Technischer JugendmedienschutzSo können Eltern YouTube-Kurzvideos beschränken

Das Markenzeichen von TikTok – Kurzvideos im Hochformat – wurde mittlerweile von vielen anderen Plattformen kopiert. So adaptierten Instagram und Facebook das Format mit ihren „Reels“ und YouTube reagierte mit der Einführung von „Shorts“. Diese YouTube-Videoclips im Hochformat können bis zu 180 Sekunden lang sein, sind allerdings oft deutlich kürzer. Nutzer*innen können sich durch eine schier unendliche Masse dieser Inhalte scrollen. In regelmäßigen Abständen mischen sich zwischen diese Videos auch Werbeinhalte. Wie andere Plattformen auch arbeitet YouTube mit algorithmischer Sortierung. Das bedeutet, dass die Interessen und das Sehverhalten der Nutzer*innen analysiert werden, um zu entscheiden, welche Videos ihnen angezeigt werden.
Wie bei anderen Plattformen auch können algorithmisch sortierte Kurzinhalte einen übermäßigen Medienkonsum begünstigen. Wenn alle Inhalte auf die eigenen Interessen abgestimmt sind und der nächste kurze Inhalt nur einen Wisch entfernt ist, fällt das Aufhören schwer. Viele Nutzer*innen – jung wie alt – haben bereits die Erfahrung gemacht, dass sie deutlich länger in TikToks, Reels und Shorts hängen geblieben sind, als sie ursprünglich wollten.
Im Bezug auf YouTube gibt es das Problem, dass viele Eltern die Nutzung nicht grundsätzlich verbieten wollen. Schließlich gibt es auf dieser Plattform auch viele Lerninhalte, die Jugendliche zum Beispiel für die Schule nutzen können. Bisher mussten Eltern akzeptieren, dass ihren Kindern neben dieser gewünschten Art der Nutzung auch die Shorts-Funktion unbegrenzt zur Verfügung steht. Nun bietet YouTube durch einen neue Sicherheitseinstellung die Möglichkeit, festzulegen, wie lange Kinder am Tag Shorts ansehen dürfen.
So funktioniert die neue Beschränkung für YouTube Shorts
Variante 1
Alle Nutzer*innen können in der YouTube-App eine Zeitbeschränkung einschalten. Das können Kinder und Jugendliche entweder selbst tun oder ihre Eltern können diese Funktion auf dem Gerät des Kindes aktivieren. Wichtig: Wenn die Funktion auf diese Art eingestellt wird, können Kinder und Jugendliche die Beschränkung jederzeit einfach wieder ausschalten. Außerdem werden sie lediglich benachrichtigt, wenn ihr Tageslimit erreicht ist. Mit einem Klick auf den Button „Limit für heute ignorieren“ kann der Shorts-Feed ohne Einschränkungen weitergenutzt werden. Darüber hinaus lässt sich der Shorts-Feed auf diese Weise nicht komplett ausschalten. Die niedrigstmögliche Einstellung liegt bei 15 Minuten pro Tag. Wenn Sie diese Einstellung vornehmen wollen, gehen Sie wie folgt vor:
- Klicken Sie in der YouTube-App unten rechts auf „Mein YouTube“.
- Klicken Sie oben rechts auf das Zahnrad-Symbol.
- Klicken Sie auf „Zeitmanagement“.
- Klicken Sie auf „Limit für den Shorts-Feed“.
- Hier können Sie nun ein Zeitlimit zwischen 15 Minuten und zwei Stunden festlegen.
Variante 2
Um den YouTube-Shorts-Feed zu beschränken, sodass Ihr Kind diese Beschränkung nicht wieder ausschalten kann, muss das Jugendschutzprogramm Google Family Link genutzt werden. Außerdem kann der Shorts-Feed hier auch vollständig deaktiviert werden, indem das Zeitlimit auf „0 Minuten“ gesetzt wird. Achtung: Die letzte Auswahlmöglichkeit in der Liste lautet „Aus“. Dadurch deaktiviert man jedoch nicht die Shorts-Funktion, wie man vermuten würde, sondern die zeitliche Begrenzung. Weitere Informationen zu Google Family Link finden Sie in unserem Themenbereich zu Jugendschutzprogrammen. Wenn Sie Google Family Link bereits nutzen, gehen Sie wie folgt vor:
- Klicken Sie in der Family-Link-App unten auf „Einstellungen“.
- Klicken Sie auf „YouTube - Tools für Eltern, Kinder und Teenager“.
- Klicken Sie auf „Zeitmanagement“.
- Klicken Sie auf „Limit für den Shorts-Feed“.
- Hier können Sie nun ein Zeitlimit für Ihr Kind festlegen.
Das sollten Eltern beachten
Bitte bedenken Sie, dass Sie mit dieser Einstellung den Shorts-Feed zwar einschränken, aber nicht vollständig verhindern können, dass Kindern Shorts auf YouTube angezeigt werden. Shorts sind beispielsweise auch in den Suchergebnissen von YouTube enthalten. Diese sind für Kinder weiterhin aufrufbar, auch wenn das Shorts-Zeitlimit für den Tag bereits aufgebraucht ist.
Außerdem greifen diese Einstellungen nur, wenn die YouTube-App verwendet wird. Kinder und Jugendliche können diese Beschränkung sehr einfach umgehen, indem sie YouTube über einen Browser ohne Log-in verwenden. Dadurch steht ihnen der Shorts-Feed wieder uneingeschränkt zur Verfügung.
Technische Schutzmaßnahmen sollten also immer nur unterstützend und in Absprache mit den Kindern eingesetzt werden. Wichtig ist, dass Kinder verstehen, dass diese Einstellungen sie schützen und sie bei einer ausgewogenen Mediennutzung unterstützen sollen. Werden Regeln und Sicherheitseinstellungen jedoch als Bevormundung oder Strafe empfunden, besteht die Gefahr, dass sich Kinder und Jugendliche Umgehungsstrategien suchen.




