So suchen Kinder und Jugendliche

Das Internet bietet viel Potential für Kinder und Jugendliche. Es ist allerdings in erster Linie ein Medium, das von Erwachsenen für Erwachsene entwickelt wurde. Die Belange von Kindern und Jugendlichen werden erst seit einigen Jahren verstärkt thematisiert. Kinder verbringen immer mehr Zeit mit der Nutzung von Videoplattformen, Sozialen Netzwerken und Unterhaltungsseiten. Bereits Kinder müssen daher lernen, mit dem Medium kompetent umzugehen, um einerseits die Potentiale von Onlineangeboten für sich nutzen, gleichzeitig jedoch die Risiken und Schwächen einschätzen zu können. Eine besondere Bedeutung haben dabei Suchmaschinen, denn sie sind ein wichtiges Tor zur Internetwelt. Das Suchen nach Informationen im Internet muss dabei genau so erlernt werden wie das Finden von Informationen in Lexika oder anderen Nachschlagewerken. Diese Bildungsaufgabe gehört in den Aufgabenkatalog der Schule.

Grundsätzlich suchen Kinder meist abhängig von aktuellen Anlässen oder Ereignissen. Im Sommer wird nach anderen Themen als im Winter gesucht, während einer Fußball-Weltmeisterschaft nach anderen Themen als zu Weihnachten.

Unter den am häufigsten abgefragten Begriffen befinden sich bei fragFINN „Spiele“, „Chat“ und „Sex“. Oft kennen Kinder aber auch schon bestimmte Internetseiten, die von ihren Freunden, ihrer Familie oder in der Schule empfohlen wurden, oder die aus anderen Medien wie dem Fernsehen oder dem Lieblingsmagazin bekannt sind.

Suchmaschinen werden zwar in Schule und Freizeit gleichermaßen genutzt, doch sind die Rahmenbedingungen verschieden. Wollen Kinder nachmittags (nach den Hausaufgaben) und am Wochenende vor allem chatten und spielen, so suchen sie in der Schule nach Antworten auf Fragen, die sich aus dem Unterricht ergeben, wollen gewonnene Informationen vertiefen oder das erworbene Wissen in Übungen, Rätseln und Spielen anwenden.

Auch im Übergang zum Jugendalter kommt Suchmaschinen eine besondere Bedeutung zu. Kindersuchmaschinen verlieren bei älteren Kindern und Teenagern rasch an Attraktivität und damit an Akzeptanz, und es sind dann die „großen“ Suchmaschinen wie Google, Bing oder Yahoo, die genutzt werden. Dabei ist es nicht mehr nur die klassische Websuche, auch Videosuchmaschinen wie YouTube sind insbesondere bei Jugendlichen stark auf dem Vormarsch, wenn es darum geht, Inhalte aufzufinden. Der Suchindex bei den Erwachsenensuchmaschinen ist nicht eingeschränkt auf für Kinder Geeignetes und führt Kinder und Jugendliche damit in die ungeschönte und grenzenlose Vielfalt des Internets, sofern seitens der Eltern kein Sicherheitsfilter aktiviert wurde.

Filter

Bei allen Suchmaschinen besteht die Möglichkeit, einen Sicherheitsfilter einzurichten (der bei Google und Bing SafeSearch und bei Yahoo Familienfilter genannt wird). Hierdurch soll verhindert werden, dass Inhalte in den Suchergebnissen angezeigt werden, mit denen Nutzer ihre Kinder nicht konfrontiert sehen möchten. Alle großen Suchmaschinen bieten einen dreistufigen Filter an: anstößige Texte, Bilder/Videos filtern - anstößige Bilder/Videos filtern - Suchergebnisse nicht filtern. Aber Achtung: Die Einstellungen der Filter können leicht rückgängig gemacht werden. Erst wenn man sich einen persönlichen Account bei der jeweiligen Suchmaschine zulegt, können die Filtereinstellungen fixiert werden. Beim Anlegen eines persönlichen Accounts müssen allerdings persönliche Daten eingegeben werden.

Die Filter der Suchmaschinen vertrauen primär auf Algorithmen. Da kein Filter perfekt ist, sollten nicht jugendfreie Inhalte, die trotz Sicherheitseinstellungen angezeigt werden, bei den Suchmaschinen gemeldet werden, damit sie ihre Filtereinstellung verbessern können. Diese Meldung kann über eine Eingabemaske geschehen oder über die Kontaktaufnahme mit dem Jugendschutzbeauftragten, den jeder Suchmaschinenbetreiber per Gesetz bestellt haben muss (und dessen E-Mail-Adresse im Impressum des jeweiligen Suchmaschinenanbieters zu finden ist).

Kindersuchmaschinen - Der sichere Einstieg ins Netz

Für jüngere Kinder ist es besonders wichtig, kindgerechte Internetseiten schnell zu finden und innerhalb gesicherter Surfräume positive Erfahrungen mit dem Internet machen zu können. Kindgerecht ist eine Website, wenn Kinder sich gut auf ihr zurechtfinden und sie die Inhalte verstehen und einordnen können.


Konkret gehören dazu

  • eine einfache Navigation
  • eine kindgerechte Sprache und
  • eine sinnvolle Kombination multimedialer Elemente, wie Text, Audio und Video.

Darüber stehen jedoch noch andere Kriterien. Insbesondere sollten kindgerechte Internetseiten

  • die Sicherheit der Kinder beim Daten- und Jugendschutz sicherstellen, also beispielsweise im Falle der Erhebung von Daten eine bewusste Auseinandersetzung mit den Daten gewährleisten und Kinder im Umgang mit ihren Daten sensibilisieren,
  • den Grundsatz der Datensparsamkeit einhalten und
  • keine entwicklungsbeeinträchtigenden, gewaltverherrlichenden Inhalte darstellen. Schon die tagesaktuelle Berichterstattung aus Kriegs- und Krisengebieten kann Kinder ängstigen, wenn sie nicht in kindgerechter Form vermittelt wird. Drastisches Bildmaterial kann von vielen Kindern nicht eingeordnet und verstanden werden.

Damit Kinder auf für sie geeigneten Seiten surfen, benötigen sie sichere Startseiten. Diesen sicheren Einstieg in das Internet bieten Kindersuchmaschinen, bei denen der Suchindex ausschließlich aus kindgerechten Seiten besteht, die vorab von Redakteuren geprüft wurden. Kinder können dort das Suchen nach Informationen im Internet in einem geschützten Bereich einüben. Im deutschsprachigen Raum gibt es mehrere Suchmaschinen für Kinder, allen voran fragFINN (www.fragFINN.de), Blinde Kuh (www.blinde-kuh.de) und Helles Köpfchen (www.helles-koepfchen.de).
Sie sind insbesondere für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren zu empfehlen, danach wollen Kinder oft von sich aus auf die Erwachsenensuchmaschinen wechseln. Es empfiehlt sich dann, diese Suchmaschinen so einzustellen, dass nicht kindgerechte Inhalte ausgefiltert werden (siehe Kasten „Filter“ sowie Kapitel „Suchmaschinenfilter“)