klicksafe beantwortet Elternfragen

Wann ist mein Kind alt genug für ein Smartphone? Ab wann darf es WhatsApp nutzen? Diese und weitere Elternfragen werden hier beantwortet.

Wann ist mein Kind alt genug fürs Internet?

Gegenfrage: Wann schicken Sie Ihr Kind allein auf die Straße, zum Einkaufen oder auf den Spielplatz? Wahrscheinlich dann, wenn Sie glauben, dass Ihr Kind sich in solchen Situationen sicher fühlt. Sie haben zuvor mit ihm das richtige Verhalten im Verkehr eingeübt oder es auf den Umgang mit auftauchenden Problemen vorbereitet.

Auch in der Medienerziehung ist es notwendig, solche Entscheidungen und Vorbereitungen zu treffen. Möchten Sie Ihr Kind gezielt an das Internet heranführen oder warten bis es Interesse bekundet? Auf jeden Fall sollten Sie Ihre Kinder auf das Internet vorbereiten. Nur so kann die Berührung mit ungeeigneten oder gefährdenden Inhalten minimiert werden. Deshalb ist Ihr Kind auf Ihre Hilfe und Unterstützung angewiesen. Wenn Sie Ihr Kind beim Einstieg ins Netz begleiten, können Sie mit klaren Regeln und regelmäßigen Gesprächen über Medieninhalte eine wichtige Basis für eine gute Medienerziehung schaffen. Je früher Sie damit anfangen, desto besser für ihr Kind und desto einfacher für Sie, wenn Ihr Kind älter wird.

Schau Hin! Medienbriefe (für Kinder von 3 bis 13 Jahren) auf Arabisch*
Weitere Informationen finden Sie im Eltern-Bereich „Kinder von 3 bis 10 Jahren“
Kleinkinder und Medien beim Internet-ABC
Regeln für die Nutzung von Internet, Handy usw. können Sie mit dem Angebot www.mediennutzungsvertrag.de gemeinsam mit Ihrem Kind festlegen.

Woran erkenne ich gute Internetseiten für Kinder?

Das Surfen im Internet soll Ihrem Kind in erster Linie Spaß machen. Damit das klappt, sollte es gerade bei jüngeren Kindern möglichst zu keiner Überforderung kommen. Auch sollten nur altersgerechte Inhalte gezeigt werden. Wie aber können Sie als Eltern einschätzen, ob Angebote zu Ihrem jüngeren Kind passen?

Bei dieser Einschätzung können Ihnen die folgenden Punkte helfen: Gute Angebote für Kinder …
… sind gewaltfrei und verzichten auf Kinder- und jugendgefährdende Inhalte.
… sind nicht zu textlastig und erlauben Orientierung über Bilder.
… laden zum Spielen und Entdecken ein.
… sind leicht zu bedienen (einfacher Seitenaufbau, große Schaltflächen, …).
… fragen keine persönlichen Daten ab.
… erlauben anderen Personen nicht mit Ihrem Kind in Kontakt zu treten.
… sind möglichst werbefrei, weil jüngere Kinder noch lernen müssen Werbung von Inhalten zu unterscheiden
… enthalten und verlinken nur auf kindgerechte Webseiten.

Weitere Informationen finden Sie im Eltern-Bereich „Gute Internetseiten und Apps“

Wann ist mein Kind alt genug für ein Handy?

Natürlich wünschen Sie sich als Eltern eine möglichst klare Altersangabe. Kinder im Grundschulalter benötigen zumeist noch kein eigenes Handy. Gleichzeitig ist das Handy für Kinder auch Statussymbol und Gesprächsthema im Freundeskreis, wodurch es eine starke soziale Funktion erfüllt. Auch wenn hier der Gruppendruck eine große Rolle spielt („alle anderen haben auch eins“), ist es in Ordnung, wenn Sie entscheiden, dass Ihr Kind noch warten muss, bis es ein eigenes Handy bekommt. Für viele Eltern ist z. B. der Wechsel von der Grund- zur weiterführenden Schule ein geeigneter Anlass, ein eigenes „Taschentelefon“ für ihr Kind anzuschaffen: Kinder legen dann in der Regel weitere Wege zur Schule zurück und sind mit einem Handy gut erreichbar bzw. können sich schnell mit ihren Eltern in Verbindung setzen.

Sinnvoll ist die Anschaffung eines eigenen Handys für Kinder, wenn sie verantwortungsvoll damit umgehen. Wann aber ist es soweit? Vor allem sollte das Kind mit den im Handy „enthaltenen“ Einzelgeräten (z. B. Internet, Kamera) bereits ausreichend Erfahrung unter Aufsicht gesammelt haben. Hierbei gilt: Je mehr Funktionen das Handy ungesichert zur Verfügung stellt, desto mehr Medienkompetenz sollte das Kind entwickelt haben. Trauen Sie Ihrem Kind dies zu? Kann es bereits andere Medien wie z. B. den Computer sicher nutzen? Weiß es, worauf man beispielsweise in Sachen Datenschutz und Umgang mit persönlichen Daten achten sollte? Hierbei sollte es z. B. wissen, wann persönliche Informationen (Telefonnummer, Adresse, ...) ohne Bedenken preisgegeben werden können und in welchen Fällen Vorsicht geboten ist. Wichtig ist auch, dass Ihr Kind bereits erste Erfahrungen mit Kosten und Geldwerten gemacht hat, es z. B. gut mit seinem Taschengeld umgehen kann.

Smartphone-Führerschein von Elterntalk auf Arabisch*
Broschüre „Smart mobil?!“
Thema "Apps"
Thema "Smartphone"

Wann ist mein Kind alt genug für ein Smartphone mit Internetzugang?

Leider ist es kaum möglich, Ihnen hier ein konkretes Alter zu nennen. Vielmehr hängt die Antwort von der Medienerfahrung und dem Entwicklungsstand Ihres Kindes ab. Sobald es gut, sicher und verantwortungsvoll mit dem Internet umgeht und am heimischen Internet-Computer ausreichend Erfahrungen sammeln konnte, kann über die Anschaffung eines Smartphones nachgedacht werden. Denn mit einem Smartphone und seinen zahlreichen Möglichkeiten übertragen Sie Ihrem Kind eine große Verantwortung: Hiermit hat es das mobile Internet immer mit dabei. Und auch wenn kein Vertrag mit Internetnutzung abgeschlossen wurde, kann Ihr Kind z. B. über offene WLANs in Cafés und Schnellrestaurants oder über WLANs im Freundeskreis das Internet nutzen.

Checkliste ­– Ist mein Kind fit für ein eigenes Smartphone?

Mit der folgenden Checkliste wollen wir Ihnen bei der Entscheidung „Smartphone – ja oder nein?“ helfen. Überlegen Sie, was Ihr Kind bei der Handynutzung schon kann. Je mehr Punkte mit einem Ja beantwortet werden können, desto eher ist Ihr Kind schon „fit“ für ein eigenes Smartphone. Wir empfehlen, dass Sie mit Ihrem Kind die noch ausstehenden Punkte besprechen.

Das kann Ihr Kind:

  • Sicherheitseinstellungen aufrufen und dort Einstellungen ändern (PIN oder Passwort erstellen und ändern, Bildschirmsperre einrichten)
  • Kosten der (monatlichen) Smartphone-Nutzung (Prepaid oder Tarif) überschauen
  • Erkennen, wo Kosten anfallen (z. B. In-App-Käufe) und entsprechende Einstellungen am Gerät vornehmen
  • GPS-Signal, W-LAN und Bluetooth selbständig aktivieren und deaktivieren
  • Datenschutzrisiken und die Angemessenheit von App-Berechtigungen einschätzen; wissen, wo man sich hierzu informieren kann (z. B. in den AGB, in Foren etc.) und welche Einstellungsmöglichkeiten es gibt
  • Vorsichtig mit eigenen Informationen/Fotos im Internet umgehen und wissen, was man lieber nicht teilen sollte
  •  Rechte anderer auch im Digitalen beachten (z. B. niemanden über Messenger beleidigen, Daten, Bilder und andere Informationen anderer nicht ungefragt weitergeben, Hass im Netz melden, usw.)
  • Wissen, bei welchen Problemen man Eltern oder anderen Vertrauenspersonen Bescheid sagen sollte (ängstigende Nachrichten, Anfragen nach Adresse oder freizügigen Bildern, Abzock-Versuche etc.)
  • Vereinbarte Regeln für die Handynutzung verstehen und akzeptieren (z. B. nicht am Esstisch, nach 21 Uhr Handy aus etc.)
  • Handynutzung und Stellenwert des Handys im Alltag kritisch hinterfragen (vor allem hinsichtlich der Nutzungszeiten)
  • Werbung erkennen und den Umgang mit verschiedenen Werbeformen verstehen

Smartphone-Führerschein von Elterntalk auf Arabisch*
Broschüre „Smart mobil?!“
Thema "Apps"
Thema "Smartphone"

Woran erkenne ich gute Apps für Kinder und wo finde ich passende Tipps?

Auch für jüngere Kinder gibt es eine Fülle von Apps. Ob diese für Ihr Kind geeignet sind, hängt vor allem davon ab, welche Vorlieben es hat und welche Kenntnisse bzw. Erfahrungen es im Umgang z. B. mit digitalen Spielen bereits sammeln konnte. Und natürlich sollten Apps für Kinder keine problematischen Inhalte zeigen.

Die folgenden Punkte helfen dabei, eine App vor der Installation zu überprüfen.

Eine kindgerechte App …

...ist gewaltfrei und stellt ausschließlich Inhalte dar, die für das Alter angemessen sind.

...ist einfach aufgebaut, leicht zu bedienen, benutzt eine kindgerechte Ansprache und verzichtet auf zu viel Text.

...regt die Fantasie und die Neugier Ihres Kindes an.

...verzichtet auf Werbung und Verlinkungen zu Sozialen Netzwerken, Werbeseiten, App-Stores oder anderen für Kinder nicht geeigneten Angeboten.

Apps für Kinder auf klick-tipps.net
Broschüre „Apps sicher nutzen – Mobile Geräte in Kinderhand“ der Stiftung Medienpädagogik Bayern

Was können technische Programme (Jugendschutzprogramme) und technische Einstellungen leisten?

Vor allem bei jüngeren Kindern können Kindersuchmaschinen sowie Jugendschutzprogramme und Einstellungen dazu beitragen, eine Berührung mit jugendgefährdenden Inhalten zu verringern. Somit ist die Verwendung in jedem Fall empfehlenswert. Sie können allerdings keinen vollständigen Schutz bieten und sollten die begleitende Medienerziehung lediglich unterstützen. Mit zunehmendem Alter und Know-how des Kindes steigt zudem die Wahrscheinlichkeit, dass Filterprogramme ausgehebelt werden können – z. B. durch einen Start des Computers über den USB-Stick. Auch neigen einige Filter dazu, nach bestimmten Schlagwörtern zu blocken. Bei älteren Kindern kann eine Hausaufgabenrecherche zu bestimmten Themen so deutlich erschwert werden. Hier gilt es dann, Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen. Anerkannte Jugendschutzprogramme lesen die Alterskennzeichnungen von Websites aus und „wachsen“ mit dem Alter des Kindes mit. So wird das Angebot zugänglicher Websites altersentsprechend Schritt für Schritt erweitert.

Thema Jugendschutzfilter 
Technische Hilfen: Thema Apps & Kinder-bzw. Jugendschutz
Das Jugendschutzprogramm „JusProg

Sollte ich meinem Kind WhatsApp, Facebook oder Instagram erlauben?

Immer früher werden viele Eltern von ihren Kindern gefragt, ob sie Facebook, WhatsApp oder andere Angebote nutzen dürfen. Ein Argument, dass Sie als Eltern dabei sehr gut kennen dürften, lautet „Die Anderen dürfen das auch!“. Und in vielen Fällen spielt der Druck der Gleichaltrigengruppe tatsächlich eine große Rolle. Wenn der überwiegende Teil der Klasse WhatsApp, Facebook, usw. für den Austausch verwendet, bekommt man viele Informationen entweder gar nicht oder zu spät mit. Dies sollte aber in keinem Fall bedeuten, die Nutzung vorschnell zu erlauben.

Soziale Netzwerke und Messenger sind nicht für jedes Alter geeignet. Das meinen auch die Unternehmen selbst. So ist die Nutzung beliebter Dienste wie Facebook oder WhatsApp mit Altersbeschränkungen durch die Anbieter verbunden (z. B. WhatsApp ab 16 Jahren). Was ist hierfür der Grund?

Für jüngere Nutzer sind in diesen Diensten keine ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen vorhanden. Daher sind sie in erhöhtem Maße Gefahren ausgesetzt. Dazu gehören zum Beispiel ungewollte Kontaktaufnahmen durch Fremde, wie bei WhatsApp über die Telefonnummer oder Gruppeneinladungen.

Tipp: Auch wenn eine Überprüfung des tatsächlichen Alters nicht stattfindet, sollten Sie als Eltern diese Altershinweise ernst nehmen und mit Ihrem Kind darüber sprechen, warum die Nutzung bestimmter Dienste vielleicht (noch) nicht für Ihr Kind geeignet ist. Zudem gibt es auch für jüngere Kinder passende Angebote, um in möglichst sicherer Umgebung erste Erfahrungen mit der Kommunikation über das Internet zu machen.

Unter www.chatten-ohne-risiko.net/kompass finden Sie ein Ampelsystem, mit dem verschiedene Social-Media Apps in Bezug auf die Punkte „Einstellungen, Meldesystem und Datenschutz“ bewertet wurden.

Flyer "Sicherer in Sozialen Netzwerken: Tipps für Eltern"
Thema Whatsapp
Thema Facebook
Thema Instagram