Werbung

Was kann ich gegen Pop-Up-Fenster unternehmen?

Internet ist ohne Werbung nicht mehr denkbar. Nur so ist es möglich, dass auch hochwertige Informationen, etwa von Magazinen oder Zeitungen, kostenlos abgerufen werden können. Damit die Anzeigen auch die gewünschte Aufmerksamkeit erfahren, lässt sich die werbende Wirtschaft immer wieder neue Formate einfallen, mit teilweise schrillen, bisweilen auch störenden Effekten.

Neben den in der Regel animierten Bannern haben sich auch die so genannten Pop-Ups gut durchgesetzt. Das sind kleine Fenster, die sich automatisch in einem weiteren Browserfenster öffnen. Sie schließen sich in der Regel automatisch nach einer gewissen Zeit oder werden durch gezieltes Anklicken beendet.

Kinder lassen sich gern durch Animation oder Blinken des Pop-Ups begeistern und gelangen durch das Anklicken der meist großflächig verlinkten Anzeige direkt auf die Seite des Inserenten.

Tipps gegen Werbefenster

  • Browsereinstellung
    In den meisten Browsern (Mozilla Firefox, Internet Explorer,.ect.) können Pop-Ups sehr einfach geblockt oder temporär zugelassen werden. Anleitungen für die Pop-Up-Blocker beim Mozilla Firefox und beim Internet Explorer.

  • Adware
    Wenn man häufig die gleiche Werbebotschaft erhält, obwohl man sich auf ganz unterschiedlichen Seiten im Netz aufgehält, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass sich auf der Festplatte so genannte Adware eingenistet hat, die häufig als Teil einer anderen Software heruntergeladen wird. Wenn man die störende Werbung loswerden möchten, ist "Ad-Aware" ein Programm, das Ihren Rechner durchsucht und einen Großteil der Verursacher von Pop-Ups findet. Anschließend werden die Programme unschädlich gemacht.
Banner-Werbung. (Grafik: Daniel Oines / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)
Banner-Werbung. (Grafik: Daniel Oines / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)

Werbung im Internet - Was steckt dahinter?

Das Fernsehen ist nach wie vor das größte Werbemedium weltweit. Am schnellsten wächst jedoch der Werbemarkt im Internet. Vor allem für Kinder ist es oft schwierig, Information und Werbung voneinander zu unterscheiden und die Absicht von Werbung zu begreifen. Jugendliche erkennen zwar, was Werbung ist, jedoch können sie sich nur schwer der Wirkung der Werbung entziehen.

Weil kommerzielle Internetanbieter beabsichtigen, Kinder möglichst frühzeitig als Kunden bzw. zukünftige Käufer an ein Produkt binden, ist die Verführung zum Konsum während des Surfens durch die vielfältigen Erscheinungsformen von Werbung allgegenwärtig.

Beim Umgang von Kindern mit Internetwerbung stellen vor allem die spielerische Auseinandersetzung mit Werbebotschaften in Werbespielen, die unzureichende Kennzeichnung von Werbeanzeigen und die häufige Platzierung von Werbung im redaktionellen Bereich von Webangeboten Problembereiche dar.

Durch die vielfältigen Gestaltungsweisen von Online-Werbung sind kaum zuverlässige und eindeutige Identifizierungsmuster gegeben, so dass Werbung im Internet nicht so leicht erkennbar ist.

Insgesamt erfordert der Umgang mit Internetwerbung von Nutzern unterschiedliche Handlungsstrategien und stellt somit höhere Anforderungen an ihre Medienkompetenz als beispielsweise der Umgang mit Fernsehwerbung.

Die häufigsten Online-Werbeformen

  • Banner sind festgelegte Anzeigenflächen auf Internetseiten. Skyscraper beispielsweise finden sich häufig am rechten Rand der Website. Diese Anzeigenflächen bestehen aus Bild und Text, sind aber häufig auch mit aufwändigen Film- und Audiosequenzen versehen. Da Skyscraper oft eng an der Scroll-Leiste platziert werden und teilweise mit nach unten wandern, kann man sie leicht versehentlich anklicken. So genannte Wallpaper umrahmen den redaktionellen Bereich einer Website und erzielen durch ihre großflächige Gestaltung eine höhere Aufmerksamkeit bei den Betrachtern.
  • Pop-ups, Pop-unders und Layer unterbrechen das Surfen,indem sie die Seite teilweise großflächig überlagern oder über den Bildschirm wandern. Oft sind sie animiert und mit kleinen Filmsequenzen gestaltet. Das X zum Schließen ist meist sehr klein, auch öffnen sich manchmal weitere Fenster.
  • Videowerbung begegnet Kindern häufig auf kommerziellen Spiel- und Videoportalen. Die Werbeclips werden meist vor und nach dem gewünschten Inhalt geschaltet.
  • Content integrierte Werbung ("Integrated advertising") ist im redaktionellen Bereich einer Website platziert und fügt sich gestalterisch in das Layout ein. Häufig passt die Werbeaussage auch inhaltlich zum Webangebot.
  • Sponsoring findet man häufig auf Internetseiten von Fernsehsendern. Es werden Gewinnspiele, Downloads oder andere attraktive Aktionen von Sponsoren präsentiert, um ein positives Image bei der jungen Zielgruppe aufzubauen.
  • Werbespiele (Advergames, Adgames) sind gesponserte Onlinespiele, die in werbefinanzierten Websites oder auf firmeneigenen Websites eingebunden werden können. Werbespiele gibt es in sehr unterschiedlichen Variationen. Sie bieten unterhaltsame Form der Werbeansprache und bedienen das kindliche Interesse an Spielen. Bei demonstrativen Werbespielen steht die beworbene Marke stark im Vordergrund, so werden beispielsweise die Eigenschaften des Werbeprodukts zum Gegenstand bzw. Thema des Spiels.
  • Der gesamte Internetauftritt kann als Werbefläche dienen. Auch Newsletter, Gewinnspiel und Clubmitgliedschaft dienen oft Werbezwecken. Durch E-Cards und Weiterempfehlen der Seite bzw. des Artikels wird das Kind direkt zum kostenlosen und besonders vertrauenswürdigen Werbebotschafter.
  • Werbe-Mails kontaktieren effektiv, weil sich der Empfänger dadurch persönlich angesprochen fühlt. Sie sind mit Hinweisen auf Produkte und Bestellmöglichkeit und zum Teil auch mit Links zu Onlineshops versehen

Als interaktives Informations- und Kommunikationsmedium eröffnet das Internet innovative Formen der Zielgruppenansprache. Die Bandbreite an Werbeformen im Internet erfordert im Umgang unterschiedliche Handlungsmuster. Während manche Online-Werbeformen wie beispielsweise Banner keine Aktion vom Nutzer erfordern, überlagern etwa Pop-ups redaktionelle Bereiche einer Webseite und müssen vom Nutzer per Mausklick geschlossen werden. Online-Werbeformen können durch Animation oder akustische Effekte besonders auffällig gestaltet sein, andere Formen der Internetwerbung wie Textanzeigen oder in den content integrierte Werbung sind hingegen bewusst unauffällig gestaltet. Zudem gibt es auf Webseiten keine festen Layoutstrukturen, so dass Werbeanzeigen an den unterschiedlichsten Stellen einer Webseite und häufig auch in redaktionellen Bereichen kommerzieller Websites geschaltet werden.

Videos und mehr …

watchyourweb.TV für Jugendliche - Folge 19 "Werbung":Infos über versteckte Werbung in Mails, Google, Facebook und YouTube

Apple. Google. Facebook. Amazon - Film der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM)

Weitere Informationen

Kinder und Onlinewerbung
Webseite für Eltern und pädagogische Fachkräfte 

 

Verlockt – verlinkt – verlernt?
Werbung, Vernetzung und Datenabfragen auf Kinderseiten

Elternratgeber „Kinder und Onlinewerbung“ herausgegeben von LfM und Bundesfamilienministerium

Die Initiative Media Smart wurde 2004 von werbetreibenden Unternehmen und Verbänden gegründet.