Sicherheit: Wie schütze ich das Smartphone?

Das Thema Sicherheit in Hinblick auf die Nutzung eines Smartphones hat viele Facetten. Da gibt es zum einen die verschiedenen Sicherheitseinstellungen, die am Gerät selbst vorgenommen werden können. Zum anderen kann das Smartphone auch mittels Programmen, Apps, geschützt werden, die aus dem jeweiligen App-Store geladen werden können. Mehr Informationen hierzu finden sich im klicksafe Themenbereich Apps. Wie die Smartphone-Nutzung von Kindern sicher gestaltet werden kann, wird im Themenbereich Apps unter Apps & Kinder-bzw. Jugendschutz erläutert. Auch das Internet-ABC stellt Eltern hilfreiche Infos für den Einstieg ins Thema bereit: www.internet-abc.de/eltern/handy-internet-jugendschutz.php.

Infografik Handysektor
Quelle: Handysektor

Smartphone Sperrung

Um das Smartphone zu schützen, sollten zunächst die Einstellungen genutzt werden, die am Gerät selbst möglich sind. Dazu gehört, dass das Smartphone per PIN („Persönliche Identifikationsnummer“) und Bildschirmsperre vor fremden Zugriffen geschützt wird. Der PIN schützt die SIM-Karte des Smartphones und damit alle auf ihm befindlichen Daten. Die Bildschirmsperre schützt vor dem fremden Zugriff auf Einstellungen und Anwendungen des Geräts.

Die entsprechenden Einstellungen sind bei iPhones unter den Einstellungsoptionen zu finden: "Einstellungen" → "Allgemein"

iPhone: Bildschirm-Sperre mit Code

In den Einstellungen von Android-Geräten kann man den PIN unter „Einstellungen → Sicherheit" einrichten. Die Bildschirmsperre kann unter „Einstellungen → Bildschirmsperre" aktiviert werden.

Android Screenshots: PIN Sperre, Sperrbildschirm
Android: PIN-Sperre, Sperrbildschirm

Besteht die Möglichkeit eine Zahlenkombination zu wählen, sollte man unbedingt auf gängige Zahlenkombinationen wie z. B. „1234“, „1111“ oder dergleichen verzichtet werden. Zu einfach wäre es Unbefugten, die Kombination zu knacken. Bei einer Mustersperre kann man sich ein eigenes Muster aus verschiedenen vorgegebenen Punkten zusammensetzen, z. B. ein Rechteck, Quadrat oder einen Buchstaben. Aber Vorsicht! Auf dem Touch-Display entstehen im Lauf der Zeit sichtbare Spuren durch Fingerabdrücke. Deshalb sollte das Display regelmäßig gesäubert werden, wenn eine Mustersperre verwendet wird. Generell ist von dieser Art der Sperrung eher abzuraten. Wird das Smartphone mit einem Passwort geschützt, sollte dieses Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen enthalten. Je länger es ist, desto sicherer ist es oft. Das Passwort kann unter http://www.handysektor.de/hacker-sicherheit/sichere-passwoerter.html getestet werden. Neuere Smartphones bieten auch die Option des sog. „FaceUnlock“ – des Enstperrens mittels Gesichtserkennung. Diese Option bietet jedoch wenig Sicherheit, da sie einfach mittels eines Bildes des Besitzers ausgetrickst werden kann.

Tipps & weiterführende Links

  • Die Sicherheitseinstellungen von Handys sind unterschiedlich. Nehmen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind Zeit, sich die Einstellungsmöglichkeiten anzusehen und einzurichten.

  • Machen Sie aber auch deutlich, dass die Inhalte auf dem Handy im Falle eines Verlusts eventuell von Dritten eingesehen werden können.

  • Unter www.klicksafe.de/themen/datenschutz gibt es umfangreiche Tipps rund um den Schutz persönlicher Daten – u. a. wird erklärt, wie sichere Passwörter aussehen sollten und was man bei Passwörtern beachten sollte. Hier kann auch die Downloadbroschüre „Datenschutz im Internet“ heruntergeladen werden.

  • Die klicksafe-Flyer „Datenschutz-Tipps für Eltern“ und „Datenschutz-Tipps für Jugendliche“ liefern wichtige Infos zum Schutz persönlicher Daten: www.klicksafe.de/materialien

Diebstahlschutz

Quelle: Handysektor

Wird das Smartphone gestohlen, sollte man die SIM-Karte (SIM = engl. subscriber identity module) des Geräts bei dem Netzbetreiber unter Angabe der Telefonnummer sperren lassen. Die SIM-Karte dient zur Identifikation des Nutzers, über die auch die Telefonkosten abgerechnet werden. Ist diese Karte gesperrt, kann kein Fremder mehr damit telefonieren und hohe Kosten verursachen. Im Anschluss daran sollte Anzeige bei der Polizei erstattet werden. Hier ist auch die „Seriennummer“ (IMEI-Nummer) des Smartphones anzugeben. Die Nummer findet sich unter dem Akku (so nicht verklebt), auf der Originalverpackung oder der Rechnung zum Handykauf. Schreiben Sie diese auf jeden Fall auf, so dass Sie im Falle eines Handyverlusts schnell griffbereit ist. Die Betriebssysteme Android, iOS und Windows Phone bieten außerdem verschiedene Dienste zum Wiederfinden oder Sperren des Smartphones bei Verlust, z. B. den „Android Geräte-Manager“ von Google oder die „iCloud“ von Apple. Informieren Sie sich dazu beim Handykauf im Shop Ihres Anbieters oder auf den Websites vom Handy-Hersteller oder Anbieter der Betriebssysteme.

Es besteht auch die Möglichkeit, eine „Diebstahlsicherung“ in Form einer Anwendung auf das Smartphone zu laden. Hier kann man z. B. eine Rufnummer angeben, von der das gestohlene oder verlorene Handy „ferngesteuert“ werden kann, beispielsweise alle Funktionen gesperrt oder an die die aktuellen GPS-Daten zur Ortung des Geräts zugesandt werden. Diese Informationen können die Polizei bei der Arbeit unterstützen. Genauere Informationen zu dieser Art des Diebstahlschutzes gibt es hier.

Tipps & weiterführende Links

  • Notieren Sie sich die Seriennummer Ihres Smartphones und verwahren Sie diese griffbereit, damit Sie sie im Falle eines Verlusts schnell zur Hand haben.

  • Richten Sie auf Ihrem Smartphone eine Bildschirmsperre ein.

  • Haben Sie keine App zur „Diebstahlsicherung“ auf Ihrem Smartphone installiert, sperren Sie die SIM-Karte unverzüglich. Ist eine entsprechende App installiert, sollte die SIM-Karten-Sperrung erst erfolgen, wenn Ortung & Fernlöschung der Daten getätigt worden sind. Ansonsten ist Ortung & Fernlöschung nicht mehr möglich.

Quelle: Handysektor

Schutz vor Viren & Malware

Smartphones sind Computer und deshalb auch anfällig für Viren und Malware. Es ist daher ratsam, einen Virenscanner in Form einer App zu installieren. Genaueres über mögliche Anti-Viren-Programme gibt es hier.

Schutz vor Schnüffel-Apps

Oft werden persönliche Daten (Kontakte, aktueller Standort,...) ganz unbemerkt und ungewollt gesammelt und übermittelt. Neben dem Betriebssystem selbst sind dafür auch Anwendungen verantwortlich. Daher ist es ratsam, Anwendungen, die gerade nicht gebraucht werden und aktiv sind, abzuschalten. Auch Bluetooth ist eine Schnittstelle nach „draußen". Über Bluetooth können z.B. Dateien von Handy zu Handy über einige Meter Entfernung getauscht werden, ohne die Geräte über ein Kabel zu verbinden. Auch spezielle Bluetooth-Kopfhörer können kabellos Musik oder Telefonate übertragen. Ist Bluetooth eingeschaltet, steigt die Gefahr, dass andere ungewollt persönliche Daten vom Gerät abrufen. Deshalb sollte man Bluetooth nur einschalten, wenn es tatsächlich benötigt wird. Das gilt auch für die WLAN-Funktion. Hier sollte auch die automatische Einwahl in öffentliche WLAN-Netze deaktiviert sein.

 

Bei iPhones finden sich die entsprechenden Optionen zum einen unter den Einstellungen und außerdem im pull-down Menü auf dem Startbildschirm:

Pull-down Menü eines iPhones

Bei Android-betriebenen Smartphones finden sich die entsprechenden Optionen unter den Einstellungen und außerdem im pull-down Menü auf dem Startbildschirm:

Pull-down Menü eines Android-Smartphones

Bei öffentlichen WLANS ist generell Vorsicht geboten. Meist sind sie ungesichert und ermöglichen es Dritten, die Daten auf den eigenen mobilen Geräten einzusehen. So praktisch es auch scheinen mag: die Nutzung von öffentlichen WLANs sollte nur die Ausnahme sein.

Viele Anwendungen und Betriebssysteme greifen auf den aktuellen Standort zu, woraus sich in der Summe leicht Bewegungsprofile ermitteln lassen. Bei Apps gilt es vor der Installation zu überprüfen, ob sie auf den Standort oder auf andere persönliche Daten, wie z. B. Kontaktdaten oder Kalenderereignisse zugreifen. Apps sollten nicht installiert werden, wenn die Zugriffsrechte, die sie einfordern nicht zu den Funktionen der App passt. Z. B. muss eine Taschenlampen-App nicht das Adressbuch auslesen dürfen.

Mehr zu neugierigen Apps, den Datenschutzproblemen und wie man sich konkret davor schützen kann ist hier zu lesen.

Tipps & weiterführende Links

  • Schauen Sie sich zusammen auf dem Handy Ihres Kindes um: Wo lassen sich die einzelnen Einstellungen, wie WLAN, Bluetooth und GPS-Datenübermittlung ausstellen?

  • Zeigen Sie, wie leicht man aus der Verknüpfung der eigenen Daten und einem Bewegungsprofil Informationen zu einer Person sammeln kann (siehe Linktipps).

  • Als Gesprächseinstieg können Ihnen auch die Info-Broschüren von Handysektor und klicksafe dienen, sowie der Film zum Thema „Bewegungsprofil“ (siehe Linktipps).

  • Besprechen Sie mit Ihrem Kind auch das Thema „Privatsphäre“. Sensible Daten sollten generell nicht auf dem Handy gespeichert sein. Was sind besonders schützenswerte Daten?