Europaweite Kampagne #DigitalRespect4Her

Laut des UN Broadband Commission for Digital Development-Berichts von 2015 werden Frauen weltweit durchschnittlich27-mal häufiger online angegriffen als Männer. Gewalt gegen Frauen ist sowohl offline als auch online ein gesellschaftliches Problem. Eine neue Kampagne der Europäischen Kommission will verstärkt Bewusstsein dafür schaffen und fordert #DigitalRespect4Her!

Die Kampagne #DigitalRespect4Her setzt sich mit konkreten Zielen und Maßnahmen für mehr Sicherheit und Respekt im Netz ein. Mit dem Hashtag #DigitalRespect4Her (digitaler Respekt für sie) werden vor allem Frauen dazu aufgefordert, ihre negativen Erfahrungen in Bezug auf Sexismus im Netz zu teilen, um auf diese Weise auf das Problem aufmerksam zu machen. Mit der Nutzung des Hashtags zeigen User aber auch ganz allgemein, dass sie mehr Respekt für Frauen im digitalen Umfeld einfordern.

Warum #DigitalRespect4Her?

Nutzerinnen werden deutlich öfter Opfer von Hasskommentaren, Belästigung und Cyber-Mobbing als männliche Nutzer. Dabei gibt es regelrechte Internet-Trolls, die gezielt Frauen mit Kommentaren attackieren oder Bots (automatische Programme) darauf ausrichten, auf Beiträge von Frauen negativ zu reagieren.

Laut des European Institute for Gender Equality (EIGE) sind genau solche negativen Erfahrungen der Grund warum viele weibliche Nutzer die Tendenz haben ihre Online-Aktivitäten einzuschränken, um weiteren Angriffen aus dem Weg zu gehen. Dies ist vor allem bei Politikerinnen und weiblichen Stars ungünstig, da sie durch diese Einschränkungen Nachteile gegenüber ihrer männlichen Konkurrenz haben (weniger Einfluss, mediale Reichweite).

Im Rahmen der Kampagne #DigitalRespect4Her wurden konkrete Zielsetzungen festgehalten, die die Erfahrungen von Frauen im Netz verbessern sollen:

  • So sollen beispielsweise die Meldeverfahren von unangebrachtem Verhalten auf allen Webseiten und Apps vereinfacht werden. Zusätzlich sollen Betroffene besser unterstützt werden, indem Anlaufstellen wie bspw. Helplines ausgebaut werden.
  • Dass ein solches Verhalten nicht toleriert wird, soll ein internationaler rechtsverbindlicher Vertrag garantieren, mit dem mehrere Formen der Gewalt gegen Frauen (u. a. psychische Gewalt im Internet, Stalking und sexuelle Belästigung) unter Strafe gestellt werden.
  • Weiterhin soll die Sensibilisierungsarbeit in diesem Bereich stärker aufgewertet werden.

"Share Respect"-Netiquette

Ein respektvolles Miteinander im Netz ist unerlässlich, unabhängig vom Geschlecht. Manche Nutzenden vergessen jedoch, dass sie auch im Internet mit realen Menschen in Kontakt stehen. Deshalb hat sich die sogenannte „Netiquette“ entwickelt, quasi eine Etikette für's Internet. Die Verhaltensempfehlungen und -regeln helfen, ein positives Klima im Internet zu schaffen, so dass Nutzerinnen und Nutzer sicher und unbeschwert surfen können.

Was kann ich tun, wenn ich betroffen bin?

Wenn Du selbst Opfer oder Zeuge von Online-Gewalt (Cyber-Mobbing, Belästigung, sexistischen Kommentaren, Drohungen) wirst, hast Du die Möglichkeit den Beitrag oder die Nachricht auf der jeweiligen Plattform (bspw. soziales Netzwerk) zu melden. Die Plattformbetreiber haben so die Möglichkeit, den Vorfall zu überprüfen und zu entfernen.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit bestimmte Nutzerinnen und Nutzer zu blockieren, somit können diese Dich in Zukunft nicht mehr so einfach kontaktieren.

Hilfesuchende können sich außerdem an folgende Beratungsstellen wenden:

  • Nummer gegen Kummer e.V. bietet anonyme und kostenfreie telefonische Beratung für Kinder, Jugendliche und Eltern an. Kinder und Jugendliche können sich außerdem rund um die Uhr an die em@il-Beratung der „Nummer gegen Kummer“ wenden (Anmeldung unter www.nummergegenkummer.de).

    Kinder- und Jugendtelefon Tel.: 116 111, Mo bis Sa von 14 – 20 Uhr.
    Elterntelefon Tel.: 0800 – 111 0 550, Mo bis Fr von 9 – 11 Uhr, Di und Do von 17 – 19 Uhr

  • JUUUPORT ist eine bundesweite Beratungsplattform, auf der sich Jugendliche gegenseitig helfen, wenn sie Probleme im oder mit dem Internet haben. Ob Cybermobbing, Abzocke, Datensicherheit oder Technik – zu allen Web-Themen können Jugendliche auf www.juuuport.de Fragen stellen.

Wir bedanken uns bei unserer Partnerinitiative BEE SECURE für diesen Artikel.

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