Abzocke im Internet

Was sind die typischen Merkmale von neuartigen Abzocke-Angeboten?

In der Regel spekulieren Angebote wie Lebensprognosen, Hausaufgabenhilfen oder Intelligenztests nur darauf, dass viele Nutzer davon ausgehen, im Internet sei „alles kostenlos“. Das Vorgehen der Betreiber unterscheidet sich dabei kaum: Die Angebote sind so gestaltet, dass deren Nutzung auf den ersten Blick kostenlos erscheint. Gleichzeitig lockt oft die Teilnahme an einem tollen Gewinnspiel, bei dem hohe Sach- oder Geldpreise zu gewinnen sind. Tatsächlich fallen jedoch entweder einmalige Nutzungsentgelte (meist 30 oder 59 Euro) an oder der Nutzer schließt sogleich ein dauerhaftes, kostenpflichtiges Abonnement (z.B. Zeitschriften- oder Klingelton-Abo) ab.

Zu finden sind die entstehenden Kosten entweder im Kleingedruckten ganz unten auf der Seite, so dass der Nutzer erst herunterscrollen muss oder gar nur in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), die extra angeklickt und teilweise seitenweise gelesen werden müssen.

Damit die Nutzer keine Zweifel bekommen, wenn sie aufgefordert werden ihre persönlichen Daten (vollständige Adresse etc.) anzugeben, wird durch den Text oft suggeriert, dass die Angaben lediglich beispielsweise zur richtigen Berechnung der Lebenserwartung notwendig sind. Im Falle einer gleichzeitigen Gewinnspielteilnahme, werden die Daten angeblich benötigt, um gegebenenfalls den Gewinn zusenden zu können.

Zusätzliche Einschüchterung des Teilnehmers erfolgt oft dadurch, dass der Betreiber die IP-Adresse und den Provider des Nutzers anzeigt und diese, „um Missbrauch und wissentliche Falscheingaben“ zu vermeiden, speichert. Dass die Speicherung der IP-Adresse als Nachweis für einen Vertragsschluss nicht ausreichend ist und der Provider die zugehörigen Daten, wenn überhaupt, nur auf einen richterlichen Beschluss hin ausgeben dürfte, wissen viele Nutzer nicht.

Wie laufen die „neuen“ Betrugs-Methoden ab?

Ob Intelligenztests oder Prognosen zur eigenen Lebenserwartung, die Teilnahme an Gewinnspielen, Warenprobentests oder Offerten zu Gratis-SMS – Trickreiche Internetanbieter locken neugierigen Nutzern mit vermeintlich kostenlosen Diensten das Geld aus der Tasche.

Die Betreiber solcher Seiten werben damit, dass auf „wissenschaftlich fundierter“ oder „statistisch getesteter“ Basis das zu erwartende Lebensalter oder der Intelligenzquotient von den Teilnehmern ermittelt werden kann. Neben persönlichen Angaben wie Alter und Geschlecht, sollen auch der vollständige Name und die Postanschrift angegeben werden, um die gewünschten Informationen oder Testergebnisse zu erhalten.

Hinter diesen Angeboten steckt jedoch oft eine Täuschung, die von den meisten Nutzern nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist. Dass nach Eingabe der geforderten Daten beträchtliche Kosten auf den Kunden zukommen können und zwar für höchst zweifelhafte Angebote, ist gut versteckt im Kleingedruckten verklausuliert und kaum zu finden. Wer aufgrund einer solchen unzureichenden Preisinformation darauf herein fällt und sich registriert, kann sich in der Regel gegen die geltend gemachten Forderungen wehren und die Zahlung verweigern. Die Betreiber der entsprechenden Seiten wissen genau, dass sie vor Gericht kaum eine Chance hätten und versuchen daher die Betroffenen durch Einschüchterungen in Form von Mahnungen oder Inkassoschreiben zur "freiwilligen" Zahlung zu bewegen.

Worauf sollte man achten bevor man sich bei einem Angebot registriert?

Grundsätzlich gilt, bei allem was mit „Gratisangebot“, „Clubmitgliedschaft“ oder „Gewinnspiel“ und Ähnlichem wirbt, auf jeden Fall zweimal nachzusehen, ob sich irgendwo ein Preishinweis versteckt. Je größer die Wörter „kostenlos“ oder „gratis“ angepriesen werden, desto größer sollte auch Ihre Vorsicht sein. Spätestens wenn Sie aufgefordert werden, Ihre persönlichen Daten anzugeben, sollte Sie auf folgende Punkte achten:

  • Werfen Sie unbedingt einen Blick ins Kleingedruckte (AGB) und scrollen Sie die Internetseite bis ganz nach unten. Durchsuchen Sie dann die Seiten, ob sich dort ein Kostenhinweis versteckt. Es mag zwar anstrengend sein, seitenweise AGB zu lesen, doch gerade im Internet sind diese die beinahe einzige Infoquelle, die besagt, auf was man sich da wirklich einlässt.

  • Gehen Sie mit Ihren persönlichen Daten grundsätzlich sparsam um! Prüfen Sie vor allem ganz genau, an wen Sie Ihre Bankdaten weitergeben!

  • Bevor Sie per Mausklick Ihre Anmeldung bestätigen, lesen Sie die Vertragsbedingungen gewissenhaft. Ist dort die Rede von (Mindest-) Vertragslaufzeiten oder Kündigungsfristen, weist dies meistens auf eine vertragliche Bindung hin, die mit Kosten verbunden ist.

  • Prüfen Sie, wie Sie Kontakt zum Anbieter herstellen können! Im so genannten Impressum muss Identität und Anschrift angegeben sein. Achten Sie darauf, dass dort nicht nur ein Postfach angeführt ist. Auch wenn der Anbieter im Ausland sitzt, kann es bei Reklamationen schwierig sein, Ihre Rechte durch zu setzen.

  • Lassen Sie sich nicht durch die Teilnahme an einem tollen Gewinnspiel blenden! Die versprochenen Gewinne sollen zumeist nur von den Kosten ablenken!

  • Werden Sie deutlich über Ihr Widerrufsrecht informiert? Bei Vertragsabschlüssen im Internet haben Sie oftmals die Möglichkeit, den Vertrag innerhalb von zwei Wochen zu widerrufen. Erfolgt keine ordnungsgemäße Belehrung über das Widerrufsrecht, dann können Sie zumeist den Vertrag noch länger rückgängig machen.

  • Achten Sie auf den „Haken mit dem Haken“ und vergewissern Sie sich, ob da nicht noch ein ungewolltes Kästchen aktiviert ist. In besonders arglistigen Fällen werden auch manchmal nur Verweissternchen (*) verwendet und die dazu gehörige Anmerkung und den Preis muss man dann irgendwo am unteren Rand der Seite suchen.

Wie verhalte ich mich bei Phishing-Attacken?

Internetnutzer werden immer häufiger Opfer von Phishing-Attacken und etwa fünf Prozent aller Phishing-Mail-Empfänger fallen laut Studien auf die Masche der Betrüger herein.

Mit den Phishing-Mails (abgeleitet von dem englischen Wort "fishing", also dem "Fischen" mit einem Köder) versuchen Betrüger im Internet sensible Daten wie Kreditkarten-Nummern, PINs, TANs (Kundennummern z.B. beim Online-Banking) oder Passwörter "abzufischen", das heißt auszuspionieren.

Um die E-Mail-Empfänger zu täuschen, nehmen die Internetbetrüger die Identität unterschiedlicher Unternehmen wie Banken, Auktionshäuser, Internetshops oder ähnliches an und imitieren das E-Mail-Design und die Webseite dieser Einrichtungen. In der Phishing-Mail wird an das Opfer appelliert, die täuschend echt wirkende Website z.B. einer Bank aufzurufen und dort ein Passwort zu ändern oder persönliche Daten zu aktualisieren.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Phishing-Attacken rät der BSI-Präsident Dr. Udo Helmbrecht: "Vertrauen Sie nie E-Mails, in denen Sie von Banken zur Übermittlung vertraulicher Daten aufgefordert werden! Informieren Sie Ihr Kreditinstitut darüber und löschen Sie die Nachricht, ohne darauf zu reagieren.

Abzocke im Internet: Erst durchblicken – dann anklicken!
Ein Flyer von klicksafe in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale NRW

Weitere Informationen

Unter www.verbraucherzentrale.info gibt es eine Liste aller Verbraucherzentralen.
 
 

Nähere Auskünfte und Sicherheitstipps zu Phishing und Kostenfallen beim BSI für Bürger.

Website "Vorsicht im Netz" des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland