Wie funktioniert Filtersoftware?

Generell untersuchen Filtersysteme die Webseiten nach bestimmten Mustern und blockieren solche Seiten, die als problematisch eingeschätzt werden. Filterprogramme können entweder auf dem Einzelrechner oder auf dem zentralen Netzzugang einer Institution (Proxyserver) oder beim Anbieter des Internet-Zugangs, also dem Provider, installiert sein. Dabei werden unterschiedliche Filterungssysteme genutzt, die teilweise auch in Kombination auftreten. Der Nutzer sollte daher genau wissen, welche Inhalte er ausschließen und was er zulassen möchte.

Grundkonzepte der Filterung

  • Redaktionelle Klassifizierung
    Positivlisten (Whitelists) lassen nur kindgeeignete Angebote zu, die von einer Redaktion begutachtet und ausgewählt wurden. Umgekehrt blockieren Negativlisten (Blacklists), wie die Liste indizierter Angebote der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, alle Angebote, die bei händischer Sichtung als jugendschutzrelevant eingestuft wurden.
  • Crowd basierte Klassifizierung
    Crowd-basierte Einstufungen werden durch Besucher von Webseiten z. B. mithilfe von Browser-Plugins vorgenommen und lassen sich für die Befüllung von Black- und Whitelists nutzen. Beispiele sind das aktuell umstrittene "Web of Trust" (WOT) für Webseiten und YouRateIt für Videos auf Plattformen des Social Web. Die Qualität der Einstufungen soll hier durch die Menge an User-Bewertungen sichergestellt werden. Dieses Verfahren wird nur selten eingesetzt.
  • Automatische Klassifizierung
    Hier entscheiden Algorithmen darüber, ob ein Angebot zugänglich ist oder nicht. Die einfachste Form ist das Keyword-Blocking, das alle Seiten sperrt, die bestimmte "Forbidden Words" enthalten. "Intelligente" Filtersysteme werten verschiedene typische Merkmale einer Web-Seite aus (z. B. statistische Analyse des gesamten Textes einer Web-Seite), um sie automatisiert zu kategorisieren.
  • Selbstklassifizierung der Anbieter (Alterslabel age-de)
    Anbieter versehen ihre Web-Seiten mit einer Alterskennzeichnung im Quellcode (age-de.xml), welche die Inhalte klassifiziert (http://www.altersklassifzierung.de/). Die Filtersoftware auf dem Rechner des Nutzers liest das Alterslabel aus und entscheidet an Hand der Nutzereinstellungen, ob das Angebot angezeigt wird oder nicht.

 

Diese Grundkonzepte der Filterung werden inzwischen in vielen Filterprogrammen kombiniert, um die Wirksamkeit zu erhöhen, aber auch, um altersdifferenzierte Zugänge zu schaffen.

Die zahlreichen Filterprogramme auf dem Markt werden ständig weiterentwickelt und dem aktuellen technischen Standard angepasst. Technische Schutzlösungen werden kostenlos oder kostenpflichtig als Download angeboten und sind im Handel käuflich. Einige Programme sind relativ teuer, bieten aber kostenlose Aktualisierungen.

Allerdings arbeitet keines dieser "Netzkindermädchen" absolut zuverlässig. So filtern die Programme auch Unbedenkliches oder lassen problematische Inhalte durchgehen, weil die Software eben den tatsächlichen Inhalt von Webangeboten nicht erkennen kann.

Jugendschutzprogramme: Video der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM)