Handysucht bei Jugendlichen

„Legen die ihr Smartphone jemals weg?“ „Die sind doch süchtig!“

Beim Blick durch die Fußgängerzone, in Bus und Bahn oder sogar ins heimische Kinderzimmer könnte der ein oder andere solche Gedanken schon gehabt haben. Die Angst, dass der eigene Nachwuchs vielleicht „handysüchtig“ sein könnte, ist bei vielen Eltern präsent. Einer vor kurzem veröffentlichten Studie von Common Sense Media glauben zumindest über 50% der amerikanischen Jugendlichen, dass sie ihrem Smartphone zu viel Aufmerksamkeit schenken. Von den Eltern glaubten hingegen 59% der Befragten, dass ihre Kinder süchtig wären. 

Ab wann ist man süchtig? 
In einer neuen Folge des Video-Ratgebers Frag Barbara! klärt saferintenet.at über die wesentlichen Verhaltensmerkmale der Handysucht auf und gibt Tipps, wie Eltern damit am besten umgehen können.

Unter dem Motto „Damit der Spaß nicht aus dem Ruder läuft“ hat klicksafe im Flyer notwendiges Elternwissen zur Internet-, Handy- und Computerspielabhängigkeit zusammengestellt. In zehn kompakten Kapiteln liefert der Flyer Informationen, Zeitvorgaben und konkrete Handlungsempfehlungen. Eine erste Einschätzung, ob ein Kind bereits von einer Abhängigkeit betroffen ist, ermöglicht die Checkliste zum Selbsttest. Sollte sich das Kind bereits in der Medienwelt verloren haben, finden Eltern Tipps und Anlaufstellen für professionelle Hilfe.

Was können Eltern unternehmen?

Vorbild sein
Wer als Mutter oder Vater das Handy immer selbst vor sich liegen hat und Gespräche unterbricht, um neue Nachrichten zu beantworten, hat es schwer, das eigene Kind bei einer verantwortungsvollen Handynutzung zu begleiten.

Auszeit einrichten
Handyfreie Zeiten können z. B. beim gemeinsamen Essen, bei Ausflügen oder bei den Hausaufgaben eingerichtet werden. Machen Sie hier deutlich, dass Hausaufgaben viel schneller und besser erledigt werden können, wenn das Handy nicht ständig klingelt oder vibriert. Bei jüngeren Kindern ist es gegebenenfalls sinnvoll, das Handy abends „einzusammeln“, damit nicht die ganze Nacht „getextet“ wird. Auch bei älteren Kindern sollte das Handy ab einer bestimmten Uhrzeit zumindest in den Flugzeugmodus geschaltet werden; dann funktioniert die Weckfunktion des Handys, Nachrichten oder Status Updates werden aber nicht mehr angezeigt.

Zeitlichen Rahmen festlegen
Ob Fernsehen, Computerspiele oder Handynutzung – Kinder brauchen einen zeitlichen Rahmen, um gut mit Medien umgehen zu können. Überlegen Sie gemeinsam, wie viel Zeit sie der Mediennutzung am Tag einräumen wollen und welche Medien Ihrem Kind dabei besonders wichtig sind. Vielleicht klappt auch manchmal eine bewusstes „Handyfasten“ für die ganze Familie? So kann man wieder einmal merken – Kommunikation geht auch ohne technische Hilfsmittel. Das geht besonders gut, wenn gemeinsame kreative, sportliche oder spannende Freizeiterlebnisse auf dem Programm stehen. Hilfreich für die Erarbeitung von Familienregeln kann das Online-Tool Mediennutzungsvertrag sein.

Was können Lehrer unternehmen?

Im Arbeitsheft "Always On" finden Lehrende praktische Unterrichtsmaterialien und - projekte. Beispielsweise wird darin zur Aktion „Handyfasten“ aufgerufen. Das Smartphone darf hierbei eine Woche lang nur in absoluten Ausnahmefällen benutzt werden. Nach der „Fastenzeit“ besprechen die Jugendlichen gemeinsam ihre Erfahrungen. Darüber hinaus bietet das „Always On“- Unterrichtsmaterial auch den Selbst-Check "Habe ich die Kontrolle?" und eine Handynutzungsordnung für Schule und Unterricht.

Weitere Informationen und Materialien zum Thema:

"Always ON" Arbeitsmaterial für den Unterricht - Heft 1
Internet-, Handy- und Computerspielabhängigkeit: klicksafe-Tipps für Eltern
Smart mobil?! – Ein Elternratgeber zu Handys, Apps und mobilen Netzen
Mobile Medien in der Familie. Studie zu Haltungen, Sorgen und Unterstützungsbedarfen von Eltern und Fachkräften