Wie gestalten Fans ihre Internetseiten legal?

Autor: Alexander Wragge

Mit Internetseiten, Blogs und Foren huldigen Fans ihren Idolen, Fußballvereinen oder Lieblingscomputerspielen. Doch wer Texte, Musik, Fotos oder Videos im Netz veröffentlicht, verstößt leicht gegen Urheberrechte. Ein Überblick.

Auf der Internetseite „glubbforum.de“ diskutieren Fans des Fußballklubs 1. FC Nürnberg über die Mannschaftsaufstellung, Transfergerüchte, Reisen zu Auswärtsspielen oder die Zukunft des Frankenstadions. Eingefleischten Anhängern fällt auf: Das Vereinswappen oben links in der Ecke ist nicht aktuell, der 1. FC Nürnberg nutzte es in der Bundesligasaison 1968/69. Die Wahl des historischen Symbols liegt nicht an der Nostalgie der Betreiber. Vielmehr haben sich die Macher des Forums dafür entschieden, um möglichen rechtlichen Problemen aus dem Weg zu gehen.

Manche Fanseite – auch Fanzine oder Webzine – genannt, ist schon an rechtlichen Problemen gescheitert. Nach zwölf Jahren machte beispielsweise „Hefleswetzkick“ dicht, eine populäre Fanseite über den VFB Stuttgart. Hefleswetzkick bot Bilder, Texte für Stadiongesänge, Statistiken, Spielberichte, ein Forum – kurz alles, was Fans sich wünschen konnten. Doch am Ende waren die Auseinandersetzungen mit Marken- und Rechteinhabern zu kostenintensiv, begründen die Betreiber die Schließung.

Sobald Fans fremde Fotos, Texte oder Videos zu ihren Lieblingsvereinen, -musikern, -schauspielern, -büchern, -filmen und -spielen im Netz veröffentlichen wollen, stellt sich die Frage: Dürfen sie das? Einfach auf die Toleranz der Rechteinhaber zu hoffen, ist riskant und kann teuer werden. Immer wieder werden Fans abgemahnt, zum Beispiel für die unerlaubte Verwendung von Konzertfotos, Liedtexten oder Screenshots. Neben dem Urheberrecht können auch das Marken-, Persönlichkeits- und Namensrecht berührt sein. Umgekehrt muss nicht alles tatsächlich geschützt sein, wofür Rechteinhaber einen Schutz beanspruchen. Hier kommt es immer auf den Einzelfall an.