er aus dem im Spiel eingebauten Anfänger-Schutz („Noobschutz“) heraus wächst, der zunächst verhinderte, dass andere, viel zu starke Spieler die Neueinsteiger überfallen und die Rohstoffe erbeuten. Spätestens jetzt muss der Spieler diese sichern, indem er Verteidigungsanlagen baut und seine eingelagerten Rohstoffe in eine Art „mobiles Warenlager“ verlegt: Die Rohstoffe werden in Transportschiffe verladen und pendeln zwischen seinen Planeten hin und her. Gleichzeitig muss der Spieler immer wieder versuchen, andere Mitspieler zu überfallen (das sog. „Raiden“) und durch Plünderung der gegnerischen Rohstofflager bzw. Abfangen und Vernichten von dessen (Transport-)Flotten lebenswichtige Rohstoffe anzuhäufen, um den eigenen, stetig steigenden Bedarf zu decken.  

Einer für alle, alle für einen

Außerdem sollte sich der Spieler spätestens jetzt nach einer Allianz umsehen. Eine Allianz („Ally“) ist ein Zusammenschluss mehrerer Spieler, die sich gegenseitig unterstützen, schützen und in einem Konflikt mit anderen Spielern oder Allianzen ihre Flotten füreinander einsetzen. Ein einzelner Spieler ist ab einer gewissen Punktezahl „Freiwild“. Nur die flottenstärksten Spieler eines Universums können es sich leisten, ohne den Schutz einer Allianz zu spielen. Tritt der Spieler einer Allianz bei, wird das Leben sicherer, aber auch komplizierter. Er muss einem Regelwerk folgen, das von den Gründern der jeweiligen Allianz verfasst wurde. Außerdem muss er die Außenbeziehungen einer Allianz zu anderen Allianzen oder Einzelspielern beachten, wie etwa Handels- und Verteidigungsbündnisse oder Nichtangriffsvereinbarungen. Eine Allianz verfügt üblicherweise über ein eigenes, spielunabhängiges Internet-Forum, über das sich die Mitglieder miteinander austauschen.  

Neben dem Krieg ist der Handel das wichtigste Spielelement. Gehandelt wird entweder durch das spielinterne Kurznachrichten-System, die Foren von Allianzen oder das oGame-eigene Forum. Im Spielverlauf innerhalb eines Universums bilden sich normalerweise mehr oder weniger stabile Wechselkurse heraus, nach denen gehandelt wird. Nachdem sich zwei Spieler einig sind, werden die jeweils versprochenen Mengen an Rohstoffen in Transportschiffe verpackt und an die Planeten des Handelspartners geschickt. Inzwischen ist das Phänomen oGame über das Internet hinausgewachsen. Es haben sich in diversen größeren Städten feste Spielertreffs organisiert, die sich monatlich zusammenfinden, um sich von Angesicht zu Angesicht auszutauschen.

Was fasziniert an oGame?

In einer Gemeinschaft zu spielen, dort  sich akzeptiert zu fühlen beschreiben oGame-Spieler als reizvoll. Das Browserspiel ist evtl. Thema im Freundeskreis oder auf dem Schulhof und die Fans tauschen sich aus und diskutieren über ihre jeweilige Taktik. Als zusätzlich spannend wird die Tatsache erlebt, dass sich die Spielwelt ständig wandelt. „Hält meine Verteidigung einem Angriff stand?“, „Greife ich den Gegner an oder baue ich mich lieber weiter aus?“ Solche Gedanken hegen viele Spieler auch wenn sie nicht eingeloggt sind. In der großen Summe der Spieler handelt es sich aber einfach um außergewöhnliche Spielerfahrungen, die eine Menge Spaß bereiten obwohl oder gerade weil sie mit den einfachen Mitteln erzeugt werden, die Online-Browsergames zur Verfügung stehen.

Welche Gefahren gibt es und was kann ich dagegen tun?

Wer erfolgreich ist hängt zum Einen von der Spielerfahrung ab, zum Anderen in hohem Maße  von der aufgewendeten Zeit. Durch den ausgeprägten zeitlichen Rahmen in dem Online-Browserspiele stattfinden – bei Strategiespielen kann eine Spielwelt über den Zeitraum von mehreren Jahren bespielt werden – und die soziale Gemeinschaft die in dieser virtuellen Welt geführt wird, entsteht eine beachtliche Bindung an das Spiel und die Menschen denen man darin begegnet. Daher ist oGame für erfolgsorientierte Spieler ein sehr zeitaufwändiges Hobby. Spielerfolge sind nur mit der permanenten Anwesenheit in der virtuellen Welt zu erzielen, gerade bei Kindern und Jugendlichen können realweltliche Verpflichtungen wie Schule oder Hobbys schnell darunter leiden. Jüngere besitzen oftmals noch keine ausreichende Selbstregulierung ihrer Spielzeiten, dies kann im schlimmsten Fall zu einem exzessiven Spielkonsum führen. Daher sollten Sie diese Spiele Jugendlichen frühestens ab 14 Jahren zugänglich machen, wenn davon auszugehen ist, dass sie in der Lage sind ihre Spielzeiten selbstständiger zu kontrollieren.