Was ist Jugendmedienschutz?

Kinder und Jugendliche wachsen heute wie selbstverständlich mit digitalen Medien auf. Doch nicht alles, was es dort zu sehen und zu erleben gibt, ist für sie geeignet. Die zentrale Aufgabe des Jugendmedienschutzes besteht darin, Minderjährige vor bestimmten Einflüssen aus der Erwachsenenwelt zu schützen, die für ihren Entwicklungsstand nicht geeignet sind oder die sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung beeinträchtigen oder gar schädigen könnten.

Jugendmedienschutz in Deutschland stützt sich auf drei Säulen und verfolgt die Absicht:

  • Gefährdungen noch vor ihrer Entstehung zu verhindern (struktureller Jugendschutz),
  • über Gefahren aufzuklären und vorbeugende Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen (erzieherischer Jugendschutz),
  • den Umgang mit Gefährdungen zu regeln (gesetzlicher Jugendschutz).

Im Bereich der digitalen Spiele folgt der Jugendmedienschutz dem Prinzip der „regulierten Selbstregulierung“. Der Staat schafft dabei die rechtlichen Rahmenbedingungen und die freiwilligen Selbstkontrolleinrichtungen sorgen für die praktische Anwendung der gesetzlichen Regeln. Für deren Umsetzung sind jedoch die Anbieter von digitalen Spielen selbst zuständig. Diese Prozedur soll insgesamt die Eigenverantwortung der Industrie stärken.

Rechtliche Grundlagen
Der Schutz von Minderjährigen vor problematischen Medieninhalten ist in zwei Gesetzen geregelt:

Was sind Trägermedien?

Trägermedien sind – wie es der Name schon sagt - alle materiell „greifbaren“ Medien wie z. B. CD-ROMs, USB-Sticks, DVDs, etc.

Was sind Telemedien?

Telemedien sind materiell nicht „greifbare“ Medien wie eine Radiosendung oder auch eine Internetseite. Im Bereich der digitalen Spiele zählen hierzu z. B. Handyspiele oder im Internet verfügbare Browser-Spiele, falls diese nicht als auf einem Datenträger (Trägermedium) als Verkaufsversion angeboten werden. Zentrale Aufsichtsstelle für Telemedien in Deutschland ist die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM). Für die meisten Spiele im Internet gibt es momentan noch keine Alterskennzeichnung, weshalb es für Eltern schwierig ist, deren Inhalte einzuschätzen. Dieser Problemlage versucht ein Neuentwurf des Jugendmedienschutz-Staatsvertrag der Länder (JMStV) entgegenzuwirken.

Überprüfung

Alle digitalen Spielen, die in Deutschland auf einem Datenträger angeboten werden, müssen vorab von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) geprüft und mit einem Alterskennzeichnung versehen werden. Zusätzlich werden Trägermedien von der Pan European Game Information (PEGI) und der International Age Rating Coalition (IARC) gekennzeichnet.

Technischen Möglichkeiten zum Jugendschutz

Alle modernen Spiele-Geräte bieten Einstellungsmöglichkeiten hinsichtlich des Jugendschutzes, die Eltern nutzen sollten. So lassen sich z. B. nicht altersgerechte Spiele sperren. Besonders beim Spielen via Internet können Kinder und Jugendliche mit problematischen Kontakten konfrontiert werden. Eltern sollten sich daher schon vor der ersten Inbetriebnahme mit den Online-Fähigkeiten auseinandersetzen.