Digitaler Wandel

Kompetenz in Sozialen Netzwerken

Chatten, googlen, posten, snappen - für Jugendliche gehört das alles schon längst zum Alltag. Einen Großteil ihrer Freizeit verbringen sie im World Wide Web, wo sie sich auf Online-Foren mit Freunden austauschen oder nach Informationen suchen. Laut aktueller JIM-Studie nutzen knapp 90 Prozent der Jugendlichen das Internet, wenn es um persönliche Probleme geht oder, um sich über aktuelle Themen zu informieren.

Was den Umgang mit digitalen Medien angeht, sind Kinder ihren Eltern und Lehrern häufig weit voraus. Oft staunen diese, wie leicht es dem Nachwuchs fällt, mit der neusten Technik umzugehen. In Sekundenschnelle können Informationen gesucht, Bilder gesendet und Nachrichten geteilt werden. Zwar können Kinder und Jugendlichen die digitalen Geräte oft schneller bedienen und der Umgang mit diesen fällt ihnen leichter, die Risiken kennen sie jedoch meist nicht und brauchen dafür die Unterstützung von Erwachsenen, um einen kritischen, verantwortungsvollen und sicherheitsbewussten Umgang mit digitalen Medien zu erlernen. Denn neben den vielen Möglichleiten, die moderne Medien bieten, gibt es auch Gefahren, die im Internet lauern. Um Kinder und Jugendliche vor diesen zu schützen, ist es wichtig, ihnen den verantwortungsvollen und sicherheitsbewussten Umgang mit digitalen Medien näher zu bringen. Deshalb ist es notwendig, dass sich auch Lehrer und Eltern mit solchen Themen auseinandersetzten.

Mediennutzung in den eigenen vier Wänden
Werden Kinder oder Jugendliche nach der Medienkompetenz ihrer Eltern gefragt, geben diese oft an, dass die ältere Generation keine Ahnung hätte. Dementsprechend bekommen Eltern auch häufig nicht mit, womit sich ihr Nachwuchs den ganzen Tag lang beschäftigt, wenn dieser am Smartphone oder vor dem Computerbildschirm sitzt. Es ist nachvollziehbar, dass Kinder und Jugendliche zu Hause nicht gerne von unangenehmen Erfahrungen im Internet erzählen. Für viele überwiegen die positiven Eigenschaften der Mediennutzung und Risiken werden vielleicht eher außer Acht gelassen. Tauchen bei den eigenen Kindern auf einmal Probleme bezüglich der neuen Medien auf, können Eltern schnell überfordert sein. Soweit muss es jedoch gar nicht erst kommen: Eltern, die sich intensiv mit Medien auseinandersetzten und auch mit ihren Kindern regelmäßig über deren Mediennutzung reden, können jugendgefährdenden Einflüssen im Internet entgegenwirken. Auch Dr. Jürgen Brautmeier, Direktor der Landesmedienanstalt NRW (LfM), weist darauf hin, dass Medienerziehung ein wichtiger Bestandteil der Kindeserziehung geworden sei und ein kompetenter Medienumgang seitens der Eltern grundlegend zur Sensibilisierung dieses Themas bei Kindern beitragen würde. 

Medieneinsatz im Unterricht
Medienkompetenz ist ein Thema, das auch die Schulen beschäftigt. Bei vielen Kindern und Jugendlichen ist das Smartphone rund um die Uhr, auch während des Unterrichts und mitten in der Nacht, eingeschaltet. Dies kann zu schlaflosen Nächten und Konzentrationsstörungen in der Schule führen. Die LfM macht darauf aufmerksam, dass Eltern hier möglicherweise Unterstützung bei ihrem Erziehungsauftrag und Tipps zum Umgang mit Medien benötigen. Auch kommt es immer wieder vor, dass SchülerInnen über das Internet an jugendgefährdende Inhalte wie Gewalt oder Pornografie geraten. An dieser Stelle wird klar, dass eine umfangreiche Aufklärung und Präventionsarbeit auch von Seiten der Schule sinnvoll ist.

Durch den gezielten Einsatz von Medien im Unterricht können LehrerInnen ihren SchülerInnen den verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet näherbringen. Auch Projektwochenkönnen dazu genutzt werden, die Herausforderungen und Risiken der Medienwelt zu thematisieren und die SchülerInnen dafür zu sensibilisieren. In einer Zeit, die geprägt ist von einer kontinuierlichen Weiterentwicklung moderner Techniken, sollte Medienkompetenz zur Querschnittsaufgabe neben dem üblichen Schulunterricht wie Mathematik, Deutsch und Englisch, werden. Um dies zu gewährleisten, ist es notwendig, dass auch Lehrkräfte Unterstützung durch Fortbildungen erhalten und Medienbildung und Medienkompetenzförderung Einzug in die Curricula der Lehrerausbildung finden.

Weitere Informationen:

 

Leitfäden zum Thema „Privatsphäre in digitalen Netzwerken“Unsere neuen Broschüren in Kooperation mit saferinternet.at erklären in praktischen Schritt-für-Schritt-Anleitungen, was es dabei zu beachten gilt. Die anschaulichen Leitfäden beschäftigen sich mit den häufig (von Kindern und Jugendlichen) verwendeten Netzwerken und Diensten, wie: Facebook, WhatsApp, Instagram, YouNow, Ask.fm, Snapchat und YouTube.Die neuen Leitfäden erscheinen in den nächsten vier Wochen jeden Dienstag und Donnerstag und stehen unter Service im Bereich Schulen und Unterricht / Leitfäden zum Download bereit.