EU-Projekt MEET präsentiert TOOLKIT

Das EU-Projekt „MEET – Media Education for Equity and Tolerance“ zur interkulturellen Medienbildung ist nach 27 Monaten Laufzeit zu Ende gegangen. Die Ergebnisse stehen nun im Rahmen eines TOOLKIT unter meetolerance.eu zur Verfügung.

Das ErasmusPlus-Projekt ist unter der Federführung der Universität Florenz der Frage nachgegangen, wie Jugendliche die Mechanismen von Propaganda und Diskriminierung in ihren medialen Ausdrucksformen durchschauen und gleichzeitig eine andere Praxis der Meinungsäußerung erlernen können. Das Projektkonsortium aus fünf europäischen Ländern, darunter auch medien+bildung.com aus Ludwigshafen, erarbeitete seit 2016 Lernszenarien für junge Menschen im Alter von 14 bis 20 Jahren, mit dem Ziel der Förderung eines zugleich medienkritischen und interkulturellen Verständnisses sowie einer bewussten Nutzung von Medien. Zielgruppe waren vor allem Jugendliche aus sogenannten sozial benachteiligten Milieus. In einem anwendungsorientierten Forschungsprozess, wurden die Jugendlichen und ihre Lehrkräfte mit in die Entwicklung der Konzepte einbezogen, um Methoden der interkulturellen Medienbildung gemeinsam auszugestalten.

Die Ergebnisse stehen nun im Rahmen eines TOOLKIT unter https://meetolerance.eu/ zur Verfügung.  Dort finden sich u.a.:

  • Sechs detailliert ausgearbeitete, getestete und evaluierte Lernszenarien für „benachteiligte“ Jugendliche / junge Erwachsene in drei Sprachen: Englisch, Französisch und Deutsch. Einige Lernszenarien liegen auch in Slowenisch vor.
  • Das theoretische Herzstück des Projekts, die „Leitlinien für universelles und interkulturelles Lernen in der Medienkultur und -gesellschaft“, als Grundlage für die Fortbildung von Multiplikator*innen. Hier werden die didaktischen Prinzipien der Medienbildung mit denen des interkulturellen Lernens verzahnt.
  • Eine Video-Anleitung für Fachkräfte: Educational Documentary
  • Politische Empfehlungen und Evaluationsberichte.

Die Materialien sollen Lehrkräfte ohne Vorwissen befähigen, die Konzepte selbst anzuwenden. Zentrales Element sind die Lerndimensionen VERSTEHEN * SELBSTAUSDRUCK * ENGAGEMENT, wobei alle drei Ebenen jeweils didaktisch miteinander verzahnt und spiralförmig aufgebaut sind:

VERSTEHEN nimmt dabei viele Bereiche integriert in den Blick: Medienhandhabung und Kommunikationsstrategien, Mechanismen der Diskriminierung und Ausgrenzung, eigene Lernhindernisse, kulturelle Barrieren bzw. Potenziale.

SELBSTAUSDRUCK zielt darauf, die kommunikativen Fähigkeiten zu erhöhen, potentielle Einschränkungen zu erkennen und zu überwinden. Gleichzeitig wird durch die Visualisierung die Kommunikationsfähigkeit erweitert, Feedback-Geben eingeübt und die Kompetenz, das eigene Gelernte zu reflektieren, gestärkt.

ENGAGEMENT zielt darauf, die Schüler/innen zu befähigen, einen eigenen Standpunkt zu entwickeln und diesen öffentlich zu vertreten.

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