Sicher einkaufen im Internet

Mit nur wenigen Mausklicks ist es heute möglich, so ziemlich alles aus dem täglichen Bedarf einzukaufen. Aber welche Risiken birgt dieser Komfort? Welche Grundregeln gilt es beim Online-Einkauf zu beachten?

Seit Anfang September bewirbt Amazon den Dash Button, der das Geschäft des Online-Einkaufs revolutionieren soll. Bei diesen Buttons handelt es sich um kleine Geräte, die mittels Knopfdruck einen bestimmten Artikel augenblicklich bei Amazon bestellen können. Innerhalb von nur 24 Stunden will Amazon die Ware dann dem Kunden liefern.

Neben dem Komfort, den ein solches Hilfsmittel bietet, gibt es natürlich auch Schattenseiten. Wie die Verbraucherzentrale bemängelt, ist der Bestellvorgang sehr undurchsichtig. So bekommt der Kunde den Preis des Produkts erst genannt, nachdem die Bestellung getätigt wurde. Weder kann man vorher die Preise zum Bestellen mit anderen Anbietern vergleichen, noch bietet der Dash Button die Möglichkeit, Preissteigerungen des Produkts im Vorfeld zu erkennen. 

Das Gesetz sieht bei Online-Bestellungen zudem einen Hinweis auf die kostenpflichtige Bestellung vor, die bei der Abwicklung über den Dash Button zurzeit fehlt.

Zweifelhafte Angebote erkennen
Um zu erkennen, ob man einem unbekannten Onlinehändler oder einem Angebot trauen kann, gibt es verschiedene Methoden. Beim Betrachten eines Angebots kann man sich zu Anfang mit den Warenpreisen des Anbieters auseinandersetzen. Sofern diese weit unter dem marktüblichen Niveau liegen, sollte man misstrauisch werden.

Das Fehlen eines Impressums ist ebenfalls ein Hinweis auf einen zweifelhaften Anbieter. Ebenso verdächtig ist es, wenn zwar ein Impressum vorhanden, aber keine Kontaktmöglichkeiten verfügbar sind.

In diesem Fall wäre es schwierig, einen Artikel wieder zurückzuschicken. Auch der Blick in die Kundenbewertungen kann bei der Entscheidung helfen. Die Kommentarspalte des Anbieters unterliegt jedoch dessen eigener Kontrolle, sodass dort vermehrt falsche oder ausschließlich wohlwollende Bewertungen eingestreut worden sein können. Es ist daher ratsam, nach externen Bewertungen zu dem Händler zu suchen.

Ein weiterer Hinweis auf Betrug kann sein, wenn von vormals mehreren Bezahlmöglichkeiten während des Bestellvorganges nur die Vorauskasse, Direktüberweisung und der Versand per Nachnahme übrigbleiben. Bei diesen Zahlungsmethoden ist es schwieriger, das Geld im Nachhinein bei Differenzen mit dem Anbieter zurückzubekommen. 

Gütesiegel können bei der Wahl eines seriösen Online-Shops Orientierung geben. Die Initiative D21 hat Qualitätskriterien für Online-Händler definiert und empfiehlt bestimmte Gütesiegel.

Sichere Datenübermittlung
Wichtig ist darauf zu achten, ob der Online-Shop bei der gewünschten Zahlungsmethode die Daten verschlüsselt übermittelt. Dies ist zu erkennen an Meldungen wie "Sie haben ein geschütztes Dokument angefordert..." oder "Sie sind im Begriff, sich Seiten über eine sichere Verbindung anzeigen zu lassen...". Zudem wird im Browser aus dem "http" in der Adresszeile ein "https" - ebenso erscheint im unteren Bereich oder in der Adresszeile ein kleines Vorhängeschloss. 

Die Grundregeln im Überblick

  • Ist der Kaufpreis realistisch?
  • Ist ein Impressum vorhanden?
  • Gibt es Kontaktmöglichkeiten zum Händler?
  • Wie bewerten andere Käufer den Händler?
  • Werden sichere Bezahlmöglichkeiten angeboten? 
  • Werden die Daten beim Kauf verschlüsselt übermittelt?

Rechte bei Online-Bestellungen
Genau wie bei Geschäftsabschlüssen in einem Laden, gelten auch beim Online-Shopping die gleichen Rechte für Käufer und Verkäufer. Zunächst steht dem Kunden ein vierzehntägiges Widerrufsrecht zu. Wem die gekaufte Ware nicht gefällt, kann diese also in der gesetzlich vorgegebenen Frist wieder zurückschicken, ganz ohne Angabe von Gründen. Ebenso gilt die Pflicht zur Gewährleistung bei den Produkten, sodass eine Reparatur bei Defekt eingefordert werden kann.

Sollte man trotz aller Vorsicht Betrügern ins Netz gegangen sein, oder weigert sich der Händler die Rechte des Käufers zu respektieren, ist ein Beratungsgespräch mit den örtlichen Verbraucherzentralen oder mit dem Anwalt ratsam.  

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