Jugendschutzprogramme für Tablets und Smartphones

Um Kinder vor beeinträchtigenden und gefährdenden Inhalten im Internet zu schützen, können Eltern Sicherheitseinstellungen an den mobilen Geräten selbst vornehmen. Auf der Website der Initiative SCHAU HIN! befinde sich nützliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Android-Smartphones und iOS-Smartphones und Tablets.

Bislang gibt es noch kein von der KJM anerkanntes Filterprogramm für mobile Endgeräte. Auf dem Markt gibt es aber bereits verschiedene Jugendschutz-Apps. Exemplarisch stellen wir hier zwei bedienerfreundliche und gut funktionierende Jugendschutz-Apps vor, welche kostenfrei zum Download angeboten werden. Neben Filter-Apps bietet der neue KinderServer des BMFSFJ, der ebenfalls kostenlos erhältlich ist, eine weitere Schutzmöglichkeit für das Surfen mit mobilen Geräten.

Für Familien mit mehreren Geräten oder Kinder- und Jugendeinrichtungen sind Router-Versionen von Filterprogrammen eine interessante Lösung. Damit werden alle am WLAN angemeldeten Geräte (PC, Tablet-PC, Smartphones) entsprechend der Nutzereinstellung gefiltert. Allerdings reicht diese Lösung nicht aus, wenn die Kinder, auch außerhalb des heimischen WLAN – Netzes (über Hotspots, etc.) im Internet surfen. Hier sollten besser Filterprogramme direkt auf das Tablet oder das Smartphone des Kindes installiert werden. Derzeit gibt es im Bereich der routerbasierten Filterung mit dem Jugendschutzrouter Surf Sitter Plug & Play ein von der KJM anerkanntes Filtersystem.

Jugendschutzprogramm SURF SITTER Plug & Play der Cybits AG

Das auf einem WLAN-Router aufsetzende Jugendschutzprogramm SURF SITTER Plug & Play der Cybits AG ist als Gesamtlösung zum Schutz einer Familie oder einer Gruppe von Benutzern (z. B. in Kindergärten, Schulen und Jugendeinrichtungen) konzipiert. Alle Benutzer, deren internetfähigen Geräte über diesen Router ins Internet gelangen, können – je nach Einstellung – geschützt werden. Für Eltern ist über den Router aber auch ungeschütztes Surfen möglich. Damit entfällt die gerätespezifische Konfiguration von PC, Notebooks, Spielekonsolen, Internet-Fernsehen und Tablet-PC.

Vodafone Child Protect (Vodafone & JusProg e.V.)

"Vodafone Child Protect" ist eine in Kooperation mit JusProg e.V. entwickelte Jugendschutz-App für Smartphones mit dem Betriebssystem Android. Sie enthält umfangreiche Schutzmöglichkeiten und kann kostenlos im Google Playstore heruntergeladen werden. Die App arbeitet zum Einen mit einer integrierten Positivliste, bestehend aus den geprüften Webseiten der Kindersuchmaschine fragFinn. Dieses Prinzip bietet sich für jüngere Kinder an, welche nur auf diesen ausgesuchten Seiten surfen sollten. Zum Anderen verwendet die App die Negativliste des JusProg-Jugendschutzprogramms und blockiert damit ungeeignete Webseiten. Mit „Vodafone Child Protect“ sind für beinahe alle Anwendungen (BlueTooth, WhatsApp, Facebook, Google Play, WLAN, etc.) Zugangs- und Zeitbegrenzungen möglich. Außerdem können verschiedene Altersabstufungen (0, 6, 12, 16 Jahre) eingestellt und mit der Anti-Mobbing-Funktion Kontakte blockiert werden.

Zurzeit ist die App nur auf Geräten (Smartphones) mit eingelegter SIM-Karte installierbar.

Surfgarten (Deutsche Telekom)

Die Jugendschutz-App „Surfgarten“ der Deutschen Telekom ist kostenlos für mobile Geräte mit dem Betriebssystem iOS (iPhone, iPod Touch und iPad ab iOS-Version 5.0) verfügbar. Sie bietet differenzierte Schutzfunktionen für verschiedene Altersgruppen (0-5; 6-11; 12-15; 16-17; ohne Altersbeschränkung). Kinder bis 12 Jahre surfen nur auf Seiten, welche in der fragFinn-Positivliste enthalten sind. Jugendliche ab 12 Jahren werden mithilfe des IBM-Kategorien-Filters vor ungeeigneten Webangeboten geschützt. Außerdem wird das BPJM-Modul der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien verwendet, welches von der Bundesprüfstelle indizierte Webseiten herausfiltert. Schließlich wertet die App Altersklassifizierungen der Seitenanbieter im Quellcode von Webseiten aus. Auch individuelle Positiv- und Negativlisten sind einstellbar, so dass Eltern gezielt Internetseiten freischalten oder sperren lassen können. Zudem haben Eltern die Möglichkeit, die Nutzungszeiten ihrer Kinder festzulegen.

KinderServer (BMFSFJ)

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bietet einen neuen KinderServer an, der sowohl PCs als auch mobile Geräte wie Tablets und Smartphones mit wenig Aufwand in einen sicheren Surfmodus schaltet. Hierbei verwendet der KinderServer die Positivliste der Kindersuchmaschine fragFINN.de, die URLs der Kindersuchmaschine Blinde Kuh und alle Websites des Seitenstark-Verbundes. Neben diesen geprüften Kinderseiten, werden Webangebote mit passender Alterskennzeichnung im Quellcode der Seite angezeigt. Da der KinderServer nicht zusätzlich mit einer Negativliste filtert, eignet er sich nur für jüngere Kinder bis 12 Jahre. Außerhalb des geschützten Surfraums können die jungen Nutzer keine Internetseiten besuchen. Es erscheint dann die Meldung, dass die aufgerufene Seite nicht zugänglich ist. Eltern können die vorgegeben Positivlisten ergänzen, indem sie nach Eingabe Ihres Elternpasswortes weitere Internetseiten freischalten. Weitere Möglichkeiten für Eltern wie Zeit- und Anwendungsbegrenzung bietet der KinderServer nicht.

klicksafe - Tipp

Filter können die elterliche Aufsichtspflicht nicht ersetzen!

Sie bieten eine sinnvolle Unterstützung, aber keine 100%ige Sicherheit.

Eine verantwortungsvolle Begleitperson ist besonders für jüngere Kinder der beste Schutz und Filter.

Text in Zusammenarbeit mit
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Der App-Check: Was man bei Apps alles beachten muss ...

Informationen zur Initiative "sicher online gehen"

Hier können Sie den Flyer der Initiative "sicher online gehen" herunterladen.

Hier können Sie den Flyer der KJM "Anerkannte Jugendschutzprogramme" herunterladen.

ajs

Merkblatt der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW "App Report" (Stand August 2014)