Risiken bei Snapchat

Haltbarkeit der Daten

In der Eigendarstellung von Snapchat und in den Medien ist davon die Rede, dass die Bild-und Videodateien nach dem Betrachten automatisch „gelöscht“ werden bzw. diese sich selbst „zerstören“. Tatsächlich werden die Dateien aber nur mit einer anderen Dateiendung versehen, verbleiben auf dem Endgerät und können dann lediglich von einschlägigen Galerie-Apps nicht mehr ausgelesen werden. Mit ein wenig technischem Know-How und Geduld, sind die Dateien in den Ordnern auf dem Endgerät aber wieder auffindbar. Diesen Umstand legt Snapchat, Inc. auch in seinen Richtlinien über den Datenschutz offen: „ … there may be ways to access Snaps … even after they are deleted”.

Abgesehen davon, dass die Bilder und Videos wieder auffindbar sind, ist es zudem auch möglich, Screenshots eines Bildes zu erstellen. Snapchat erschwert das zwar, indem man das Bild auf dem Smartphone berühren muss, während man die Tastenkombination für einen Screenshot drückt. Ein wirkliches Hindernis stellt dieser Umstand aber nicht dar. Wenn von dem Empfänger eines Bildes ein Screenshot gemacht wurde, wird der Sender davon mittels einer kurzen Benachrichtigung in Kenntnis gesetzt. Im iTunes-Store ist außerdem eine App zu finden, sie nennt sich Screenshot Save Pro for Snapchat, die es ermöglicht, alle ungeöffneten Snaps herunterzuladen und auf dem eigenen Gerät zu speichern, ohne dass der Abesender davon in Kenntnis gesetzt wird.

Snapchat und der Datenschutz

Neben den Anmelde- und Verkehrsdaten (z. B. Login-Daten, Gerätinformationen), speichert Snapchat auch die Bild- und Videodateien auf Servern in den USA. Auf diesen Servern verbleiben die Bild- und Videodateien so lange, bis sie vom Empfänger abgerufen werden. Danach werden sie, laut dem Anbieter, von den Servern gelöscht. Das bedeutet, dass der Anbieter auf die noch nicht abgerufenen Bild- und Videodateien problemlos zugreifen kann. Das ist laut Snapchat dann der Fall, wenn es um die Aufklärung von Straftaten geht.