YouTube und die medienpädagogische Praxis

Für die Medienpädagogik bedeutet die Kommerzialisierung YouTubes die Aufgabe des Übermittelns einer kritischen und reflektierten Auseinandersetzung der NutzerInnen mit den Inhalten und Intentionen von YouTube-Videos. Die Jugendlichen werden für (verstecktes) Product Placement und den damit entstehenden Konsumzwang sensibilisiert, sowie über die auf YouTube dargestellten teils unrealistischen Rollenbilder und Schönheitsideale aufgeklärt.

Nicht nur als Konsumentinnen bzw. Konsumenten und Fans der YouTube-Szene werden Jugendliche in der Medienpädagogik betrachtet, auch auf ihre Rolle als Rezipientinnen und Rezipienten, Produzentinnen und Produzenten sowie die der Lernenden geht die Medienpädagogik ein.

Daneben spielen jedoch auch alle weiteren pädagogischen Bereiche eine wichtige Rolle. So sollten auch Eltern und Lehrer versuchen, einen Überblick über die Medien der Jugendlichen zu erhalten. "Während die ältere Generation – selber abends fast bewegungslos auf dem Sofa ihre klassischen Medien konsumiert - von einer auf das Handy starrenden, abwesenden Jugend spricht, sind die Jugendlichen aktiv und erleben sich als Teil einer starken Bewegung. An dieser Stelle gilt es also, nicht die "schlaffen" Körper zu sehen, sondern sich zu informieren, was sie tun, ihre Motive erkunden und sie in ihrem Handeln zu stärken.

Das Annehmen von Gesprächsangeboten öffnet auch Erziehenden die Möglichkeit, die mediale Welt der Kinder und Jugendlichen kennen und verstehen zu lernen sowie über ihre Interessen auf YouTube, ihre YouTube-Stars, aber auch über Probleme und Unklarheiten informiert zu sein und somit eine Unterstützung zu bieten. Nach und nach versuchen Schulen Medien in ihren Unterricht einzubauen und somit die Entwicklung der Medienkompetenz unterstützen zu können.

Für Pädagogen und Eltern kann es äußerst schwierig sein, mit den schnelllebigen Internettrends der Jugend mitzuhalten und auf dem neuesten Stand zu bleiben. Hierfür gibt es jedoch auch spezielle Angebote. Die Medienpädagogik bietet ein breites Spektrum an Weiterbildungsmöglichkeiten, die nicht nur zur Entwicklung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen beiträgt, sondern auch für Eltern, Lehrende, Erziehende sowie Pädagoginnen und Pädagogen sinnvoll ist.

Die Chancen der Plattform

YouTube bietet neben den genannten Schwierigkeiten jedoch auch Chancen in Bezug auf Bildungsinhalte und Medienbildung. Zum einen haben Jugendliche die Möglichkeit Videos über Schul- bzw. Studieninhalte zur Wissenserweiterung zu nutzen und zum anderen gibt YouTube vielen Bereichen (u.a. der Medienpädagogik und der Politik) die Chance, Jugendliche auf eine andere Art zu erreichen. Sei es das Einbinden von YouTube-Stars, interessante und jugendgerecht gestaltete Informationsvideos oder partizipative und produktive Projekte in Verbindung mit der Plattform.

"Unterstützen wir Heranwachsende, indem wir, (Lern-)Räume zur Verfügung stellen in denen sich (junge) Menschen über ihr Medienhandeln austauschen, ihr Wissen weitergeben, voneinander lernen und das eigene Handeln und Ansichten reflektieren lernen.