Datenschutz auf Facebook: Wem gehören meine Daten?

Autoren: Valie Djordjevic und Alexander Wragge

Soziale Netzwerke sammeln Daten – so weit, so gut. Welche das sind und was mit ihnen geschieht, darüber gibt es Gerüchte und Halbwissen. Facebook ist gegenwärtig das meistgenutzte Soziale Netzwerk, deshalb nehmen wir es als Beispiel und stellen dar, welche Daten erhoben werden und was damit passiert.

Das Soziale Netzwerk Facebook polarisiert. Auf der einen Seite lässt sich sein Nutzen kaum bestreiten: Freunde und Bekannte tauschen sich über die Plattform aus, teilen Fotos, Videos und Texte, posten und diskutieren Netzinhalte und verfolgen die Aktivitäten ihrer Verbände, Vereine und Parteien. Selbst mit Freunden, die auf der anderen Seite des Erdballs leben, ermöglicht Facebook den täglichen, unkomplizierten Kontakt. Auf der anderen Seite sorgen sich immer mehr Nutzer, weil sie mit ihren Daten für den kostenlosen Dienst bezahlen.

Facebook steht dabei mit seinen Praktiken nicht allein da – auch andere Soziale Netzwerke nutzen vergleichbare Technologien, sammeln auf ähnliche Weise Daten und veröffentlichen diese. Da es aber das meist genutzte Netzwerk weltweit ist, schauen wir es uns hier exemplarisch genauer an.

Grundsätzlich werden im Netz allgemein sehr viele Nutzer-Daten gesammelt – nicht nur von Facebook. Wenn man E-Mail-Dienste wie web.de oder gmx.net benutzt, gibt man private Daten aus der Hand. Dabei werden zum Beispiel aus den privaten E-Mails Schlagwörter ausgelesen, um personalisierte Werbung zu schalten – ganz abgesehen davon, dass die Betreiber Zugang zur privaten Kommunikation bekommen. Webtracking, das Nachverfolgen des individuellen Surfverhaltens, ist ebenfalls keine Erfindung von Facebook. Sehr viele Webseiten nutzen Webanalytics-Software und setzen Cookies, um zu verfolgen, auf welchen anderen Websites sich Nutzer bewegen und so weiter. Gerade Webtracking ist datenschutzrechtlich höchst problematisch, wird aber in der Öffentlichkeit noch viel zu wenig diskutiert.

Positiv betrachtet, hat sich gerade bei Facebook in den letzten Jahren viel bewegt – auch weil Nutzer sich engagiert haben. Dafür muss man aber wissen, welche Daten gesammelt werden und was damit passiert – dann können Nutzer einen gewissen Druck auf Anbieter aufbauen, die ja darauf angewiesen sind, dass Menschen bei ihnen mitmachen.

Viele Anbieter haben ihren Sitz im Ausland – Facebook hat seine europäische Zentrale zum Beispiel in Irland, wo die Datenschutzbestimmungen weniger streng sind als in Deutschland. Facebook Irland ist zuständig für alle Nutzer außerhalb der USA und Kanada. Deshalb sind europäische Lösungen so wichtig, denn nur dadurch lassen sich Mindeststandards einhalten.

Themenreihe

Das Portal iRights.info und die EU-Initiative klicksafe bieten eine Themenreihe zu verschiedenen Rechtsfragen im Netz an. In regelmäßigen Abständen werden aktuelle Schwerpunktthemen rund um Urheber- oder Persönlichkeitsrechte verständlich aufbereitet und auf beiden Portalen zur Verfügung gestellt.

Kompletter Schwerpunkt "Datenschutz auf Facebook: Wem gehören meine Daten?" als PDF herunterladen.

Nicht alles, was geht, ist auch erlaubt!  - Urheber- und Persönlichkeitsrechte im Internet, Broschüre von klicksafe und iRights.info