Nintendo Switch

Nintendo Switch
Nintendo Switch

Nintendos aktuelle Konsole „Nintendo Switch“ sieht aus wie ein Tablet und verfolgt ein innovatives Hybrid-Konzept. Sie kann sowohl stationär vor dem heimischen Fernseher als auch unterwegs als Handheld genutzt werden. Das namensgebende „switchen“ zwischen den beiden Modi funktioniert dabei folgendermaßen: Nach der mobilen Nutzung wird der Tablet-Controller in die dafür vorgesehene Docking-Station gesteckt und nur wenige Sekunden später erscheint das Bild auf dem TV-Gerät – und umgekehrt. Die Akkudauer beträgt über 3 Stunden und kann eine Bahnfahrt interessanter und spannender gestalten.

Jugendschutz

Nintendo bietet eine Begleit-App für Android und iOS an, die Eltern zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten hinsichtlich der Kontrolle ihrer Kinder erlaubt. Hier kann beispielsweise die maximal zulässige USK-Altersfreigabe festgelegt werden, um Kinder vor möglicherweise entwicklungsbeeinträchtigenden Inhalten zu schützen. Weiterhin lässt sich die Spielzeit je nach Wochentag festlegen. Bei Ablauf erscheint die Nachricht, dass die Spielzeit nun aufgebraucht ist. Hiermit ist es auch möglich, die Online-Features der Konsole auszuwerten, einzuschränken oder komplett zu sperren. Dies betrifft beispielsweise den Nintendo eShop, die Verwendung von Sozialen Netzwerken sowie die Online-Funktionalitäten einzelner Spiele. Und selbst aus der Ferne lässt sich über die App sehen, wann welche Spiele gestartet und wie lange sie genutzt wurden. Hält sich der Nachwuchs nicht an die Medienregeln, kann dies schnell erkannt und die Konsole automatisch abgeschaltet werden. 

Gerade bei (jüngeren) Kindern ist die Verwendung der Jugendschutz-App sinnvoll. Eltern sollten allerdings auch beachten, dass Medienregeln im Laufe des Heranwachsens angepasst werden sollten. Gerade bei Jugendlichen ist ein wöchentliches Spielkontingent meist sinnvoller als rigide, tägliche Vorgaben. Und ab einem gewissen Alter brauchen Jugendliche auch einen Vertrauensvorschuss, damit sie selbstverantwortlich mit den ihnen zur Verfügung stehenden Medien umgehen können. Tipps zu Nutzungsregeln und Regeln sowie zum Thema Digitale Spiele finden sich im klicksafe-Elternbereich.

Steuerung und Technik

Hinsichtlich der Eingabegeräte sind deutliche Unterschiede zu den Konkurrenzgeräten PlayStation 4 von Sony und Xbox One von Microsoft erkennbar. Die eigentliche Konsole ist gleichsam auch ein Tablet mit Touchscreen. Beidseitig hieran befestigt sind zwei abnehmbare Bedienungselemente, die sogenannten „Joy-Con-Controller“. Dank verbauter Beschleunigungssensoren können Bewegungen erkannt und in die virtuelle Umgebung übertragen werden, falls dies vom Spiel unterstützt wird. Die „HD-Rumble-Funktion“ sorgt zudem dafür, dass der Spieler ein haptisches Feedback auf seine Handlungen erfährt. Dies gestaltet sich so sensibel und differenziert, dass sich beispielsweise im Spiel „Ballcount“ durch Neigen und Schütteln des Controllers die Anzahl an Kugeln erfühlen lässt, die scheinbar in einer Kiste herumkullern. Befindet sich die Tablet-Konsole in der Docking-Station, können die Joycon-Controller abgenommen und auf den dazugehörigen „Grip“ aufgesetzt werden (siehe Bild). Nintendo forciert mit dem variablen Konzept das gemeinsame lokale Spielerlebnis. Freunde ohne eigene Switch-Konsole können mit den abnehmbaren Joycons oder einem Pro Controller sofort einsteigen. Weiterhin lassen sich bis zu acht Tablet-Konsolen lokal und kabellos miteinander verbinden. Die Spielekonsole verwendet als Datenträger Cartridges. Alte Spiele für die Wii U oder N3DS sind nicht kompatibel.

Zusatzhardware

Die Tablet-Konsole wird mit dem Dock, zwei Joycons mit Handschlaufen sowie dem Joycon-Grip ausgeliefert. Bei Zusätzen bittet Nintendo die Spieler_innen zur Kasse. Für Fans einer klassischen Steuerung kann ein sogenannter „Pro Controller“ für ca. 70 € hinzugekauft werden. Kostenpunkt für ein Zweierset Joycons, um die Konsole zu viert nutzen zu können, liegt momentan bei ca. 80 €. Außerdem sollte noch eine Micro-SD-Karte gekauft und eingesteckt werden. Denn auch die im Internet erworbenen Spiele müssen gespeichert werden und der etwas dürftige interne Speicher von 30 GB ist bereits mit allerlei Systemfunktionen belegt. (Stand: März 2017)

Onlinefähigkeiten

Moderne Konsolen sind viel mehr als reine Spielgeräte. Gerade die Anbindung an das Internet ermöglicht vielfältige Funktionen, wie zum Beispiel das Browsen im Internet oder die Vernetzung und Kommunikation mit Freunden und Spielgefährten. Nintendos hauseigene Sozial-Plattform "Miiverse" wird es hier allerdings nicht mehr geben, an dessen Stelle treten die herkömmlichen Apps wie Facebook, Twitter, Instagram & Co. Wie auch bei anderen Geräten wie Smartphones, Tablets oder Spielkonsolen üblich, können auch bei der Switch Spiele oder andere Inhalte digital erworben sowie Bewertungen und Informationen zu den Produkten gelesen und verfasst werden. Hierzu dient der hauseigene „eShop“. Und was wäre eine moderne Konsole, ohne die Möglichkeit gegeneinander über das Internet antreten zu können? Für diese Online-Funktion fallen allerdings schon bald Abonnement-Gebühren an. In welcher Höhe diese zu Buche schlagen und ob Spieler_innen Zugriff auf kostenfreie Spiele oder exklusive Inhalte erhalten, steht momentan noch nicht fest.

Fazit

Die Nintendo Switch muss im Alltag beweisen, ob die innovative Mischung aus stationärer Konsole und mobilem Handheld auch tatsächlich von der Kundschaft angenommen wird. Vor dem heimischen Bildschirm steht sie mit den technisch stärkeren Geräten PlayStation 4 und Xbox One in direkter Konkurrenz. Und unterwegs muss sie sich gegen die Flut an Smartphones behaupten. Denn die meisten Kinder und Jugendliche besitzen bereits ein solches mobiles Gerät zum Spielen. Über den Erfolg der Konsole entscheidet letztlich auch das Spieleangebot. Denn während viele Smartphone-Spiele nur eine leichte Kost für Zwischendurch bescheren, kann Nintendo mit umfangreichen (und oft auch vergleichsweise hochpreisigen) Angeboten und bekannten Marken wie Mario, Zelda und Pokémon punkten. Und wie bei dem Hersteller üblich, ist dieses insbesondere für Kinder und Familien interessant. Zum Start ist das Spieleangebot allerdings noch etwas beschränkt (Stand März 2017).