Kindersicherung unter Windows aktivieren und einrichten

Mit der Systemeinstellung Jugendschutz den Computer für Kinder sichern

Windows 7 ist von Hause aus mit einer Kindersicherung ausgerüstet, die unter dem Namen „Jugendschutz“ in der Systemsteuerung aktiviert werden kann. So können Sie die Verwendung des Computers einschränken und für Kinder sicherer machen. Sie können festlegen, wann und wie oft Ihr Kind den Computer verwenden und welche Programme oder Spiele es dabei ausführen darf.

Jugendschutz - die Kindersicherung an Bord

Grundsätzlich bietet Windows 7 zwei Möglichkeiten zur Kindersicherung an: Die integrierte Kindersicherung „Jugendschutz“ und den Online-Dienst „Windows Live Family Safety“. Wir stellen Ihnen in dieser Anleitung vor, wie Sie die Nutzung des Computers mit Hilfe der „Jugendschutz“-Einstellungen für Ihre Kinder einschränken können.

Beachten Sie bitte, dass die wichtigste Voraussetzung für eine sichere Computernutzung ein sicher eingerichteter Computer ist. Wenn der Computer (Ihres Kindes) voller Schadsoftware ist, läuft Ihr Kind Gefahr, auf nicht kindgerechten Webseiten zu landen, oder im Internet persönliche Daten zu offenbaren.

Weiterführende Informationen: Viren & andere Angreifer

Jugendschutz für Benutzer aktivieren

Vor der Aktivierung des Jugendschutzes müssen Sie als Administrator für Ihr Kind ein Standard-Benutzerkonto eingerichtet haben. Anschließend können Sie dann für dieses Konto den Jugendschutz aktivieren.

Aktivieren und einrichten können Sie den Jugendschutz dann, indem Sie über das Startmenü die „Systemsteuerung“ aufrufen. In der Systemsteuerung wählen Sie den Menüpunkt „Benutzerkonten und Jugendschutz“ aus. Dort klicken Sie auf die Unterkategorie „Jugendschutz für beliebige Benutzer einrichten“. Wählen Sie jetzt das Benutzerkonto Ihres Kindes durch einen Doppelklick aus. Um den Jugendschutz für das Benutzerkonto Ihres Kindes zu aktivieren, wählen Sie die Option „Ein – Einstellung erzwingen“.

Den Jugendschutz für Ihr Kind anpassen

Nachdem Sie den Jugendschutz aktiviert haben, können Sie die verschiedenen Funktionen Ihren Vorstellungen entsprechend anpassen. Der Jugendschutz von Windows 7 bietet Ihnen drei verschiedene Arten von Einschränkungsmöglichkeiten, die Sie beliebig miteinander kombinieren können:

  • Zeitlimits - Hier können Sie festlegen, wann und wie lange Ihr Kind den Computer nutzen darf.
     

  • Spiele - Hier können Sie einfach und schnell festlegen, welche Spiele Ihr Kind spielen darf.
     

  • Programm - Hier können Sie die Programme auswählen, die Ihr Kind auf diesem Computer benutzen darf. Da auch Spiele Programme sind, können Sie die Spiele alternativ auch hier festlegen.

Auf der rechten Seite des Fensters sehen Sie jeweils eine Zusammenfassung der von Ihnen ausgewählten Einstellungen. Wenn Sie noch keine Einstellungen vorgenommen haben, steht bei allen drei Kategorien jeweils die Einstellung „Aus“.

Einstellung: Zeitlimits

Im Menü „Zeitlimits“ können Sie für jeden Tag stundengenau festlegen, wann sich Ihr Kind mit seinem Benutzerkonto am Computer anmelden darf. Zu den von Ihnen festgelegten Ruhezeiten ist der Computer dann für das Kind blockiert. So können Sie Nachtruhezeiten durchsetzen und diese auch für jeden Wochentag extra festlegen. Markieren Sie dazu die entsprechenden Kästchen für die Zeiten, zu denen der Computer blockiert sein soll. Sobald Sie die Kästchen markiert haben, werden diese blau. Das bedeutet, dass das Benutzerkonto zu dieser Zeit blockiert ist.

Wenn Sie hier keine Einschränkungen vornehmen, kann Ihr Kind sich zu jeder Tag- und Nachtzeit mit seinem Benutzerkonto anmelden. Das können Sie daran erkennen, dass alle Kästchen in der Übersicht weiß sind.

Viele Kinder haben jedoch Zugang zu einem weiteren Benutzerkonto, weil sie beispielsweise Passwörter anderer Benutzerkonten kennen oder das Gastkonto auf dem Computer aktiviert ist. In diesem Fall ist eine Einschränkung des Kinder-Benutzerkontos weitgehend wirkungslos, da das Kind ganz einfach ein anderes Benutzerkonto nutzen kann, das nicht eingeschränkt ist.

Einstellung: Spiele

Unter „Spiele“ können Sie zunächst ganz grundsätzlich festlegen, ob Ihr Kind an diesem Computer spielen darf oder nicht. In den Menüs, die Sie unter dieser grundsätzlichen Einstellung finden, können Sie zusätzlich festlegen, welche Spiele gespielt werden dürfen.

Altersgebundene Spielefreigabe

Hier gibt es zwei verschiedene Einschränkungsmöglichkeiten, die Sie auch beide miteinander kombinieren können. Unter „Spielefreigaben festlegen“ können Sie bestimmen, dass sämtliche Spiele, die Ihr Kind spielen darf, für eine bestimmte Altersgruppe freigegeben sein müssen. Spiele ohne eine Altersfreigabe oder Spiele, die nicht in diese Altersfreigabe fallen, werden dann blockiert. Sie können zwischen der Altersfreigabe ab 6 Jahre, ab 12, 16 oder 18 Jahre entscheiden.

Die Altersfreigabe wird von der „Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle“ (USK) festgelegt. Die USK ist die freiwillige Selbstkontrolle der Computerspielewirtschaft und für die Prüfung von Computerspielen verantwortlich.

Wenn Sie beispielsweise die Altersfreigabe ab 6 Jahre wählen, kann Ihr Kind nur die Spiele benutzen, die von der USK als „für Sechsjährige geeignet“ eingestuft wurden. In diesem Fall werden Spiele, die von der USK nicht begutachtet wurden und somit keine Einstufung haben, für Ihr Kind blockiert. Spiele, die mit der Altersfreigabe „ab 12 Jahre“ gekennzeichnet sind, sind in diesem Fall ebenso blockiert.

Einzelne Spiele erlauben oder verbieten

Im zweiten Menü „Bestimmte Spiele zulassen oder blockieren“ können Sie einzelne Spiele alternativ oder zusätzlich freigeben oder blockieren. Wenn beispielsweise unter den Spielen für Sechsjährige konkrete Spiele dabei sind, die sie nicht für Ihr Kind angemessen finden, können Sie diese Spiele zusätzlich blockieren, auch wenn die Altersbeschränkung den von Ihnen angegebenen Kriterien entspricht.

Wenn Sie dem Link „Bestimmte Spiele zulassen oder blockieren“ folgen, sehen Sie eine Liste sämtlicher, installierter Spiele und können für jedes dieser Spiele zwischen drei Optionen auswählen: „Immer zulassen“, „immer blockieren“ oder „Benutzerfreigabe“.

  •  „Immer zulassen“ bedeutet, dass diese Spiele immer zugelassen werden, also von Ihrem Kind gespielt werden dürfen – egal ob das Spiel in eine von Ihnen beschränkte Altersfreigabe fällt oder nicht.
     

  • Wenn Sie „Immer blockieren“ auswählen, darf Ihr Kind dieses Spiel nicht spielen – ebenfalls unabhängig davon, ob es von der festgelegten Altersfreigabe her erlaubt wäre.
     

  • Wenn Sie die Voreinstellung „Benutzerfreigabe“ ausgewählt lassen, dann entscheidet ausschließlich die von Ihnen gewählte Altersbeschränkung darüber, ob Ihr Kind das Spiel spielen darf oder nicht. Haben Sie keine Altersbeschränkung eingestellt, ist das Spiel für Ihr Kind verfügbar.

Vergessen Sie nicht Ihre jeweilige Auswahl am Ende mit einem Klick auf „OK“ zu bestätigen.

Versucht Ihr Kind ein nicht erlaubtes Spiel zu installieren, wird es eine Fehlermeldung von Windows 7 erhalten, wenn dieses Spiel von Ihnen vorher nicht freigegeben ist. Sollte Ihr Kind jedoch eine Version eines Spiels besitzen, das direkt von einem mobilen Datenträger wie CD, DVD oder einem USB-Stick aus gespielt werden kann, kann die von Ihnen bestimmte Einschränkung mit großer Wahrscheinlichkeit umgangen werden.

Jetzt befinden Sie sich wieder im Menü „Spielesteuerung“. Wenn Sie die Einstellungen hier abgeschlossen und mit „OK“ bestätigt haben, kommen Sie automatisch zurück in das Hauptmenü „Benutzersteuerung“, in dem Sie die weiteren Jugendschutzeinstellungen vornehmen können.

Neben Spielen können Sie jetzt die Nutzung einzelner Programme für Ihr Kind sperren oder erlauben, indem Sie auf die Programmauswahl unter „Bestimmte Programme zulassen oder blockieren“ klicken, die Sie zum Menü „Anwendungseinschränkungen“ bringt.

Einstellung: Anwendungseinschränkungen

In diesem Menü können Sie festlegen, ob Ihr Kind alle Programme benutzen darf, die auf dem Computer installiert sind, oder nur die von Ihnen ausgewählten Programme. Wenn Sie die Option „Benutzer darf nur die zugelassenen Programme verwenden“ wählen, können Sie in der Liste im Fenster darunter mit einem einfachen Klick bestimmen, welche Programme Ihr Kind benutzen darf.

Da auch Spiele Programme sind, erscheinen alle auf dem Computer installierten Spiele in der Liste der Programme erneut. Allerdings bestehen Spiele oftmals aus unterschiedlichsten einzelnen Programmkomponenten, so dass sich hier leicht der Überblick verlieren lässt. Wenn Sie also einzelne Spiele erlauben oder verbieten wollen, empfehlen wir, die Spiele-Einschränkungen oder Ausnahmen im Menü „Spiele“ vorzunehmen. Wenn Sie den Computer allerdings für eine sehr eingeschränkte Benutzung einrichten wollen, können Sie hier, in der „Anwendungssteuerung“, einfach nur die erwünschten Programme erlauben. Wollen Sie den Computer beispielsweise so einrichten, dass Ihr Kind lediglich den Webbrowser und das Schreibprogramm nutzen darf, wählen Sie aus der Liste der Programme nur einen Webbrowser und das gewünschte Schreibprogramm aus.

Grenzen der Kindersicherung

Wenn Ihr Kind sehr an digitalen Medien interessiert ist und Sie beispielsweise das Ansehen von bestimmten Filmen verhindern wollen, sollten Sie den Computer über das Menü „Anwendungseinschränkungen“ kontrollieren. Dieses Verfahren ist aufwendig, weil Sie jedes einzelne Programm und alle dazugehörigen Komponenten einzeln zur Nutzung zulassen müssen.

Möchten Sie beispielsweise verhindern, dass Ihr Kind für Erwachsene gedachte Filme auf DVDs ansieht, müssen Sie alle entsprechenden Abspielprogramme verbieten. Das hat allerdings den Nachteil, dass Ihr Kind auch keine Kinderfilme mehr ansehen kann. Ein ähnliches Problem kann bei der Nutzung des Webbrowsers entstehen. Sollte Ihr Kind auf die Idee kommen, im Webbrowser Filme anzusehen, können Sie das mit der Kindersicherung „Jugendschutz“ von Windows 7 nur einschränken, indem Sie jeden Zugang zu Webbrowsern verbieten.

Wenn Sie solchen Anforderungen an Kindersicherungs-Software haben, sollten Sie die hier vorgestellte Kindersicherung „Jugendschutz“ um den Dienst „Windows Live Family Safety“ oder um Drittanbieter-Software ergänzen.

Weiterführende Informationen: