Technischer Jugendschutz

Alle modernen Spiele-Geräte bieten Einstellungsmöglichkeiten hinsichtlich des Jugendschutzes, die Eltern nutzen sollten. So lassen sich z. B. nicht altersgerechte Spiele sperren. Besonders beim Spielen via Internet können Kinder und Jugendliche mit problematischen Kontakten konfrontiert werden. Eltern sollten sich daher schon vor der ersten Inbetriebnahme mit den Online-Fähigkeiten auseinandersetzen.

Microsoft Xbox 360

Bei der Xbox 360 gibt es die Möglichkeit, sowohl für die Nutzung der Konsole an sich als auch für das Onlinenetzwerk „Xbox Live“ bestimmte Einschränkungen hinsichtlich des Jugendschutzes vorzunehmen.
Bei den Konsoleneinstellungen gibt es z.B. die Möglichkeit, die Spielzeit in der Woche auf eine bestimmte Zeit zu beschränken oder den Zugriff auf nicht altersgerechte Spiele und Filme zu verweigern. Zur Alterseinstufung der Spiele werden die Alterskennzeichen der USK herangezogen.

Beim Onlinenetzwerk „Xbox Live“ finden Eltern weitere wichtige Einstellungsmöglichkeiten. Hier kann z. B. verhindert werden, dass Jugendliche Werbung für Spiele einsehen können, die nicht ihrem Alter entsprechen. Außerdem lässt sich festlegen, mit wem kommuniziert werden darf (z. B. per Videochat) und ob fremde Nutzer die Freundeslisten der Kinder einsehen können.

PlayStation 3 (PS3)

Auf der PlayStation 3 ist es möglich, den Internetzugang einzuschränken oder Spiele dem Alter des Nutzers entsprechend zu aktivieren. Während andere moderne Spielkonsolen die in Deutschland gesetzlich vorgeschriebenen Alterskennzeichen der USK berücksichtigen, liest die PlayStation 3 die PEGI-Kennzeichen aus. Diese sind allerdings nicht auf allen Datenträgern hinterlegt, weshalb sich Eltern auf alle Fälle ergänzend informieren sollten.

Hilfreich ist die Möglichkeit Minderjährigen ein angepasstes Online-Profil (OnlineID) zu erstellen. So können Eltern vorbeugen, dass ihre Kinder mit problematischen Inhalten oder Kontakten in Berührung kommen. Dazu ist es allerdings notwendig, sich umfangreich mit den Konfigurationsmöglichkeiten der PS3 auseinanderzusetzen.

Nintendo Wii

Auf der Wii können und sollten Eltern das Alter ihrer Kinder festlegen. Einmal eingestellt lassen sich auf der Konsole nur dem Alter entsprechende Spiele starten. Zur Alterseinstufung der Spiele werden die Alterskennzeichen der USK herangezogen. Auch der Internetzugriff der Wii lässt sich über das Menü regeln. So können die Online-Funktionen ganz oder teilweise gesperrt werden. Auch sperrt die Wii bei bestimmter Einstellung ungeeignete Internetinhalte. Solche Filter bieten zwar einen grundlegenden Schutz, dennoch sollten Eltern trotzdem im Blick haben, auf welchen Seiten sich ihre Kinder bewegen.
Bei Spielen im Internet verfolgt Nintendo eine andere Strategie als die Konkurrenten von Microsoft und Sony. In Mehrspielerpartien wird dem Spieler keine Auswahl aller aktuell spielenden Nutzer gegeben, es werden nur jene aufgelistet, die beim Spieler als Freund eingetragen sind. So sollen Kinder und Jugendliche vor problematischen Kontakten geschützt werden.

Nintendo DS

In den Systemeinstellungen können Eltern Sicherheitseinstellungen für den Nintendo DS festlegen. Zum Einen kann die drahtlose Internetverbindung ganz oder teilweise deaktiviert werden. Zum Anderen besteht die Möglichkeit, den Zugriff auf nicht altersgerechte Spiele zu sperren. Hierbei wird die Alterskennzeichnung der USK berücksichtigt.
 
 

PlayStation Portable (PSP)

Eltern haben im System die Möglichkeit festzulegen, in welchem Umfang ihre Kinder auf Filme, Spiele und Musik zurückgreifen können. Besitzt ein Speichermedium eine höhere Kindersicherungsstufe, als die Eltern für die PSP voreingestellt haben, wird der Zugriff gesperrt. Damit diese Einstellungen nicht verändert werden können, sollte ein Passwort gewählt werden, welches durch die Kinder nicht zu umgehen ist. Während andere moderne Spielkonsolen die in Deutschland gesetzlich vorgeschriebenen Alterskennzeichen der USK berücksichtigen, liest die PSP die PEGI-Kennzeichen aus. Diese sind allerdings nicht auf allen Datenträgern hinterlegt, weshalb sich Eltern auf alle Fälle ergänzend informieren sollten.
Insbesondere ist es empfehlenswert, für das Kind ein Profil anzulegen. Hier werden die Informationen festgelegt, die nicht für Jedermann einsehbar sein sollen und außerdem können weitere Einstellungen hinsichtlich des Jugendschutzes getroffen werden.

Handy

Die Jugendschutzmöglichkeiten auf dem Mobiltelefon lassen sich in einem einzigen Artikel kaum zusammenfassen. Zu unterschiedlich sind die Einstellungsmöglichkeiten der verschiedenen Hersteller. Zudem muss jeder für sich selbst definieren, wo beim Handy der Jugendschutz beginnt. Sollen Kinder und Jugendliche vor unbekannten Anrufern geschützt werden? Darf die Handynutzung eine gewisse Zeit nicht überschreiten? Dürfen beim mobilen Surfen nur bestimmte Seiten angewählt werden oder geht es darum, solche Spiele vom Telefon fernzuhalten, die für die eigenen Zöglinge noch nicht geeignet sind? Diese Fragen muss sich jeder selbst beantworten und leider gibt es auch nicht für alle eine befriedigende Lösung. In jedem Fall gilt, dass der Anbieter des Mobilfunkvertrags Fragen zum Vertrag beantworten kann und der Handyhersteller mit Tipps zu den Jugendschutzeinstellungen am Handy zur Seite stehen sollte.

PC

Der PC kann durch Zusatzprogramme von Eltern so konfiguriert werden, dass der Internetzugriff oder der Zugriff auf bestimmte Programme für Kinder nur eingeschränkt möglich ist.

Die aktuellen Windows-Betriebssysteme von Microsoft erlauben einen kontrollierten Zugang auch ohne zusätzliche Anschaffungen. Eine Jugendschutzfunktion erlaubt es Eltern den Computer nur für Spiele bestimmter Kategorien oder USK-Alterseinstufungen freizugeben. Mit dem „Familien-Timer“ können zudem feste Zeitkontingente für die PC-Nutzung eingestellt werden. Auch problematische Internetseiten können auf Wunsch durch Jugendschutz-Filter blockiert werden. Einen Rundumschutz bieten solche Systeme allerdings nie, da oftmals noch nicht erwünschte Seiten aufgerufen werden können. Da sich viele Jugendliche mit dem Computer besser auskennen als ihre Eltern, ist es für sie oft leicht, die Beschränkungen zu überwinden. Somit reichen solche Schutzmaßnahmen nicht aus für eine verantwortungsbewusste Medienerziehung. Dennoch sollten sich Eltern ausführlich mit diesen Möglichkeiten beschäftigen und ggf. in Anspruch nehmen.