Digitale Spiele – Tipps für Eltern

Digitale Spiele sind bei vielen Kindern und Jugendlichen beliebt und begehrt. Für Sie als Eltern mag dieses Freizeitinteresse oft befremdlich wirken, ändern sich doch Technik und Inhalte innerhalb von kurzer Zeit. Die folgenden Tipps sind dem klicksafe-Flyer Digitale Spiele im Familienalltag - Tipps für Eltern entnommen, den klicksafe in Zusammenarbeit mit dem Spieleratgeber-NRW erstellt hat. Tipps zum Thema digitale Abhängigkeit (Prävention und Intervention) finden sich im klicksafe-Themenbereich "Digitale Spiele".

Tipp 1: Entwickeln Sie eine Haltung!

Informieren Sie sich über die unterschiedlichen Plattformen, Genres und die momentan angesagten Spiele im Bereich Digitale Spiele. Objektives Wissen hilft Ihnen dabei, eine Haltung zu entwickeln, Verbote zu begründen und den Medienkonsum zu begleiten. Gemeinsam mit Ihrem Kind Spiele auszuprobieren oder über seine Interessen zu sprechen, gibt Ihnen einen konkreten Einblick in das Freizeitverhalten, fördert Ihre eigene Medienkompetenz und schafft gemeinsame Erlebnisse und Vertraue

Informieren Sie sich über die unterschiedlichen Plattformen, Genres und die momentan angesagten Spiele. Pädagogische Angebote wie der Spieleratgeber NRW bieten weitreichende Informationen zu Inhalten, Altersfreigaben, Chancen und Risiken der gängigen Spiele.

Spieleratgeber-NRW.de – Die pädagogische Informationsplattform zu Computer-, Konsolenspielen und Apps

spielbar.de – Die Plattform der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema Computerspiele

Informationen zu Altersfreigaben: usk.de

Tipp 2: Achten Sie auf die Alterskennzeichnung!

Die gesetzlichen Alterskennzeichen können bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) abgerufen werden. Sie geben Aufschluss darüber, welches Spiel dem typischen Entwicklungsstand eines Kindes in einem bestimmten Alter angemessen ist. Die Kennzeichen sind: Freigegeben ab 0, 6, I2, I6 oder I8 Jahren.

Bei den Altersangaben handelt es sich allerdings nicht um pädagogische Empfehlungen im Sinne einer Eignung. Und viele Online-Games und Apps haben kein gesetzliches Alterskennzeichen und könnten Gewalt, Pornografie oder auch anderweitig problematische Inhalte aufweisen. Nutzen Sie deshalb auch ergänzende Angebote wie den Spieleratgeber-NRW oder Internet-ABC für konkrete Informationen zu Zielgruppe, Anforderungen, Kontaktrisiken, Kostenfallen und Bindungsfaktoren.

Tipp 3: Handeln Sie, wenn Ihnen das Spielverhalten Ihres Kindes Sorge bereitet!

Auskünfte und Hilfsangebote zum Thema (Computerspiel-)Abhängigkeit, erhalten Sie bspw. beim Berliner Universitätsklinikum Charité, bei der Uniklinik Mainz sowie bei der Nummer gegen Kummer oder jugend.support.

Weitere Informationen gibt es im klicksafe-Flyer Digitale Abhängigkeit.

Werden Sie aktiv, wenn Ihr Kind über einen längeren Zeitraum:

• tägliche Pflichten wie Hausaufgaben vernachlässigt,

• alle Zeitabsprachen ignoriert,

• seine Kontakte zu Gleichaltrigen reduziert,

• das Interesse an anderen Aktivitäten verliert.

Tipp 4: Unterstützen Sie Ihr Kind altersangemessen!

Egal ob Smartphone, Computer oder Konsole– Die gängigen Spielsysteme bieten weitreichende Schutz- und Kontrollmöglichkeiten für das altersgerechte und sichere Spielen. Hier lassen sich Altersgrenzen einstellen, Nutzungszeiten festlegen sowie Online-Funktionalitäten verwalten. Allerdings bieten sie kein Rundum-Sorglospaket und erfordern eine Begleitung. Während jüngere Kinder besonders schutzbedürftig sind, müssen Jugendliche verstärkt lernen, sich selbstbestimmt und eigenverantwortlich in den Medien zu bewegen. Finden Sie hier einen altersgerechten Weg zwischen Schutz und Vertrauen! Siehe hierzu auch die Rubrik Technischer Schutz im Elternbereich.

Tipp 5: Vorsicht bei Streaming- und Videoplattformen!

Fester Bestandteil der Gaming-Szene sind seit einigen Jahren kommentierte Videospielszenen, sogenannte Let‘s Plays. Durch sie können Heranwachsende mit problematischen Inhalten wie Gewalt oder Pornografie in Kontakt kommen. Denn Let‘s Plays und Streams können auf YouTube oder Twitch meist ohne Altersprüfung angeschaut werden. Hier folgt manchmal auf Spielszenen von harmlosen Kinderspielen ein gewalthaltiger Inhalt. Kinder sollten daher nicht uneingeschränkten Zugriff auf diese Dienste erhalten. Schauen Sie Videos oder Streams gemeinsam oder platzieren Sie den Bildschirm im Familienalltag so, dass er einsehbar ist. Jugendliche finden auf solchen Plattformen ihre Idole, denen sie nacheifern. Beschäftigen Sie sich mit diesen „Influencern“ und prüfen Sie deren Vorbildfunktion.

Tipp 6: Achten Sie auf Spielkontakte!

Kinder wachsen heute in einer digital geprägten Gesellschaftauf und haben damit erweiterte Möglichkeiten, soziale Kontakte zu finden und zu pflegen. Viele Online-Games bieten ähnliche Funktionen wie Soziale Netzwerke mit Risiken wie Cybergrooming (sexuell motivierte Kontaktaufnahme) oder Mobbing. Legen Sie daher gemeinsam mit Ihrem Kind folgende Regeln fest:

• Nutze einen Nickname (Spitznamen) und eine E-Mail-Adresse, die keine Rückschlüsse auf Dich (Deinen Namen, Dein Alter, Dein Geschlecht, Deinen Wohnort, usw.) zulassen!

• Verrate über Chat und Teamspeak keine zu persönlichen Dinge und triff Dich niemals ohne Absprache mit einer Spielbekanntschaft!

• Melde Spielbekanntschaften, die Dich ärgern, beschimpfen oder Dir zu nahe kommen! Auf Twitch oder anderen Plattformen kann man NutzerInnen melden, blockieren und sperren.

• Orientiere Dich selbst an den Regeln des Fairplays wie Respekt und Hilfsbereitschaft.

• Erzähle Deinen Eltern, älteren Geschwistern oder erwachsenen Vertrauenspersonen, wenn Dir etwas merkwürdig vorkommt.

Tipp 7: Erstellen Sie gemeinsam Regeln!

Verbindliche, nachvollziehbare und gemeinsam erstellte Regelungen zum Medienkonsum bieten Ihnen und Ihrem Kind Orientierung. Halten Sie an einer verbindlichen Regelung fest: Zuerst die Hausaufgaben, dann eine Pause, dann spielen. Vermeiden Sie zudem, das Spielen nur als Belohnung oder Strafe einzusetzen. Vorschläge zu sinnvollen Vereinbarungen bietet das Angebot www.mediennutzungsvertrag.de von klicksafe und Internet-ABC.

Zur Orientierung können folgende Zeitvorgaben hilfreich sein:

• 4 – 6 Jahre: ca. 30 Minuten pro Tag in Begleitung der Eltern.

• 7 – l0 Jahre: ca. 45 Minuten pro Tag.

• II – I3 Jahre: ca. 60 Minuten pro Tag.

Für ältere Heranwachsende eignet sich in der Regel ein gemeinsam vereinbartes Zeitbudget pro Woche viel eher als eine tägliche Höchstgrenze.

Tipp 8: Seien Sie Vorbild und bieten Sie Alternativen!

Nutzen Sie die Gelegenheit, um über Ihr eigenes Spiel- und Medienverhalten nachzudenken. Haben Medien eine hohe Bedeutung für Sie und prägen Ihren Alltag? Durch die Art und Weise, wie Sie selbst mit Smartphone, TV und anderen Medien umgehen, können Sie ein Vorbild für Ihr Kind sein. Gehen Sie hier mit gutem Beispiel voran: Kein Smartphone am Frühstückstisch oder beim Spaziergang!

Sie sollten Ihren Kindern auch vielfältige Freizeitbeschäftigungen anbieten, damit digitale Spiele und das Internet keinen zu hohen Stellenwert einnehmen. Gemeinsame Unternehmungen oder Unterstützung bei einem Hobby wie Musik oder Sport können einen Ausgleich darstellen.

Tipp 9: Verhindern Sie Kostenfallen!

Viele Games bieten Möglichkeiten, im Spiel selbst Echtgeld auszugeben. Zum Beispiel beinhalten Lootboxen (Beutekisten) mit zufälligem Inhalt Spielvorteile oder Kleidung für die Spielfigur, die dann als Statussymbol im Freundeskreis gilt. Hierbei handelt es sich oft nur um kleine Beträge, die sich aber aufsummieren können. Hinterlegen Sie daher keine Zahlungsinformationen auf den Spielgeräten und sperren Sie kostenpflichtige Telefonnummern. Ähnlich wie bei der Nutzungszeit können ältere Kinder durch ein Budget lernen, mit solchen Kosten zu haushalten. Auf dem Smartphone des Kindes sollten In-App-Käufe deaktiviert werden.

Linktipps: Digitale Spiele

www.klicksafe.de/themen/spielen/digitale-spiele: Auf diesen Seiten können Sie sich über das Phänomen „Digitale Spiele“ informieren.

spieleratgeber-nrw.de: Der Spieleratgeber-NRW ist die pädagogische Informationsplattform zu Computer-, Konsolenspielen und Apps. Er bietet Informationen zum Jugendmedienschutz und Pädagogik, beleuchtet aktuelle Trends und Studien. Interessierte finden außerdem Praxisprojekte zum Thema Games aus Schule, Kinder- und Jugendhilfe.

internet-abc.de/eltern/spieletipps-lernsoftware: Tipps zu kindgerechten Computer- und Lernspielen gibt es auch im Elternbereich des Internet-ABC.

bupp.at: Die Bundesstelle für die Positivprädikatisierung von Computer- und Konsolenspielen (BuPP) ist eine Serviceeinrichtung des österreichischen Bundesfamilienministeriums. Sie bietet Eltern eine Orientierungshilfe, indem sie empfehlenswerte Spiele auszeichnet.

spielbar.de: Das Informationsportal www.spielbar.de enthält Besprechungen von Computerspielen und viele weitere (Fach-)Artikel zum Thema. spielbar.de ist die interaktive Plattform der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) zum Thema „Computerspiele“.

kindersoftwarepreis.de: TOMMI, der deutsche Kindersoftwarepreis, widmet sich der Bewertung und Anerkennung von innovativen und herausragenden Kindersoftware-Titeln, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf den Markt kommen.

pädagogischer-medienpreis.de: Der Pädagogische Medienpreis wird vom SIN-Studio im Netz e.V. an herausragende Multimedia-Produkte vergeben, die Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit nutzen.