Spotify sicher nutzen

Für viele Kinder und Jugendliche gehört Spotify ganz selbstverständlich zu ihrem Alltag. Die Plattform wird vor allem zum Musikhören genutzt, bietet inzwischen aber weit mehr als klassisches Musikstreaming. In diesem Themenbereich erfahren Eltern und andere Bezugspersonen, welchen Inhalten Kinder und Jugendliche auf Spotify begegnen können und welche Risiken damit verbunden sind. Dabei geht es unter anderem um problematische Inhalte, mögliche Kontakte zu Fremden und die Nutzung von Videoangeboten. Außerdem finden Eltern auf dieser Seite Tipps und Wege, um ihre Kinder bei der Nutzung schützend zu begleiten.

Was ist Spotify?

Spotify ist ein Streamingdienst, mit dem sich vor allem Musik, Podcasts und Hörbücher über das Internet anhören lassen. Ursprünglich startete der Dienst als Plattform für Musikstreaming, erweiterte sein Angebot jedoch im Laufe der Jahre deutlich. Neben Musik und Podcasts finden sich dort heute auch Videos, interaktive Funktionen und verschiedene Möglichkeiten, Inhalte mit anderen zu teilen.

Für die Nutzung wird ein Spotify-Konto benötigt. Die Registrierung ist kostenlos möglich, allerdings kann Spotify mit dem kostenlosen Angebot nur mit Einschränkungen genutzt werden. Daneben gibt es kostenpflichtige Premium-Abonnements, die unter anderem eine Nutzung ohne Werbeunterbrechungen sowie weitere Funktionen ermöglichen. Welche Inhalte und Funktionen zur Verfügung stehen, hängt vom jeweiligen Angebot ab.

Nach der Anmeldung können Nutzer*innen selbst nach Musik, Podcasts oder anderen Inhalten suchen und diese abspielen. Gleichzeitig schlägt Spotify auf Grundlage der bisherigen Nutzung weitere Inhalte vor und erstellt beispielsweise personalisierte Playlists. Nutzer*innen können auch eigene Playlists anlegen, Inhalte speichern und Playlists mit anderen teilen oder gemeinsam bearbeiten.

Durch die Vielzahl an Funktionen ist Spotify längst nicht mehr ausschließlich ein Musikdienst. Für Kinder und Jugendliche kann die Plattform zu einem Ort werden, an dem sie unterschiedliche Medien konsumieren, Inhalte entdecken und mit anderen Nutzer*innen in Kontakt kommen.

Spotify für Kids - Ab welchem Alter ist Spotify erlaubt?

Für die Nutzung von Spotify gibt es unterschiedliche Altersangaben, denn in den Allgemeinen Nutzungsbedingungen von Spotify gelten andere Voraussetzungen als bei den Alterskennzeichnungen in den App-Stores.

Nach den Allgemeinen Nutzungsbedingungen müssen Nutzer*innen in Deutschland grundsätzlich über 18 Jahre alt sein. Jugendliche ab 16 Jahren können Spotify nutzen, wenn ihre Eltern zustimmen.

Im deutschen Apple App Store ist die Spotify-App mit „13+“ eingestuft, im deutschen Google Play Store mit „USK ab 12 Jahren“. Die Alterskennzeichnungen in den App-Stores sollen Eltern eine Orientierung darüber geben, für welche Altersgruppe einzelne Apps geeignet sein können. Dafür werden unter anderem die Funktionen und Inhalte einer App berücksichtigt. Die App kann dadurch im App Store für eine jüngere Altersgruppe freigegeben sein, obwohl Spotify für die Nutzung seines Dienstes ein höheres Mindestalter festlegt.

In der Praxis wird das Alter oder die Zustimmung der Eltern bei der Registrierung eines Spotify-Kontos allerdings nicht überprüft. Dadurch kann es vorkommen, dass auch Kinder und jüngere Jugendliche die reguläre Spotify-App nutzen, obwohl sie die Voraussetzungen für einen eigenen Vertrag mit Spotify noch nicht erfüllen.

Für jüngere Kinder bietet Spotify Kids verwaltete Konten für junge Hörer*innen. Eltern können bei diesen Konten unter anderem festlegen, welche Inhalte ihre Kinder hören dürfen und bestimmte Inhalte oder Funktionen einschränken. Voraussetzung dafür ist ein kostenpflichtiges Premium-Family-Abo. Dafür bezahlen Familien rund 22 Euro im Monat (Stand September 2026). Das Angebot ist somit mit erheblichen zusätzlichen Kosten verbunden.

Welche Gründe sprechen gegen die Nutzung von Spotify durch Kinder?

Neben Musik gibt es auf Spotify mittlerweile auch Podcasts, Hörbücher, Videos und verschiedene soziale Funktionen. Entsprechend vielfältig sind auch die Inhalte, auf die Kinder und Jugendliche stoßen können. Der Report „Wie sicher ist Spotify?“ von jugendschutz.net zeigt, dass problematische und jugendgefährdende Inhalte auf Spotify trotz vorhandener Schutzmaßnahmen nicht ausgeschlossen sind. Für Eltern sind dabei vor allem die folgenden Bereiche relevant.

Auf Spotify finden sich neben altersgerechten Angeboten auch Inhalte, die für Kinder und Jugendliche ungeeignet sein können. Dazu gehören beispielsweise pornografische Inhalte, drastische Gewaltdarstellungen, menschenverachtende oder extremistische Inhalte sowie Darstellungen und Verherrlichung von sexualisierter Gewalt. Solche Inhalte können nicht nur in Songs vorkommen. Auch Playlist- oder Profilbilder, transkribierte Songtexte, Hörbücher und Podcasts können problematische Inhalte enthalten.

Besonders problematisch ist, dass Kinder nicht unbedingt gezielt nach solchen Inhalten suchen müssen. Spotify erstellt auf Grundlage des bisherigen Hörverhaltens personalisierte Empfehlungen und schlägt Nutzer*innen passende Songs, Playlists und andere Inhalte vor. Dadurch können auch Inhalte vorgeschlagen werden, nach denen ein Kind ursprünglich gar nicht gesucht hat.

Spotify kennzeichnet einen Teil der Inhalte als „Explicit“ (zu Deutsch „explizit“). Diese Kennzeichnung bietet jedoch keinen vollständigen Schutz. Sie beruht unter anderem auf Angaben der Rechteinhaber*innen und ist daher nicht für alle problematischen Inhalte gleichermaßen aussagekräftig. Außerdem können auch Inhalte problematisch sein, die nicht mit einem entsprechenden Hinweis versehen sind.

Kinder und Jugendliche können auf Spotify auch auf Inhalte stoßen, die selbstgefährdendes oder gesundheitsschädliches Verhalten thematisieren oder verherrlichen. jugendschutz.net fand beispielsweise Playlists und Songs mit Bezügen zu Suizid, Selbstverletzung, Drogenkonsum oder Essstörungen. Teilweise enthielten auch die dazugehörigen Bilder entsprechende Darstellungen.

Solche Inhalte können insbesondere für Kinder und Jugendliche problematisch sein, die sich bereits in einer belastenden Situation befinden oder für bestimmte Themen besonders empfänglich sind. Für sie können vor allem Inhalte gefährlich sein, die Selbstverletzung, Suizid oder riskantes Verhalten als normal, wünschenswert oder als Lösung für persönliche Probleme darstellen.

Spotify verweist inzwischen bei bestimmten Suchanfragen auf Hilfsangebote und hat Maßnahmen für Inhalte im Zusammenhang mit Suizid, Selbstverletzung und Essstörungen eingerichtet. Trotzdem können entsprechende Inhalte auf der Plattform vorkommen.

Auch politische und weltanschauliche Inhalte können für junge Nutzer*innen problematisch werden. jugendschutz.net dokumentierte auf Spotify zahlreiche rechtsextreme und andere extremistische Inhalte. Dazu gehörten unter anderem Songs, Playlists und Profilbilder mit rechtsextremen, antisemitischen oder islamistischen Bezügen. Auch die Verherrlichung terroristischer Gewalt und verbotener Organisationen wurde festgestellt.

Hinzu kommen Podcasts und andere Audioinhalte, in denen beispielsweise Verschwörungserzählungen, menschenfeindliche Aussagen oder rechtsextreme Weltbilder verbreitet werden. Für Kinder und jüngere Jugendliche kann es schwierig sein, solche Inhalte als Propaganda oder gezielte Manipulation zu erkennen und einzuordnen.

Spotify bietet verschiedene Möglichkeiten, mit anderen Nutzer*innen in Kontakt zu kommen oder Inhalte miteinander zu teilen. Nutzer*innen können sich gegenseitig folgen, Profile ansehen, gemeinsame Playlists erstellen und Inhalte über die Nachrichtenfunktion miteinander teilen. Dadurch können auch Kontakte zu Personen entstehen, die sich außerhalb von Spotify nicht kennen.

Damit entstehen auch Möglichkeiten für unerwünschte Kontakte. Gerade für Kinder und Jugendliche kann es schwierig sein einzuschätzen, wer hinter einem Profil steckt und welche Absichten die Person verfolgt. Ein Kontakt kann beispielsweise über gemeinsame Interessen, geteilte Musik oder Playlists entstehen.

Ein besonderes Risiko ist Cybergrooming. Damit ist die gezielte Kontaktaufnahme mit Kindern oder Jugendlichen gemeint, bei der Täter*innen zunächst Vertrauen aufbauen, um später sexuelle Kontakte anzubahnen oder sexualisierte Aufnahmen zu erlangen. Spotify kann dabei als Ausgangspunkt für solche Kontakte genutzt werden. Gerade gemeinsame Interessen wie bestimmte Musik oder die Begeisterung für Künstler*innen können einen unverfänglichen Gesprächseinstieg bieten.

Auch Bilder können auf Spotify eine Rolle spielen. Nutzer*innen können beispielsweise eigene Bilder als Profilbild oder als Cover einer Playlist hochladen. Diese Funktion ist zwar nicht als privater Bildaustausch gedacht, Bilder können dadurch aber für andere Nutzer*innen sichtbar werden. Über die Nachrichtenfunktion selbst können nach den derzeitigen Angaben von Spotify lediglich Texte und Emojis ausgetauscht sowie Spotify-Inhalte geteilt werden. Eigene Fotos oder Videos lassen sich dort nicht als Dateien verschicken.

Spotify wird häufig als Musik-App wahrgenommen. Inzwischen ist der Dienst aber längst nicht mehr auf Audioinhalte beschränkt. Zu bestimmten Songs, Podcasts und anderen Angeboten können auch Videos und andere visuelle Inhalte angezeigt werden. Dadurch können Kinder und Jugendliche auf Spotify nicht nur problematische Musik oder Songtexte, sondern auch ungeeignete Bilder und Videos sehen.

Für Eltern ist das besonders wichtig, wenn sie die Videonutzung ihrer Kinder an anderer Stelle bereits eingeschränkt haben. Wer beispielsweise YouTube oder TikTok auf dem Smartphone des Kindes sperrt oder deren Nutzung begrenzt, sollte nicht automatisch davon ausgehen, dass damit auch der Zugang zu Videos eingeschränkt ist. Auch über Spotify können Kinder und Jugendliche Videoinhalte aufrufen. Die App sollte also nicht allein deshalb als unproblematisch angesehen werden, weil sie vor allem zum Musikhören genutzt wird.

Der Report „Wie sicher ist Spotify?“ von jugendschutz.net zeigt, dass bereits in der Vergangenheit auch problematische visuelle Inhalte auf Spotify zu finden waren, darunter pornografische und gewalthaltige Darstellungen. Inzwischen können bei bestimmten Musikvideos zudem Altersbeschränkungen zum Einsatz kommen. Spotify kennzeichnet einzelne Videos als „18+“ und kann für den Zugriff eine Altersprüfung verlangen. Solche Maßnahmen erfassen jedoch nicht automatisch alle Inhalte, die für Kinder und Jugendliche ungeeignet sein können.

Welche Videos und visuellen Inhalte angezeigt werden, hängt unter anderem vom jeweiligen Angebot und vom verwendeten Konto ab. Bei den kostenpflichtigen verwalteten Konten für jüngere Hörer*innen können Videos und bestimmte andere visuelle Inhalte eingeschränkt werden.

Für Eltern bedeutet das: Spotify ist nicht mehr ausschließlich eine Plattform zum Musikhören. Auch wenn ein Kind die App in erster Linie für Musik verwendet, kann es dort mit Videos und anderen visuellen Inhalten in Kontakt kommen. Damit gehört Spotify neben klassischen Videoplattformen wie YouTube und TikTok ebenfalls zu den Diensten, über die Kinder und Jugendliche Zugang zu Bewegtbildern erhalten können.

Wie können Eltern ihre Kinder auf Spotify schützen?

  1. Technische Schutzmöglichkeiten nutzen
    Spotify bietet verschiedene Einstellungen, mit denen Eltern die Nutzung für Kinder und Jugendliche sicherer gestalten können. Dazu gehört beispielsweise, als unangemessen gekennzeichnete Inhalte zu blockieren, bestimmte Künstler*innen oder Songs auszuschließen sowie Nachrichten und bestimmte soziale Funktionen zu deaktivieren. Auch Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre, etwa zur Sichtbarkeit des eigenen Profils, der Follower*innen oder des Hörverhaltens, können angepasst werden.

    Für jüngere Kinder bietet Spotify außerdem verwaltete Konten an. Hier können Eltern umfangreichere Vorgaben machen und beispielsweise festlegen, welche Inhalte das Kind hören darf. Die Profile sind zudem stärker vor Kontakten mit anderen Nutzer*innen geschützt. Dieses Angebot ist allerdings an die von Spotify vorgesehenen Kontomodelle gebunden und mit hohen Kosten verbunden.

    Wichtig ist jedoch: Bei einem normalen Spotify-Konto können Kinder und Jugendliche viele dieser Einstellungen selbst wieder verändern. Es gibt dort keine Möglichkeit für Eltern, die eigenen Schutzvorgaben dauerhaft mit einer PIN oder einem vergleichbaren Schutz vor Änderungen durch das Kind zu sichern. Deaktivieren Eltern beispielsweise die Nachrichtenfunktion, kann das Kind diese Einstellung selbst wieder zurückändern. Das gilt auch für andere Schutz- und Privatsphäre-Einstellungen.

    Eltern sollten technische Schutzmöglichkeiten deshalb als Unterstützung verstehen, nicht als vollständige Kontrolle. Welche Einstellungen sinnvoll sind und wie sie eingerichtet werden können, zeigt die Plattform www.medien-kindersicher.de.
  2. Mediennutzung altersgerecht begleiten
    Begleiten Sie die Mediennutzung Ihres Kindes und sprechen Sie regelmäßig darüber, welche Inhalte es auf Spotify hört und sieht. Besprechen Sie gemeinsam, dass nicht alle Songs, Podcasts, Hörbücher oder Videos für Kinder und Jugendliche geeignet sind. Auch personalisierte Empfehlungen sind nicht automatisch altersgerecht: Spotify schlägt auf Grundlage des bisherigen Hörverhaltens weitere Inhalte vor, die das Kind möglicherweise gar nicht gesucht hat. Ermutigen Sie Ihr Kind deshalb, Empfehlungen und Inhalte kritisch zu hinterfragen und sich bei Unsicherheit an eine vertraute Person zu wenden.
  3. Melde- und Hilfsangebote erklären
    Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es andere Nutzer*innen bei Spotify blockieren und problematische Inhalte melden kann. Erklären Sie ihm außerdem, dass es sich bei unangenehmen Kontakten oder problematischen Inhalten auch außerhalb der Plattform Hilfe holen kann. Kinder und Jugendliche können sich beispielsweise anonym und kostenlos an die Nummer gegen Kummer oder JUUUPORT wenden. Problematische oder möglicherweise rechtswidrige Inhalte können außerdem bei jugendschutz.net oder der Internet-Beschwerdestelle gemeldet werden.
  4. Kontaktmöglichketen und Cybergrooming besprechen
    Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass über Spotify Kontakte zu anderen Personen entstehen können. Dabei kann es sich sowohl um unbekannte Personen als auch um Menschen aus dem eigenen Umfeld handeln. Erklären Sie Ihrem Kind, dass sich hinter einem Profil nicht immer die Person oder die Absichten verbergen, die zunächst angenommen werden. Vereinbaren Sie gemeinsam, mit wem Ihr Kind Kontakt haben darf und welche persönlichen Informationen, Fotos oder andere private Inhalte es teilen darf.

    Machen Sie Ihr Kind außerdem auf die Gefahr durch Cybergrooming aufmerksam. Dabei versuchen Personen gezielt, das Vertrauen von Kindern oder Jugendlichen zu gewinnen, um sexuelle Kontakte anzubahnen oder sexualisierte Inhalte zu erhalten. Solche Kontakte können von unbekannten Personen ausgehen, aber auch von Personen, die das Kind bereits kennt. Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es unangenehme oder merkwürdige Kontakte jederzeit beenden oder melden kann. Machen Sie Ihrem Kind außerdem deutlich, dass es sich Ihnen anvertrauen kann, auch wenn es vielleicht bereits auf Nachrichten eingegangen ist. Wichtig ist, dass Ihr Kind keine Angst vor Strafe haben muss, wenn es sich Hilfe holt.
  5. Nutzungszeit im Blick behalten
    Achten Sie darauf, wie viel Zeit Ihr Kind mit Spotify verbringt. Dabei ist nicht allein die reine Nutzungsdauer entscheidend sondern auch, wofür Spotify genutzt wird. Musik, die beispielsweise während des Lernens im Hintergrund läuft, ist anders zu bewerten als das stundenlange Anschauen von Videos. Da Spotify inzwischen neben Musik auch Podcasts, Hörbücher und Videos anbietet, kann die Nutzung sehr unterschiedlich aussehen.

    Vereinbaren Sie deshalb gemeinsam altersgerechte Regeln für die Mediennutzung und beziehen Sie dabei auch andere genutzte Dienste mit ein. Beobachten Sie, ob die Nutzung andere Aktivitäten wie Schlaf, Schule, Bewegung oder Treffen mit Freund*innen beeinträchtigt. Technische Zeitbegrenzungen können dabei helfen, sollten aber nicht die einzige Maßnahme sein. Um einen Überblick über die genutzten Dienste und die Dauer zu erhalten, können Jugendschutzprogramme hilfreich sein.