Trendspiel „Brawl Stars“ – das sollten Eltern wissen

In manchen Bundesländern haben die Sommerferien bereits begonnen, in anderen stehen sie an. Mehr Freizeit bedeutet für viele Kinder und Jugendliche auch mehr Zeit für (digitale) Spiele. Bei vielen ist aktuell das Onlinespiel Brawl Stars sehr beliebt. Was fasziniert junge Spielerinnen und Spieler daran und welche Aspekte sollten Eltern mit ihren Kindern besprechen?

Mit dem Echtzeit-Strategiespiel Brawl Stars knüpfen die Entwickler an die umsatzstarken Vorgängerspiele „Clash Royale“ und „Clash of Clans“ an. Anbieter Supercell gibt für seine Spiele ein Mindestalter von 13 Jahren vor. Eine ausführliche Spielbeschreibung und pädagogische Beurteilung zu Brawl Stars findet sich beim Spieleratgeber-NRW .

Was macht den Reiz von Spielen wie Brawl Stars aus?

  • Zugänglichkeit: Brawl Stars kann kostenlos aus den verschiedenen App-Stores heruntergeladen werden (USK-Freigabe ab 6 Jahren).
  • Spielprinzip: Die Spielrunden sind kurz und führen zu schnellen Erfolgen. In Brawl Stars kommen bekannte und beliebte Spielmodi etwa der Battle Royale-Modus zum Einsatz.
  • Anreize: Für gewonnene Runden erhalten Spielerinnen und Spieler verschiedene Belohnungen in Form von Marken bzw. Münzen, mit denen „Lootboxen“ (Beutepakete) freigespielt werden können. Damit wird ein ständiger Anreiz zum Weiterspielen geboten, um möglichst bald die nächste Box öffnen zu können, in der Hoffnung Spielvorteile oder neue „Brawler“ (Spieler) zu erhalten. Durch Gewinne erhält man zudem Pokale und kann in einer Liga aufsteigen.
  • Kooperation: Brawl Stars kann im Team gespielt werden. Die gemeinschaftlichen Erfolgserlebnisse mit anderen Spielerinnen und Spielern tragen zu einem positiven Spielerlebnis bei.

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Welche Risiken gibt es und was gilt es mit Kindern zu besprechen?

  • Exzessives Spielen – Begrenzung der Spielzeit: Die vielfältigen Anreize im Spiel (Belohnungen, Lootbox-Mechanismen) können exzessives Spielverhalten bedingen. Nicht zu unterschätzen ist der soziale Druck den Kinder verspüren, wenn sie als Teil eines Teams spielen und bestimmte Aufgaben im Spiel erledigen müssen, um zu gewinnen. Kinder, die beim Spiel einen hohen Ehrgeiz entwickeln, laufen Gefahr ihrem Erfolgsdruck durch ständiges Spielen zu unterliegen. Es ist wichtig, junge Spielerinnen und Spieler im Alltag aufmerksam zu begleiten, um mögliche Anzeichen eines exzessiven Spielverhaltens rechtzeitig zu erkennen. Achten Sie auf die Einhaltung fester Spielzeiten. Hilfreich kann ein Mediennutzungsvertrag sein, den die Familie aushandelt. Push-Nachrichten, die Kinder immer wieder ans Spiel erinnern, können Sie einfach am Gerät ausstellen.

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  • In-App-Käufe begrenzen oder verhindern: Um den Spielfluss voranzubringen, können Spielvorteile durch kostenpflichtige In-App-Käufe (Mikrotransaktionen) erkauft werden. Durch den Lootbox-Mechanismus ist jedoch nicht immer garantiert, dass der gewünschte Vorteil eintritt. Vergleichbar ist dieser Mechanismus mit den bekannten Stickertüten bei Sammelalben, bei denen man im Vorfeld nicht weiß, ob bereits vorhandene Aufkleber gekauft werden. Legen Sie daher fest, ob und in welchem Maße In-App-Käufe überhaupt getätigt werden dürfen, mit welche Zahlungsmethoden und Obergrenzen (z. B. Taschengeld). Wenn Sie In-App-Käufe nicht erlauben möchten, können Sie diese am Gerät verhindern
  • Cyber-Grooming bzw. Cyber-Mobbing – Kommunikationsregeln: In Brawl Stars können Spielerinnen und Spieler mit Freunden zusammenspielen, Clubs gründen oder Clubs beitreten. Das Chatten steht beim Spiel nicht im Vordergrund, dennoch besteht durch die vorhandene Chatfunktion in den Clubs das Risiko der Kontaktanbahnung durch fremde Spielerinnen und Spieler. Im Rahmen der Chatkommunikation kann es auch zu Cyber-Mobbing kommen. Besprechen Sie daher mit Ihrem Kind die wichtigsten Regeln für die digitale Kommunikation.

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