Was kann man tun, wenn Lehrende zu Opfern werden?
Auch Lehrende können Opfer von Cyber-Mobbing werden: Immer mehr PädagogInnen werden von SchülerInnen mit aggressiven und/oder anzüglichen SMS belästigt oder im Internet diffamiert. Häufig filmen die Jugendlichen auch während des Unterrichts mit ihren Handys und veröffentlichen die Aufnahmen „zum Spaß“ im Web. Die betroffenen LehrerInnen erfahren oft erst viel später, dass sie von ihren SchülerInnen einem potenziell weltweiten Publikum zur Belustigung ausgesetzt wurden.
Werden die Vorfälle bekannt, sitzt die Scham bei den gemobbten Lehrenden verständlicherweise tief. Obwohl die psychische Belastung gravierend sein kann, schweigen die meisten Opfer – auch weil die Unterstützung durch KollegInnen oder Vorgesetzte oft fehlt. Doch nichts zu tun ist bei Mobbing gerade der falsche Weg, denn meistens werden die Belästigungen dadurch nur noch schlimmer. Wichtig ist es, sich auf die Beine zu stellen, aktiv Gespräche mit der Familie, Bekannten, KollegInnen etc. zu suchen und unter Umständen auch professionelle Hilfe, beispielsweise im Rahmen von Selbsthilfegruppen oder einer psychologischen Beratung, in Anspruch zu nehmen. Das hilft dabei, sich mit der eigenen Person auseinanderzusetzen und sich klar zu werden, warum man überhaupt zum Opfer geworden sein könnte und welche Verhaltensweisen speziell bei SchülerInnen Hass- oder Rachegefühle auslösen.
Was die rechtliche Seite betrifft, fallen viele dieser Vorfälle teilweise in einen juristischen Graubereich. Ob beispielsweise das bloße Filmen von Lehrenden während des Unterrichts erlaubt ist oder nicht, ist rechtlich nicht geklärt. Anders ist die Situation jedoch, wenn es sich dabei um eine „nachteilige Darstellung“ handelt – wenn z.B. Videoaufnahmen oder Fotos so aufgenommen oder zusammen-geschnitten werden, dass eine Lehrkraft damit lächerlich gemacht wird. In diesem Fall gilt das „Recht am eigenen Bild“, das der abgebildeten Person erlaubt, eine Löschung des veröffentlichten Materials zu verlangen (z.B. beim Website-Betreiber). Weitere rechtliche Bestimmungen, die in Zusammenhang mit Cyber-Mobbing wirksam sind, können Sie unter „Was sagt das Gesetz?“ nachlesen.
Doch wie kann Cyber-Mobbing nun effektiv in der Schule bekämpft bzw. verhindert werden? Generell gilt: Ein gutes Schulklima beugt Gewalt vor, deshalb ist es wichtig, am Vertrauensverhältnis zwischen SchülerInnen, Lehrenden und Schulleitung permanent zu arbeiten. Zahlreiche Anregungen für Ihren Unterricht zum Thema Cyber-Mobbing finden Sie in dem klicksafe-Modul zum Lehrerhandbuch „Was tun bei Cyber-Mobbing“.
Empfehlenswert ist in jedem Fall, Cyber-Mobbing klar sichtbar für alle in die Schul- bzw. Hausordnung aufzunehmen oder eine Schulvereinbarung mit klaren Schutzregelungen zu erarbeiten, z.B. in der Schule nur mit Erlaubnis der Beteiligten filmen oder fotografieren zu dürfen. Je transparenter das Thema von Beginn an behandelt wird, desto einfacher fällt es, im konkreten Fall konstruktive Entscheidungen zu treffen.
Ein Tipp: Wenn SchülerInnen aktiv an der Gestaltung mitarbeiten, halten sie sich eher daran!
(Quelle: Saferinternet.at)

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