Soziale Netzwerke – Tipps für Eltern

Soziale Netzwerke wie zum Beispiel WhatsApp, Facebook und Instagram bieten viele Möglichkeiten, eigene Inhalte ins Netz zu stellen oder sich von anderen eingestellte Inhalte anzuschauen. Das ist bei Kindern und Jugendlichen besonders beliebt. Eltern sollten folgende Dinge beachten, wenn Ihre Kinder Soziale Netzwerke nutzen:

Soziale Netzwerke und Messenger sind nicht für jedes Alter geeignet. So ist die Nutzung beliebter Dienste wie zum Beispiel WhatsApp offiziell erst ab einem Alter von 16 Jahren möglich. Für jüngere Nutzer sind in diesen Diensten keine ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen vorhanden. Daher sind sie in erhöhtem Maße Risiken ausgesetzt. Facebook und WhatsApp überprüfen jedoch nicht das Alter, aber Eltern sollten diese ernst nehmen.

Doch nicht nur bei Kindern ist besondere Vorsicht geboten: Auch wenn Jugendliche die Bedienung der Dienste scheinbar mühelos beherrschen, können sie oftmals die Folgen nicht einschätzen, die eine unbekümmerte und unkritische Nutzung mit sich bringen kann. Eltern sollten sich daher auch die von ihrem älteren Kind genutzten Sozialen Netzwerke und die dazugehörigen Apps gemeinsam anschauen und besprechen.

Tipp 1: Kinderchats nutzen

Für jüngere oder im Internet noch unerfahrene Kinder sind Messenger und Soziale Netzwerke noch nicht das passende Angebot. Jüngere Kinder sollten sich in speziellen Angeboten für Kinder treffen, die ihnen einen sicheren Surfraum und moderierte Chats bieten. Diese Chats werden nur zu bestimmten Zeiten angeboten und erwachsene Moderatoren lesen den Chat mit und greifen bei Bedarf ein.

Unter Surfen-ohne-Risiko.net finden Sie eine Checkliste für kindergeeignete Chats und Communitys.
Das Angebot www.chatten-ohne-risiko.de gibt weitere Tipps zum sicheren Chatten.

Tipp 2: Prüfen Sie gemeinsam Schutz- und Meldefunktionen

Ihr Kind sollte darüber Bescheid wissen, wie man sich bei der Nutzung von Sozialen Netzwerken vor unerwünschten Kontakten oder Kommentaren schützen kann. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind die Privatsphäre- und Sicherheitseinstellungen sowohl in der App als auch im Webangebot vornimmt. Beide Plattformen haben unterschiedliche Einstellungen. Schauen Sie sich gemeinsam die Schutzeinstellungen an. Zum Beispiel:

  • Meldesysteme, über die problematische Inhalte dem Sozialen Netzwerk gemeldet werden können.
  • Ignorieren/Blockieren-Funktion: Diese ermöglicht es, Kontakten den Zugriff auf das eigene Profil zu verweigern.
  • Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre: Wer darf meine Profilangaben, meinen Status sehen, wer darf mich verlinken etc.?

Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, dass es Ihnen Bescheid sagt, wenn es seltsame Kontaktanfragen oder Nachrichten erhält. Fragen Sie Ihr Kind auch regelmäßig, was es im Internet erlebt hat.

Unter www.klicksafe.de/themen/kommunizieren finden Sie weitere Informationen zu Schutz- und Meldefunktionen.

Tipp 3: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über den Wert persönlicher Daten

Soziale Netzwerke sind Orte, an denen besonders viele Daten und Informationen über Ihr Kind gesammelt werden. So gehören die bei Jugendlichen sehr beliebten Dienste Instagram, Facebook und WhatsApp einer einzigen Firma, nämlich Facebook Inc. Grundsätzlich gilt: Je weniger persönliche Angaben Ihr Kind macht, desto besser, denn das Netz vergisst nichts. Überlegen Sie gemeinsam, welche persönlichen Angaben schützenswert sind und nicht einfach so weitergegeben werden sollen (Name, Adresse, Telefonnummer, …). Erklären Sie Ihrem Kind, dass auch persönliche Bilder oder Filme nicht per Internet weiter gegeben werden sollten. Hier ist auch wichtig, Ihrem Kind den Grund zu erklären – ohne übertriebene Ängste aufzubauen. Mehr Informationen in arabischer Sprache zu dem Thema Datenschutz finden Sie unter „Datenschutz – Tipps für Eltern“.

Video zum Thema Datenschutz auf Arabisch*
Onlinequiz für Jugendliche zum Thema „Datenschutz“

Tipp 4: Werden Sie aktiv, wenn peinliche Fotos Ihres Kindes verbreitet werden

Jeder Mensch hat das „Recht am eigenen Bild“. Wenn Ihr Kind ohne seine Einwilligung auf Bildern zu sehen ist, gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Die Verlinkung auf dem Bild zum eigenen Profil löschen, damit das Bild nicht mehr mit dem eigenen Profil verbunden ist.
  • Die Person, die dieses Bild veröffentlicht hat, kontaktieren und um Löschung bitten.
  • Das Foto melden und den Anbieter um Löschung bitten.
  • Die Person melden (falls vorherige Schritte nicht erfolgreich waren).
  • Voreinstellungen für das Verlinken von Fotos überprüfen.

Hinweis: Bilder, die über Apps, z. B. WhatsApp versendet wurden, werden direkt auf den Geräten der Empfänger gespeichert. Auch Instant Messenger wie Snapchat, die das sofortige Löschen nach dem Versenden einer Nachricht versprechen, sind nicht sicher. Ein nachträgliches Löschen über den Anbieter ist so nicht möglich. Deshalb gilt hier besondere Vorsicht beim Versenden von Bild- oder Videomaterial.

Mehr Informationen in arabischer Sprache zu dem Thema finden Sie in dem Kapitel „Rechte im Internet – was ist erlaubt und was nicht?“.

 Weitere Informationen zu Snapchat

Tipp 5: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Selbstdarstellung im Netz und seien Sie Vorbild

Soziale Netzwerke und Video-Plattformen bieten eine interessante Bühne für das Bedürfnis nach Selbstdarstellung. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind feste Regeln für die Selbstdarstellung:

  • Private Informationen wie Telefonnummer, Adresse, Kontaktmöglichkeiten im Internet etc. sollten nicht preisgegeben werden.
  • Keine erotischen oder freizügigen Fotos und Videos versenden.
  • Übergriffige oder beleidigende Personen direkt blockieren und dem Anbieter melden.
  • Die eigene Selbstdarstellung regelmäßig überprüfen. Facebook bietet bspw. die Funktion „Anzeigen aus der Sicht von …“ an, mit der man sein Profil aus der Perspektive eines anderen Nutzers anschauen kann.

Wenn Sie selbst Soziale Netzwerke nutzen, prüfen Sie regelmäßig, welche Informationen und Inhalte Sie als Eltern online verbreiten. Auch hier haben Sie als Eltern eine wichtige Vorbildfunktion.

Tipp 6: Gehen Sie gegen Beleidigungen, Belästigungen und (Cyber)Mobbing vor

(Cyber)Mobbing ist ein ernstes Problem in der digitalen Welt (siehe Broschüre links). Die scheinbare Anonymität und ständige Verfügbarkeit des Internets senkt die Hemmschwelle für Beleidigungen, Hass und Mobbing. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind beleidigt oder belästigt wird oder selbst andere beleidigt und respektlos behandelt, sollten Sie so schnell wie möglich reagieren, zusammen mit Ihrem Kind. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass Beleidigungen oder peinliche Bilder auch im Internet nichts zu suchen haben.

Das können Sie tun, wenn Ihr Kind gemobbt wird:

  • Machen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Bildschirmfotos von den Beleidigungen oder Bildern.
  • Nutzen Sie vorhandene Ignorieren- und Meldefunktionen. Bilder können z. B. bei Facebook direkt gemeldet werden (unter dem Bild > Optionen > Foto melden).
  • Holen Sie sich Unterstützung bei anderen Eltern und Experten.
  • Oft stecken Streitigkeiten im Freundeskreis oder eine problematische Klassensituation hinter Mobbingattacken. Informieren Sie gemeinsam Lehrer oder Lehrerin.

Weitere Informationen zum Thema (Cyber)Mobbing
Umgangsformen in der neuen Medienwelt – medien-knigge.de

Tipp 7: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über problematische Internetfreunde

Auch im Internet sollten Sie die „Orte“ kennen, an denen sich Ihr Kind bewegt. Machen Sie es darauf aufmerksam, dass ein gesundes Misstrauen in der digitalen Welt sinnvoll ist: Der Chat-Partner ist nicht immer der, für den er sich ausgibt. Sexuelle Belästigung über das Internet ist leider nie auszuschließen. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, mit welchen Personen es im Internet in Kontakt treten darf. Kontaktanfragen von Unbekannten im Instant Messenger oder Sozialen Netzwerk sollten generell nicht bestätigt werden.

Generell sollte Ihr Kind den Kontakt sofort abbrechen, wenn die Fragen unangenehm werden oder es sich bedrängt fühlt. Weisen Sie Ihr Kind frühzeitig darauf hin, sich niemals alleine mit Online-Freunden zu treffen, die es nicht kennt.

Weitere Informationen gibt es unter chatten-ohne-risiko.net

Tipp 8: Löschen Sie nicht mehr benötigte Profile

Die Mitgliedschaft in einem Sozialen Netzwerk kann jederzeit beendet werden. Dabei sollten Profile nicht nur deaktiviert, sondern tatsächlich gekündigt werden: Damit werden alle veröffentlichten Daten gelöscht. Wenn Ihr Kind eine neue Telefonnummer bekommt, sollte diese Änderung im WhatsApp-Messenger gemacht werden (unter „Nummer ändern“), sonst kann es passieren, dass ein Fremder, der die Nummer Ihres Kindes vom Telefonanbieter bekommt und ebenfalls WhatsApp nutzt, mit den Freunden Ihres Kindes kommunizieren und Chatverläufe einsehen kann.

Facebook: Konto deaktivieren oder löschen

Tipp 9: Sensibilisieren Sie Ihr Kind für die Rechte Anderer

Bei der Nutzung von Sozialen Netzwerken muss Ihr Kind auch Rechte von anderen beachten. Diese heißen unter anderem Urheber- und Persönlichkeitsrechte. Mehr Informationen in arabischer Sprache zu dem Thema finden Sie in dem Kapitel „Rechte im Internet - was ist erlaubt und was nicht?“ .

Beliebte Sozialen Netzwerken bei Kindern und Jugendlichen

Facebook: Auch wenn Jugendliche immer häufiger über Messenger wie WhatsApp kommunizieren, ist Facebook aktuell immer noch das beliebteste Soziale Netzwerk. Unter diesem Link wird das Phänomen Facebook im Detail vorgestellt.

WhatsApp ist der beliebteste Messenger. Hier finden sich alle notwendigen Informationen.

Instagram ist eine bei Jugendlichen weit verbreitete Anwendung (App) für mobile Endgeräte, mit der Nutzer Bild-  und Videonachrichten erstellen und über das Netzwerk verbreiten können.

YouNow ist eine kostenlose Live-Videostreaming-Plattform, die als App oder Desktop-Anwendung verfügbar ist. YouNow hat in der letzten Zeit immer wieder ein großes Medienecho erfahren. Unter diesem Link stellt klicksafe YouNow vor, erläutert mögliche Probleme und gibt Tipps, wie Dienste wie YouNow möglichst sicher genutzt werden können.

YouTube: Videos haben bei Kindern und Jugendlichen einen hohen Stellenwert. Entsprechend gehört das Video-Portal YouTube zu den beliebtesten Angeboten im Internet. Hier wird der Videodienst im Detail vorgestellt.

Unter www.chatten-ohne-risiko.net/kompass finden Sie ein Ampelsystem, mit dem verschiedene Social-Media Apps in Bezug auf die Punkte „Einstellungen, Meldesystem und Datenschutz“ bewertet wurden.