Zur gamescom 2025So begleiten Sie Kinder beim sicheren Gaming

Heute öffnet die weltgrößte Videospielmesse gamescom in Köln ihre Pforten für alle Besucher*innen. Bei klicksafe finden Eltern ausführliche Informationen rund um Videospiele und Medienerziehung. Denn obwohl Gaming mittlerweile zum Alltag vieler Menschen gehört, gibt es gerade bei Eltern nach wie vor viele Fragen dazu, wie man Kinder sinnvoll in der Welt der Videospiele begleiten kann. Passend zum Start der gamescom haben wir deshalb in einem Artikel viele Angebote zu diesem Thema für Sie zusammengestellt.

Für Millionen von Kindern und Jugendlichen gehören digitale Spiele zur täglichen Freizeitgestaltung. Das verdeutlichen auch Zahlen aus dem aktuellen Jahresreport der deutschen Games-Branche: Rund jede*r fünfte Gamer*in in Deutschland ist unter 18 Jahren alt, und 3,8 Millionen Kinder unter neun Jahren spielen bereits Videospiele. Der Großteil von ihnen macht dabei positive Erfahrungen. Es gibt allerdings auch einige negative Aspekte, die Erziehungsberechtigten bekannt sein sollten. Wir haben im Folgenden einige dieser Probleme beschrieben und geben Tipps, wie Eltern mit ihnen umgehen können.

Cybergrooming

Die Kontaktaufnahme mit Kindern und Jugendlichen mit dem Ziel, einen sexuellen Missbrauch vorzubereiten, nennt man Cybergrooming. Täter*innen suchen sich dafür Plattformen, auf denen sie viele Kinder antreffen können. Dazu gehören nicht zuletzt auch Videospielplattformen, die bei Minderjährigen beliebt sind. Zum Beispiel Roblox oder Fortnite. Alle Plattformen bieten Sicherheitsvorkehrungen, die das Spielen für Kinder sicherer machen können. Das Problem ist jedoch, dass dieser Schutz oft nur greift, wenn Eltern die richtigen Einstellungen getroffen haben. Daher ist es wichtig, dass Kinder und Eltern die Nutzerkonten gemeinsam einrichten und die Eltern alle verfügbaren Sicherheitsfunktionen kennen und nutzen. Außerdem sollten Eltern ihre Kinder über typische Anzeichen von Cybergrooming aufklären. So lernen Kinder, einzuschätzen, wann sie sich bei ihren Eltern oder anderen Vertrauenspersonen Hilfe holen sollten.

Kostenfallen in Games

Lootboxen, Free-to-play, Microtransacions – es gibt mittlerweile viele Mechanismen, die Spieler*innen dazu bringen sollen, Geld in Spielen auszugeben. Besonders Kinder können dabei schnell den Überblick über die tatsächlichen Kosten verlieren. Mit In-Game-Käufen können Spieler*innen zum Beispiel Spielvorteile erwerben oder digitale Gegenstände für ihre Spielfiguren kaufen. Diese können für Kinder einen hohen Wert haben, ähnlich wie Spielzeuge, Sammelkarten oder Sticker. Versuchen Sie deshalb nachzuvollziehen, warum ihr Kind einen Kauf tätigen möchte und entscheiden Sie dann gemeinsam darüber.

Datenschutz

Mittlerweile sind nahezu alle Spiele und Spielkonsolen mit dem Internet verbunden. Um Spiele und Dienste nutzen zu können, ist in der Regel eine Registrierung notwendig. Sensibilisieren Sie Kinder und Jugendliche dafür, online nur die unbedingt notwendigen Daten anzugeben. Denn große Spieleplattformen waren bereits oft Ziel von Hackerangriffen und Datendiebstahl. Thematisieren Sie daher auch den Passwortschutz und richten Sie eine Zwei-Faktor-Authentisierung ein.

Toxische Gaming-Community

In der Onlinewelt rund um die Videospiele kommen täglich Millionen von Menschen zusammen. Leider geht es dabei nicht immer freundlich zu. Beleidigungen, Drohungen, Mobbing und Belästigung sind keine Ausnahmen. Wie problematisch die jeweilige Community ist, variiert von Spiel zu Spiel und von Plattform zu Plattform. Auf den meisten großen Spieleplattformen gibt es Community-Richtlinien. Darin ist festgehalten, welche Regeln auf der Plattform gelten (zum Beispiel keine Beleidigungen, keine Drohungen, usw.). Eltern sollten sich diese Richtlinien gemeinsam mit ihrem Kind anschauen. So erfährt das Kind einerseits, wie es sich selbst verhalten sollte, und lernt andererseits, Regelverstöße anderer Spieler*innen zu erkennen. Verstöße gegen die Community-Richtlinien können meist über ein Meldesysteme direkt im Spiel gemeldet werden. Eltern sollten daher ihre Kinder mit diesen Meldesystemen vertraut machen. In schwerwiegenden Fällen von Beleidigung, Hassrede oder Stalking bieten auch Organisationen wie Hate Aid oder anderen Beratungsangebote Hilfe an.

Problematische Inhalte

Nicht alle Spiele sind für Kinder und Jugendliche geeignet. In Deutschland prüft die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) daher alle Spiele vor der Veröffentlichung und vergibt eine Altersfreigabe. Hierbei handelt es sich aber nicht um Empfehlungen oder pädagogische Einschätzungen. Eine Freigabe zum Beispiel ab sechs Jahren bedeutet lediglich, dass von diesem Spiel keine Entwicklungsbeeinträchtigung für Kinder ab sechs Jahren mehr ausgeht. Dennoch kann das Spiel für manche Kinder dieses Alters überfordernd sein, weil es zum Beispiel komplizierte Spielmechaniken enthält, die für jüngere Kinder unverständlich sind. Daher lohnt es sich für Eltern, vor dem Kauf zu prüfen, ob es neben der Altersfreigabe auch weitere pädagogische Informationen zu einem Spiel gibt.

Games als Einstieg ins Internet

Um viele beliebte Videospiele entstehen riesige Fan-Communities. Als Fan spielt man nicht einfach nur das Spiel, sondern man schaut auch die YouTube-Videos der einschlägigen Influencer*innen, folgt ihren Social-Media-Kanälen bei Instagram und TikTok, beteiligt sich in Communities auf Discord und Steam, verfolgt Live-Streams auf der Plattform Twitch und vieles mehr. Die Faszination für ein Spiel kann also leicht den Einstieg in eine Vielzahl anderer Plattformen bedeuten. Leider sind viele dieser Plattformen nicht kindgerecht. Wenn Eltern ihren Kindern den Zugang erlauben möchten, sollten sie sich unbedingt vorher über die Plattformen informieren, von Anfang an sichere Einstellungen treffen und die Nutzung begleiten.

Übermäßiges Spielen

Wo das „übermäßige“ Spielen anfängt, das muss wohl in jeder Familie individuell ausgehandelt werden. Bis eine „Videospiel-Sucht“ vorliegt, müssen Symptome wie sozialer Rückzug oder Kontrollverlust über das Spielverhalten mindestens 12 Monate lang bestehen. Damit es aber gar nicht erst zu einer problematischen Mediennutzung kommt, helfen verbindliche, nachvollziehbare und gemeinsam erstellte Regelungen zum Medienkonsum. Diese Regeln bieten Ihnen und Ihrem Kind Orientierung und können Streit vermeiden.