Digitale Spiele – Tipps für Eltern

Digitale Spiele sind bei vielen Kindern und Jugendlichen beliebt und begehrt. Für Sie als Eltern mag dieses Freizeitinteresse oft befremdlich wirken. Finden Sie hier mehr Informationen zu dem Hobby Ihres Kindes.  

Flyer „Digitale Spiele – Tipps für Eltern“ in Russisch, Türkisch und Arabisch*

Tipp 1: Zeigen Sie Interesse

Informieren Sie sich über die unterschiedlichen Plattformen (Geräte), Genres (Spielkategorien) und die momentan angesagten Spiele. Pädagogische Angebote wie der Spieleratgeber NRW bieten viele Informationen zu Inhalten, Altersfreigaben, Chancen und Risiken der bekannten Spiele. Auch klicksafe hat einen umfangreichen Bereich zum Thema „Digitale Spiele“. Dort finden Sie alle wichtigen Informationen rund um Genres, Konsolen und Co.

klicksafe-Bereich zu digitalen Spielen

Suchen Sie gezielt nach empfehlungswerten Spielen für Ihr Kind. Dabei helfen Ihnen folgende Seiten:

spieleratgeber-nrw.de 
spielbar.de
internet-abc.de/eltern/spieletipps-lernsoftware

Tipp 2: Beachten Sie Spiele auf Mobilen Geräten

Smartphones und Tablets werden auch als Spielgeräte immer beliebter. Das Angebot ist groß und unübersichtlich. Sie sollten daher gemeinsam mit Ihrem Kind geeignete Spiele aussuchen, um z. B. Kostenfallen und problematische Inhalte zu umgehen.

Tipp 3: Sprechen und spielen Sie mit Ihrem Kind

Interesse, Austausch und gemeinsame Medienerlebnisse ermöglichen eine vertrauensvolle Basis zwischen Ihnen und Ihrem Kind. Suchen Sie daher das offene Gespräch und begegnen Sie dem Freizeitinteresse mit einer offenen Haltung. Durch gemeinsame Spielerlebnisse können Sie mitreden, die Faszination nachvollziehen und viel eher erkennen, ob das Spiel für Ihr Kind geeignet ist.

Tipp 4: Vereinbaren Sie gemeinsame Regeln

Erstellen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind verbindliche und nachvollziehbare Regelungen zum Medienkonsum. Dazu zählen neben der Nutzung des Computers auch Fernsehen, Smartphones und Spielkonsolen. Achten Sie bei der Vereinbarung auf regelmäßige Bildschirmpausen.

Eine gute Möglichkeit Regeln gemeinsam zu erstellen, ist das Angebot www.mediennutzungsvertrag.de von klicksafe und Internet-ABC.

Tipp 5: Orientieren Sie sich an Zeitvorgaben

Zur Orientierung können folgende Zeitvorgaben hilfreich sein:

  • 4-6 Jahre: ca. 30 Minuten pro Tag in Begleitung der Eltern
  • 7-10 Jahre: ca. 45 Minuten pro Tag
  • 11-13 Jahre: ca. 60 Minuten pro Tag
  • Für ältere Kinder und Jugendliche eignet sich in der Regel ein gemeinsam vereinbartes Zeitbudget für die Mediennutzung pro Woche mehr als eine tägliche Höchstgrenze.

Tipp 6: Achten Sie unbedingt auf die Alterskennzeichnungen

Prüfen Sie unter usk.de, ob ein Spiel für die Altersgruppe Ihres Kindes freigegeben ist. Es trägt dann ein entsprechendes Alterskennzeichen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Kennzeichen sind: Freigegeben ab 0, 6, 12, 16 oder 18 Jahren. Diese bieten Ihnen eine Orientierungshilfe in Bezug auf die Spielinhalte. Enthalten Sie verstörende Inhalte für jüngere Kinder? Ab welchem Alter können Kinder sie nutzen, ohne einen (seelischen) Schaden davon zu tragen? Die USK Altersempfehlungen sind darüber hinaus keine pädagogische Empfehlung und sagen nichts über den Schwierigkeitsgrad des Spiels aus. Viele Spiele im Internet haben noch keine Alterskennzeichnung.

Tipp 7: Bieten Sie Alternativen

Bieten Sie Ihrem Kind zum Ausgleich gemeinsame Unternehmungen an. Auch wenn es praktisch oder bequem ist, vermeiden Sie, dass Ihr Kind über lange Zeit spielt oder regelmäßig Wartezeiten mit digitalen Spielen überbrückt (z.B. an der Bushaltestelle, beim Arzt, weil die Mama keine Zeit hat, etc.). Das kann Ihrem Kind auf lange Sicht schaden. Zum Beispiel lernt es dann nicht geduldig zu sein oder unangenehme Situationen eine kurze Weile auszuhalten.

Tipp 8: Tauschen Sie sich aus

Fragen Sie andere Eltern, wie sie mit dem Medienalltag ihrer Kinder umgehen. Informieren und unterstützen Sie sich gegenseitig. Das gibt Ihnen Sicherheit und fördert die eigene Kompetenz. Zum Beispiel gibt es in den Bundesländern Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westphalen das Projekt ELTERNTALK, bei dem sich Gruppen von Eltern im privaten Umfeld austauschen können. Die Eltern sind dabei die Experten und helfen sich gegenseitig.

Tipp 9: Nutzen Sie Spiele nicht als erzieherischen Druckmittel

Digitale Spiele sollten weder zur Belohnung noch als Bestrafung eingesetzt werden. Dadurch erhalten sie einen ungewollt hohen Stellenwert im Alltag ihrer Kinder. Halten Sie lieber an einer verbindlichen Regelung fest: Zuerst die Hausaufgaben, dann eine Pause, dann digitale Spiele.

Tipp 10: Handeln Sie, wenn Sie sich um das Spielverhalten Ihres Kindes Sorgen machen

Wenn Ihnen Ihr Gefühl sagt, dass die Mediennutzung Ihres Kindes nicht in Ordnung ist, dann werden Sie aktiv:

  • Sprechen Sie mit anderen Eltern, Erziehern, Lehrkräften oder andere Personen Ihres Vertrauens   über Ihr Gefühl. Das hilft, die Situation richtig einzuschätzen.
  •  Sprechen Sie mit Ihren Kindern und Ihrem Partner. Eine Familienkonferenz kann helfen, Situationen gemeinsam zu verändern. Hier könnte ein neuer Mediennutzungsvertrag vereinbart werden.
  •  Holen Sie sich Hilfe. Zum Beispiel bei
    Berliner Universitätsklinikum Charité
    Uniklinik Mainz
    Nummer gegen Kummer

Werden Sie unbedingt aktiv, wenn Ihr Kind über einen längeren Zeitraum:

  • tägliche Pflichten wie Hausaufgaben vernachlässigt.
  • alle Zeitabsprachen ignoriert.
  • seine Kontakte zu Gleichaltrigen verliert
  • das Interesse an anderen Aktivitäten zurückgeht.

Mehr Informationen in arabischer Sprache zu dem Thema finden Sie auch in der Rubrik „Topthema: Digitale Abhängigkeit“.

Tipp 11: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Weitergabe persönlicher Daten

Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind folgende Regeln fest:

  • Lege Dir eine zweite E-Mail Adresse an, die Du nur für die Anmeldung bei unbekannten Anbietern benutzt!
  • Nutze einen Nickname (Spitznamen) und eine E-Mail Adresse, die keine Rückschlüsse auf Dich (Deinen Namen, Dein Alter, Dein Geschlecht, Deinen Wohnort, usw.) zulassen
  • Gib Deinen Nickname und persönliche Daten nur an Bekannte weiter!
  • Nutze als Avatar (virtuelle Spielfigur) kein Foto von Dir!

Tipp 12: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Kosten für Onlinespiele

Teilweise können bei Onlinespielen z. B. durch In-App-Käufe Kosten entstehen. Mehr Informationen in arabischer Sprache zu dem Thema finden Sie in dem Kapitel „Abzocke und Kostenfallen“.