Wie zuverlässig blockieren Jugendschutzfilter problematische Angebote?

Es ist derzeit nicht möglich, im Internet einen umfassenden technischen Schutz zu gewährleisten, weil es aus einer Fülle von Webseiten und aus unterschiedlichen Diensten wie E-Mail, Chat, Instant Messaging, Filesharing besteht. Jugendschutzfilter bieten derzeit höchstens beim Aufrufen von Internetseiten einen eingeschränkten Schutz. Beim Mailen oder Chatten sind Filter wirkungslos. Zwar können bei einigen Filterprogrammen solche Dienste blockiert werden. Allerdings kann die Sperrung beispielsweise der E-Mail-Funktion über die Nutzung eines Webmail-Anbieters umgangen werden.

Problembereiche

Jugendschutzfilter bieten keine hundertprozentige Sicherheit. Sie müssen kontinuierlich weiterentwickelt werden, um dem aktuellen Stand der Technik gerecht zu werden. Nutzergenerierte Inhalte (z.B. bei Facebook oder YouTube) bereiten Jugendschutzprogrammen noch immer Probleme. Leider gibt es noch immer sehr wenige Filterprogramme, die auch verschlüsselte Verbindungen (HTTPS) differenziert filtern können. HTTPS-Verbindungen werden dabei von vielen Jugendschutzprogrammen entweder generell blockiert oder komplett zugelassen.

Trotzdem sollten Sie auf einen Jugendschutzfilter nicht verzichten, denn er kann Ihre Sicherheitsbemühungen unterstützen. Jugendschutzprogramme blockieren wenigstens einen Teil der problematischen Seiten und sie bieten Hilfen, um den Surfraum zum Beispiel auf Inhalte zu beschränken, die kindgerecht sind. Wenn das Kind auf Seiten will, die unnötigerweise vom Filter blockiert werden, kann man diese durch eigene Einträge ergänzen.

 

Anerkannte Filtersysteme

Im besten Fall blockiert Filtersoftware möglichst alle unerwünschten Seiten und lässt mehrheitlich unproblematische Seiten zu. Es sollten mehrere Benutzerkonten einstellbar sein –  passend zum Alter des jeweiligen Kindes. Der Filter sollte für Erwachsene leicht bedienbar, aber für Kinder schwer zu knacken sein. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) prüft solche Jugendschutzprogramme und hat bisher vier Filtersysteme unter Auflagen anerkannt.

Mehr über die Anforderungen an Jugendschutzprogramme beim Anerkennungsverfahren der KJM erfahren sie hier.