(N)Onliner Atlas 2014 veröffentlicht

76,8 Prozent der Bevölkerung in Deutschland - knapp 54 Millionen Personen über 14 Jahre - sind online. Der Anteil der Internetnutzer in den jüngeren Altersgruppen steigt leicht an und liegt bei nun 98 Prozent. Beim Thema Datenbewusstsein besteht weiterhin Aufklärungsbedarf.

In dieser Woche wurde in Berlin der "(N)ONLINER Atlas 2014" vorgestellt. Dieser ist Teil der Studie D21-Digital-Index, die jährlich von dem gemeinnützigen Verein Initiative D21 und TNS Infratest durchgeführt wird. Mit über 30.000 Interviews ist sie die größte und aussagekräftigste empirische Studie zum Stand der Internet- und Breitbandnutzung in Deutschland.

Die Mehrheit der Internetnutzer gibt an, online nach Inhalten und Informationen zu suchen (96 Prozent), einzukaufen (68 Prozent) oder Videos anzusehen (66 Prozent). Der Großteil erledigt dies immer noch mit dem Desktop-PC (62 Prozent) oder dem Laptop (59 Prozent). Danach folgen mobile Geräte wie Smartphones (53 Prozent) und Tablets (28 Prozent).

Weitere Ergebnisse der Befragung zeigen allerdings, dass die digitale Gesellschaft heterogen bleibt. Die Unterschiede im Digitalisierungsgrad (also der qualitativen Nutzung des Internets) bleiben in Bezug auf Alter, Geschlecht und Regionalität nach wie vor bestehen. Der Zugang zum Internet, die Offenheit gegenüber neuen Technologien und die Vielfalt der Internetnutzung haben sich im vergangenen Jahr nur leicht verbessert. Allgemein bewegen sich erst 37 Prozent der Bevölkerung bei der Internetnutzung digital souverän.

Besonders kritisch zu sehen ist, dass das Datenbewusstsein in der Bevölkerung nur schwach ausgeprägt scheint. Die Angst der Nutzer vor Datenmissbrauch ist zwar grundsätzlich gestiegen, trotzdem werden beispielsweise Cloud-Dienste, die in der vergangenen Zeit mehrmals von Hackerangriffen betroffen waren,  immer häufiger genutzt. 80 Prozent der Befragten geben an, dass sie es nicht in Ordnung finden, dass im Tausch für einen Online-Service andere Zugriff auf persönliche Daten bekommen. Dennoch werden soziale Netzwerke von jedem zweiten Onliner in Deutschland genutzt. Robert A. Wieland, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts TNS Infratest und Vizepräsident der Initiative D21 erklärt: „Die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit macht deutlich, dass es zum Thema Datenbewusstsein noch massiven Aufklärungsbedarf gibt.“

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