YouTube

Die Videoplattform YouTube zählt seit Jahren zu den beliebtesten Internetangeboten unter Jugendlichen. Eltern können ihr Kind dabei unterstützen, im quasi unendlichen Kosmos von YouTube den Überblick zu behalten. Dazu gehören: die Potentiale der Plattform kennenlernen und Strategien im Umgang mit Risiken entwickeln.

Da die Videoplattform YouTube für eine erwachsene Zielgruppe konzipiert wurde, sollten Eltern auch bei älteren Kindern in Sicht- und Hörweite sein und wissen, dass sich im riesigen Videoangebot auch unpassende und beeinträchtigende Videos befinden.

Nachfolgend finden Sie Hinweise, auf welche problematischen Inhalte Ihr Kind stoßen könnte und Tipps für eine sichere YouTube-Nutzung.

Problematische Inhalte auf YouTube

Gewaltdarstellungen & Pornografie

Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch über seine Surf-Erfahrungen auf der Plattform. Zeigen Sie ihm, wie man mit ggf. schockierenden Inhalten umgehen kann. Videos oder Kanäle können über den Melde-Button an das Portal gemeldet werden. Die Beiträge werden dann geprüft und gegebenenfalls von YouTube entfernt.

Verschwörungstheorien & extremistische Weltbilder

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Inhalte, die es bei YouTube schaut. Regen Sie Ihr Kind zum kritischen Hinterfragen und Reflektieren von Botschaften auf YouTube an. Thematisieren Sie dabei auch die Glaubwürdigkeit von Videos auf YouTube und Informationen im Internet allgemein.

Schönheitsideale & stereotype Darstellungen

Besonders für Mädchen können diese Inhalte faszinierend und problematisch sein: Für sie kann der Eindruck entstehen, dass Mädchen um schön oder beliebt zu sein, immer extrem schlank sein und perfekt gestylt auftreten müssen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Selbstdarstellung von YouTube-Stars und die Gefahren von stereotypen bzw. uniformen Körperbildern. Es kann hilfreich sein, Kanäle zu kennen, auf denen YouTuberinnen solche Stereotype durchbrechen (z. B. Lisa Sophie Laurent, JANAklar, maiLab).

Hasskommentare & Beschimpfungen

Für das Veröffentlichen von Kommentaren sollten Sie gemeinsam mit dem Kind klare Regeln festlegen. Besprechen Sie, wie man damit umgeht, wenn man auf Hasskommentare stößt oder sogar selbst von Beleidigungen auf der Plattform betroffen ist.

Tipps für eine sichere YouTube-Nutzung

Nutzungsregeln und -zeiten festlegen und einhalten!

Ziel von Anbietern wie YouTube ist es, die Nutzenden möglichst lange auf der Plattform zu halten: je länger der Dienst aktiv ist, umso mehr Werbung kann geschaltet werden. Die automatisierte, unendliche Videoschleife ist daher voreingestellt. Deaktivieren Sie die sogenannte Autoplay-Funktion und legen Sie mit ihren Kindern Nutzungsregeln und -zeiten fest.

Hilfreich dabei sind:

Mediennutzungsvertrag von klicksafe und Internet ABC
Abgemacht! Unsere Netz-Regeln von Surfen:ohne:Risiko

Empfehlungen zu Bildschirmzeiten finden Sie bei klicksafe unter:
Nutzungszeiten und Regeln 

Üben Sie Quellenkritik!

Eine Fülle von Erklärvideos behandeln schulische Themen. Oft ist es schwierig nachzuvollziehen, wer diese erstellt hat und ob die Informationen darin richtig sind.

Unter Quellenkritik und Bewertungskompetenz stellt klicksafe Informationen zusammen, woran die Glaubwürdigkeit einer Quelle gemessen werden kann.

Tipps und Infos zu YouTube-Kanälen mit Bildungsinhalten finden sich bei klicksafe unter "Lernen mit YouTube".

Bleiben Sie im Gespräch!

Fragen Sie einfach mal nach, welche YouTuberInnen und Videos gerade „angesagt“ sind und in der Schulklasse oder im Verein die Runde machen? Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch über seine YouTube-Nutzung, damit Sie bei Problemen ggf. helfend eingreifen können.

Informieren Sie sich über die Funktionen und Sicherheitseinstellungen

Wer auf YouTube mit einem Benutzerkonto eingeloggt ist, kann über die Einstellungen definieren, welche Inhalte angezeigt werden dürfen, z.B. indem Kanäle mit kindgerechten Inhalten abboniert werden und der eingeschränkte Modus aktiviert ist. Allerdings ist die volle Bandbreite an YouTube-Videos wieder zugänglich, sobald sich der Nutzer ausloggt. Dies ist auch für Kinder jederzeit mit einem Klick möglich. Zudem gibt es keinen Algorithmus, der angesichts des User-Generated-Contents in der Lage ist, unpassende Inhalte zuverlässig selbstständig herauszufiltern. Hier ist YouTube darauf angewiesen, dass NutzerInnen derartige Videos melden, damit diese für den eingerschränkten Modus gesperrt werden können. Bis dies passiert ist, sind die Videos weiterhin abrufbar.

Achtung: Ein 100% Schutz für Kinder kann nicht gewährleistet werden.

Aktivierung des eingeschränkten Modus
Achten Sie darauf, die Funktionen des Jugendschutz-Filters von YouTube zu nutzen. Dieser muss für jedes Gerät und für jeden Browser separat eingestellt werden. Die Anleitungen für Computer, Android und iOS-Geräte finden Sie bei Google unter dem Punkt

Umgang mit unangemessenen Inhalten: Meldefunktion
Sprechen Sie mit Ihrem Kind vor der YouTube-Nutzung über das Risiko auf unangemessene oder jugendgefährdende Inhalte zu stoßen. Sollte Ihrem Kind ein Video oder Kommentar komisch vorkommen oder ihm Angst machen, dann sollte es diesen Inhalt einem Erwachsenen (Eltern, Lehrer bzw. Sozialpädagogen) zeigen, um gemeinsam zu entscheiden, ob der Inhalt an den Betreiber oder die Meldestellen zur Löschung gemeldet werden sollten.

Jugendgefährdende oder illegale Inhalte können an folgende Meldestellen weitergegeben werden:

Weitere Informationen zu Sicherheitseinstellungen: