YouTube-Nutzung von Kindern und Jugendlichen: Aktuelle Zahlen und Analysen

„Unbestritten ist YouTube (auch) bei Jugendlichen die wichtigste Plattform für Bewegtbild-Inhalte“, attestiert die JIM-Studie 2017: 88% der Jugendlichen nutzen YouTube mindestens mehrmals pro Woche, 63% täglich.

Dabei sind es häufiger die Jungen im Vergleich zu den Mädchen, die mittleren Altersgruppen ebenso wie Jugendliche mit geringerer Bildung, die zu den intensiveren täglichen Nutzern gehören. Selbst werden die Jugendlichen allerdings nur in einem geringen Maße aktiv: lediglich ein Prozent der Befragten erstellen und publizieren regelmäßig Videos auf YouTube. Für die Studie wurden 1200 Jugendlichen im Alter von 12- bis 19-Jahren befragt.

YouTube bietet seit 2015 die Möglichkeit, nutzergenerierte Videos einer breiten Masse an Internetnutzern zugänglich zu machen. Auf der Plattform werden jegliche Themen behandelt, unabhängig davon, ob es sich um hochprofessionelle Videoclips, wackelige Smartphone-Videos oder vertonte Standbilder handelt. Neben hilfreichen Erklär-Videos für alltägliche Fragestellungen stehen Videos der Selbstinszenierung, aber auch gewalthaltige Videos und solche, die zu Propagandazwecken genutzt werden online zur Verfügung. Zudem ist Kommerzialisierung ein Thema, insbesondere die sogenannten „YouTube-Stars“ werben im Rahmen ihrer Videos auch für Produkte und Dienstleistungen. „Laut YouTube werden täglich Videos mit einer Gesamtdauer von einer Milliarde Stunden abgespielt“ (Quelle: JIM-Studie 2017).

Es stellten sich daher die Fragen, welche Inhalte nutzen Jugendliche aktuell auf der Plattform und welches Gefährdungspotential geht davon aus?

Laut der JIM-Studie 2017 sind folgende die beliebtesten Genres (Nutzung: mind. mehrmals pro Woche):

  • Musik-Videos mit 53 Prozent regelmäßiger Nutzung,
  • humorvolle Beiträge wie Comedy von YouTubern (40 %) oder lustige Clips (39 %),
  • Let‘s-Play-Videos (35 %) in denen man anderen beim Gamen und Kommentieren von digitalen Spielen zusehen kann,
  • 29 Prozent sehen sich regelmäßig Videos von YouTubern zu aktuellen Nachrichten an,
  •  mehr als ein Fünftel Sportvideos (23 %) und
  • Tutorials (21 %).

Der Act on! Short Report Nr. 3 des JFF-Institut für Medienpädagogik (2016) berichtet darüber, wie wichtig YouTube-Stars für Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 12 Jahren sind: sie informieren, geben den Kindern Orientierung und sind Vorbilder. Im Act on! Short Report Nr. 4 wurden daher die von 10- bis 14-Jährigen bewunderten YouTuber/innen genauer unter die Lupe genommen. Der Report hält fest: „viele der analysierten Videos sind für 10- bis 14 -Jährige im Hinblick auf Inhalt und sozialethische Einordnung eine Herausforderung, wenn nicht gar eine Überforderung“ (Quelle: ACT ON! Short Report Nr. 4.). Insbesondere im Rahmen von humoristischen Beiträgen (die wie oben angeführt von der Zielgruppe besonders gern konsumiert werden) sind die Positionierung zu gewaltförmigen Konfliktlösung, die veranschaulichten ethischen und religiösen Stereotype sowie Geschlechtsrollenstereotype und Sexismus widersprüchlich und wenig durchschaubar. Auch stellen insbesondere in Form von Zuschauerkommentaren u.a. Gewalt, Beleidigung, Sexismus oder anderweitige Diskriminierungen eine zweifelhafte Orientierungsvorlage. Zudem sind Anreize zum Konsum aufzufinden, zum einen in Form von Werbung oder aber im Zelebrieren einer konsumorientierten Lebensweise.

Vor dem Hinblick, dass YouTube-Inhalte nicht einer Inhalteprüfung und -klassifizierung nach sozial-ethischen Normen bspw. durch Selbstkontrollgremien unterliegen, obliegt es insbesondere der medienpädagogischen Arbeit, Kinder und Jugendliche stark für eine kompetente Mediennutzung zu machen sowie Eltern und Pädagogen über medienpädagogische Angebote zu informieren . 

Quellen:


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