Augmented Reality Games

Der englische Begriff „Augmented Reality“ heißt übersetzt „Erweiterte Realität“ und beschreibt eine Technik, die eine reale Umgebung um virtuelle Objekte, wie z. B. Bilder, Videoclips oder anderweitige Informationen ergänzt. So können Designer per Internet gemeinschaftlich an einem 3D-Modell arbeiten, Katastrophenhelfer profitieren hingegen von der Darstellung von Gefahrenzonen eines Geländes sowie der Angabe der jeweiligen Entfernung, Medizinern werden Operationen durch die Darstellung nicht sichtbarer Elemente erleichtert. Auch im Alltag hat diese Technik bereits Einzug gehalten. Beispiel hierfür sind mobile Reiseführer für das Handy mit integrierter Kamera und GPS, einem satellitengestütztem System zur Bestimmung der eigenen Position. Wird das Mobiltelefon auf ein Gebäude gerichtet, erscheinen auf dem Bildschirm zusätzliche Informationen. In diesem Zuge werden auch die Grenzen herkömmlicher digitaler Spiele überwunden und neue, erweiterte Formen von Spielen kreiert. Was sich kompliziert anhört, findet in der Praxis immer mehr Zuspruch.

In "Eyepet" wird der eigene Bildschirm zum Spiegel dieser neuen Realität. Er zeigt in einer technisch beeindruckenden Illusion, wie ein Wesen, das äußerlich am ehesten an das aus den 80ern bekannte Monchichi erinnert, um die eigenen Füße herumtapst. Vom Verhalten her gleicht dieses Geschöpf einem jungen Hund oder einer jungen Katze. Neugierig jagt es jedem äußeren Reiz hinterher. So springt es z.B. nach den Fingern des Spielers und will mit ihnen Fangen spielen. Auf der anderen Seite kann man aber auch selbst zum Jäger werden und den kleinen Racker über den Bildschirm scheuchen. Dazu ist kein Touchscreen vonnöten, man interagiert stets mit der Luft bzw. seinem eigenen abgefilmten Spiegelbild. Die Bewegungserkennung arbeitet dabei aber so präzise, dass virtuelle Berührungen möglich werden. Ahmt der Spieler z.B. Streichelbewegungen nach, so schnurrt das "Eyepet" zufrieden, dreht sich nach kurzer Zeit auf den Rücken und verlangt schließlich sogar, dass man ihm den Bauch krault.

Ein anderes Beispiel für diese Spielform ist das Memory „levelHead“ von Julian Oliver, in dem die Spieloberfläche einen Würfel darstellt, den die Spielenden „real“ in Händen halten. Eine Kamera überträgt das Bild des Würfels auf einen Bildschirm. Dort werden auf jede Seite des Würfels Räume projiziert, welche miteinander verbunden sind. In einem dieser Räume befindet sich die Spielfigur auf der Suche nach dem Ausgang. Sie bewegt sich durch Drehen und Kippen des Würfels von Raum zu Raum.

Vermehrt werden solche Spiele auch für moderne Handys (Smartphones wie das Iphone) entwickelt, da sich diese durch ihre Portabilität, die Internetverbindung, das eingebaute GPS und die Kamera besonders gut eignen.