Neuer YouTube-Modus für Eltern: YouTube mit Elternaufsicht

YouTube ist das beliebteste Online-Angebot von Kindern und Jugendlichen. Obwohl der Videodienst laut AGBs für Nutzer:innen ab 16 Jahren freigegeben ist und unter 18-jährige grundsätzlich das Einverständnis ihrer Eltern benötigen, bewegen sich auch viele Jüngere uneingeschränkt auf YouTube. Dabei kommen sie auch in Kontakt mit ungeeigneten Videos und Kommentaren. Zukünftig möchte YouTube Eltern mehr Möglichkeiten geben, ihre Kinder vor altersunangemessenen Inhalten zu schützen. YouTube mit Elternaufsicht richtet sich vor allem an Eltern, deren Kinder zu alt für das Angebot YouTube Kids sind aber zu jung für eine uneingeschränkte Nutzung des Videodienstes.

Entsprechend der AGBs ist YouTube für Nutzer:innen über 16 Jahren freigegeben, Jugendliche unter 18 Jahren benötigen immer das Einverständnis ihrer Eltern. Die Nutzung von YouTube ab 13 Jahren soll nur möglich sein, wenn Eltern ihren Kindern über „Google Family Link“ ein Familienkonto erstellen. Gleichzeitig gehört YouTube jedoch zum beliebtesten Online-Angebot bei Kindern und Jugendlichen. Die JIM-Studie 2020 zeigt, dass über die Hälfte der 12-13-Jährigen (54 %) täglich oder mehrmals in der Woche auf YouTube unterwegs sind. Im Rahmen der KIM-Studie 2018 gaben außerdem 29 % der Acht- bis Zehnjährigen und 46 % der Kinder zwischen zehn und elf Jahren an, mindestens einmal pro Woche YouTube zu nutzen. Die 2015 ins Leben gerufene App YouTube Kids soll Kindern unter 13 Jahren eine kindgerechte Alternative bieten, wird aber vor allem von älteren Kindern nicht gut angenommen. Die Inhalte richten sich vornehmlich an jüngere Kinder, Videoangebote für Kinder über etwa zehn Jahre sind nur begrenzt vorhanden. Diese Lücke versucht die Google-Tochter YouTube zukünftig zu schließen.

YouTube mit Elternaufsicht

YouTube kündigt nun an, dass Kinder den Videodienst zukünftig über ein sogenanntes Google-Konto mit Elternaufsicht nutzen können. Bei dem von Eltern verwalteten Konto können drei Inhaltseinstellungen für ältere Kinder und Jugendliche vorgenommen werden. Eltern soll es dadurch ermöglicht werden, ihren Kindern einen sicheren Zugang zu den unterschiedlichen Inhalten auf YouTube je nach Alter oder Entwicklungsstand zu eröffnen.

  • Entdecken: Laut Angaben von YouTube richtet sich der erste Einstellungsmodus an Kinder, die aus den „YouTube Kids-Schuhen“ herausgewachsen sind. Über den Modus „Entdecken“ sollen vor allem Videoinhalte für Kinder ab neun Jahren angeboten werden.
  • Mehr entdecken: In diesem Modus werden zukünftig Inhalte angeboten, die für Kinder ab 13 Jahren geeignet sind. Zudem können, anders als beim „Entdecken“-Modus, auch Livestreams verfolgt werden.
  • Die meisten Inhalte auf YouTube: Jugendlichen sollen über diese Einstellung die meisten YouTube-Inhalte zur Verfügung stehen, außer jenen mit einer Altersbeschränkung ab 18 Jahren.

Welche Videos je nach Einstellung geeignet sind, soll laut YouTube durch Nutzerfeedbacks, maschinelles Lernen und manuelle Überprüfung festgelegt und ständig angepasst werden.

YouTube mit Elternaufsicht wird zunächst in einer Testphase (Beta-Version) zur Verfügung stehen. Einen Einblick in die unterschiedlichen Einstellungsoptionen sowie Tipps für Eltern im Umgang mit YouTube soll vorab der kompakte „Familienleitfaden für die Elternaufsicht“ geben.

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