Hausaufgaben-Apps: Abschreiben oder Lernen 2.0 ?

Bei den Hausaufgaben liegt das Smartphone oft selbstverständlich neben dem Stiftemäppchen. Darauf befinden sich neben vorinstallierten Apps wie dem Taschenrechner auch digitale Wörterbücher oder Mathe-Apps. Während einige dieser Apps nützliche Hilfen für Schülerinnen und Schüler sein können, bieten künstliche Intelligenzen fertige Lösungen an.

Im Google Play Store oder im App Store steht eine Vielzahl an Apps zur Verfügung, die Hilfe bei der Erledigung der Hausaufgaben versprechen. Diese können Schülerinnen und Schüler beim Lernen unterstützen. Manche davon fordern selbstständiges Denken, andere bieten fertige Lösungswege an. Viele Apps sind in ihren Grundfunktionen kostenlos. Empfehlenswert ist es, sich selbst einen Überblick über hilfreiche Apps zu verschaffen, diese zu testen und anschließend an Schülerinnen und Schüler zu empfehlen.

Hausaufgaben mit dem Smartphone organisieren

Neben klassischen Hausaufgaben-Heften gibt es mittlerweile verschiedenste Apps, mit denen Schülerinnen und Schüler den Überblick über Hausaufgaben behalten können.

Die Hausaufgaben-App von Cornelsen bietet ein übersichtliches Design. Man kann einen Stundenplan anlegen und Hausaufgaben mit Abgabetermin und Foto eingetragen. Auf Wunsch erinnert die App Schülerinnen und Schüler an das, was noch zu tun ist. Weitere Funktionen, wie beispielsweise einen Feriencountdown oder aktuelle Notendurchschnitte, bietet die App Scoolio. Neben der Organisation von schulrelevanten Inhalten gibt es hier auch eine Community, in der sich Schülerinnen und Schüler vernetzen und miteinander austauschen können. Wer Scoolio nur als Organisations-App nutzen will, legt sich einfach kein Community-Profil an.

Wörterbuch-Apps für den Fremdsprachenunterricht

Wörterbuch-Apps, wie Linguee oder dict.cc, helfen beim Übersetzen von Vokabeln. Beide Apps bieten viele verschiedene Sprachen zur Online- oder Offline-Nutzung. Übersichtlicher und daher eher geeignet für jüngere Schülerinnen und Schüler funktioniert dabei das Angebot von dict.cc. Linguee bietet darüber hinaus noch Beispieltexte, die verschiedene Anwendungs- und Übersetzungsmöglichkeiten anzeigen.

Apps für Mathematik und Naturwissenschaften

Für Mathe bietet sich die App MatheWiki an, die eine Art Formelsammlung mit den wichtigsten Rechengesetzen darstellt. Neben übersichtlichen Erklärungen und Beispielen bietet die App ein Glossar und eine Suchfunktion.

Ähnliche Funktionen bietet PhysikWiki für Formeln aus dem Physikunterricht und das DeutschWiki für deutsche Grammatik an.

Für Chemie bietet MERCK PSE/PTE ein interaktives Periodensystem fürs Smartphone. Neben Informationen (z. B. zu Aggregatzuständen und atomaren Eigenschaften) und Bildern der aufgeführten Elemente kann ein Glossar genutzt werden.

„Denkende Apps“ – Wenn die App Aufgaben löst

Einige Apps, wie beispielsweise Socratic von Google, versprechen eine Art Rundum-sorglos-Paket: Eine Aufgabe, auf einem Arbeitsblatt oder handschriftlich verfasst, kann abfotografiert werden und wird dann von der künstlichen Intelligenz der App bearbeitet. Meist leitet die App – ähnlich wie bei einer Google-Suche – auf passende Webseiten weiter. Besonders interessant ist die App, wenn es um Lösungswege geht. Denn wer in Mathematik-Gleichungen bearbeiten will, wird auf Webseiten weitergeleitet, die dazu die vollen Lösungswege aufschlüsseln.

Ohne den Umweg auf andere Webseiten können Schülerinnen und Schüler ihre Matheaufgaben bereits von Photomath lösen lassen. Statt von Klassenkameradinnen oder Klassenkameraden wird dann direkt vom Smartphone abgeschrieben.

Während Google Translate bei Übersetzungen vor allem mit Sinnzusammenhängen und Grammatik noch nicht ganz zurechtkommt, kann es für einfache Sätze bereits angewendet werden. Wer auch komplexere Zusammenhänge lieber online statt selbst übersetzt, kann mit DeepL sehr gute Resultate erzielen.

Hausaufgaben mit Apps erledigen – Abschreiben oder Lernen 2.0?

Dass bestimmte Apps und Webseiten oder der Klassenchat zum Abschreiben von Hausaufgaben eingesetzt werden können, finden Schülerinnen und Schüler in der Regel schnell selbst heraus. Dass sich das spätestens unter Klassenarbeitsbedingungen nicht mehr auszahlt, allerdings auch. Sinnvoll ist es daher, bereits mit jüngeren Schülerinnen und Schülern darüber zu sprechen, wie digitale Unterstützer genutzt werden können und wo ihre Grenzen sind. Dazu kann beispielsweise besprochen werden, dass im Klassenchat keine fertigen Hausaufgaben verschickt werden sollten und warum. Dies kann auch in den Regeln für den Klassenchat festgehalten werden. Bei Online-Recherchen spielt Informationskompetenz eine zentrale Rolle. Es lohnt sich, mit Schülerinnen und Schülern zu besprechen, wie man zuverlässige und hilfreiche Quellen im Netz erkennen kann. In vielen Fächern kann man als Lehrkraft die Lösung der Aufgaben mithilfe von Apps auch umgehen, indem man beispielsweise Transferfragen stellt, in denen die Inhalte verstanden und angewendet werden müssen.

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