Hintergrundinformationen zum Thema „Immer online – Wie das mobile Internet unser Leben verändert“

Handys sind in allen Schulen ein Dauerthema. An einigen Schulen gibt es ein striktes Handyverbot, in anderen werden sie gezielt im Unterricht eingesetzt. Bei dem Interreg-Forschungsprojekt „School-IT Rhein-Waal“ setzt man auf klare Erlaubnisregeln für den Gebrauch von Handys an Schulen. Ein Interview mit dem Projektkoordinator Richard Heinen vom Learning Lab der Universität Duisburg- Essen. 

Bei Ihrem Forschungsprojekt testen Sie seit einigen Monaten an Schulen, wie Smartphones und Tablets gezielt als Lernwerkzeuge im Unterricht eingesetzt werden können. Welche Erfahrungen haben Sie bereits gemacht?

Richard Heinen: Die Verbotspraxis rührt ja vor allem daher, dass Handys und Co als Störfaktor wahrgenommen werden. Aber mit dem Verbot wächst der Stress eher, als dass er abnimmt: Sobald dann ein Handy zu sehen ist, passiert etwas Verbotenes, das Konsequenzen erfordert. In den Projektschulen bei School-IT-Rhein-Waal sind die privaten Geräte der Kinder erlaubt. Damit gilt zunächst die Unschuldsvermutung: Wenn da ein Smartphone auf dem Tisch liegt, dann ist das zunächst ein Wörterbuch oder ein Taschenrechner und erst im zweiten Schritt vielleicht doch ein Spielzeug.

 

Wie reagieren die Schüler, Lehrer und Eltern?

Richard Heinen: Die Reaktion der Schüler ist überwiegend positiv. Sie konnten – mit einer gewissen Anleitung – die Geräte nahtlos in ihre Lernprozesse eingliedern. Wenn aber auf einmal nur noch Smartphone-Unterricht angesagt ist, bemängeln sie methodische Einspurigkeit genauso wie bei andauerndem Frontalunterricht. Für die Lehrkräfte bedeutet das Projekt zum Teil eine erhebliche Umstellung. Sie sehen sich mit einer Vielzahl von Geräten konfrontiert, die sie nicht alle kennen und beherrschen können. Wenn sie akzeptieren, dass sich Schüler bei technischen Fragen besser gegenseitig unterstützen und sie als Lehrkräfte für die fachlichen Inhalte zuständig sind, kann ein gutes Zusammenspiel entstehen. Eltern erwarten vor allem, dass durch den intensiveren Einsatz im Unterricht auch ein verantwortungsvoller Umgang gelernt wird.

 

Die Schüler sind aufgerufen, ihre Smartphones mit in die Schule zu bringen.  Ist der „Bring Your Own Device“-Ansatz, der dem Konzept zugrunde liegt, auf alle Schulformen anwendbar? Wie geht man damit um, wenn Schüler z.B. nicht über ein eigenes Smartphone verfügen?

Richard Heinen: Im Projekt sind Realschulen und Gymnasien dabei, in der Transfer-phase binden wir zudem Sekundarschulen und Gesamtschulen ein. In den Niederlanden ist das ganze Spektrum der dort vorhandenen Schultypen eingebunden. Der Ansatz ist also auf alle Schulformen der weiterführenden Schulen übertragbar. Die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit stellt sich schnell, spielt aber (zumindest in unseren Schulen) kaum eine Rolle. Fast alle Kinder verfügen über Geräte. Das sagen uns auch Erhebungen wie die JIM-Studie. Aber auch im Projekt gab es Einzelfälle, in denen Kinder keine Geräte hatten, da haben die Schulen ausgeholfen. 

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klicksafe ist Teil des Verbundes der deutschen Partner im Safer Internet Programme der Europäischen Union. Diesem gehören neben klicksafe die Internet-Hotlines internet-beschwerdestelle.de (durchgeführt von eco und FSM) und jugendschutz.net sowie die Nummer gegen Kummer (Helpline) an.

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