Digital Detox

Quelle: Shutterstock
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Digital Detox, Low Digital oder Medienfasten - es gibt zahlreiche Begriffe dafür, häufiger die Austaste zu drücken oder den Stecker zu ziehen. Wie bei einer digitalen Frühjahrskur sollten Onliner ihre Geräte und Accounts zeitweise einfach mal beiseitelegen und den eigenen Medienkonsum auf den Prüfstand stellen.

Digital Detox bedeutet aus dem Englischen übersetzt in etwa „digitale Entgiftung“ oder auch „digitales Fasten“. Es geht um die Zeit, die ein Mensch bewusst auf die Nutzung elektronischer Verbindungsgeräte wie Smartphones, Tablets und Computer teilweise oder ganz verzichtet.

In einer Zeit ständiger Erreichbarkeit und extensiver Nutzung digitaler Medien wird immer wieder „Offline-Zeit“ empfohlen, um den „digitalen Stress“ im Alltag abzubauen. Digital Detox kann ein guter Einstieg sein, um den eigenen Medienkonsum zu reflektieren und sinnhaft zu verändern. Probieren Sie es aus und finden Sie Ihre Balance zwischen Online und Offline!

klicksafe gibt Ihnen nachfolgend Tipps, wie Sie bewusster Medien nutzen können.

Einfach mal die Pause-Taste drücken

Stellen Sie sich auch manchmal die Frage, was Sie stattdessen tun könnten, wenn Sie nicht gerade Ihren Newsfeed auf den sozialen Netzwerken oder Ihre E-Mails checken? Warum probieren Sie es nicht einfach aus. Legen eine kleine Auszeit ein, die vielleicht sogar zu einer neuen digitalen Gewohnheit wird!

Diese vier Tipps helfen Ihnen dabei:

  1. Überblick verschaffen: Erstellen Sie eine Liste Ihrer vernetzten Geräte (Telefon, Tablet, Computer, Smartwatch, usw.) und aller Online-Dienste (Apps), die sie auf den einzelnen Geräten nutzen.
  2. Limit setzen: Wieviel Zeit wollen Sie realistisch auf den einzelnen Geräten verbringen? So können Sie Ihre Zeit besser einteilen und Ihnen bleibt mehr Zeit für persönliche Kontakte ohne Ablenkung durch soziale Netzwerke o.ä.
  3. Kampf dem inneren „Schweinehund“: Ändern Sie Ihre Gewohnheiten schrittweise! Am besten reduzieren Sie die Dauer oder Häufigkeit der Mediennutzung und legen feste Online- und Offline-Zeiten fest (z.B. wann Sie Ihre Mails checken). Wenn Sie Ihre Zwischenziele erreichen, können Sie weitere Ziele definieren und diese umsetzen. Diese Schritt für Schritt-Methode hilft Ihnen dabei, eine dauerhafte Veränderung zu erreichen.
  4. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Informieren Sie Ihr Umfeld über Ihre veränderte Mediennutzung. Sie werden da sein, um Sie daran zu erinnern, wenn Sie sich etwas zu oft verführen lassen! Oder Sie beginnen die „digitale Entgiftung“ mit jemandem gemeinsam. Die Dynamik im Team kann manchmal verlockender und effektiver sein, um seine Ziele einzuhalten.

Smartphonenutzung – weniger ist mehr!

Als mobiler Alltagsbegleiter spielt das Smartphone eine entscheidende Rolle, dass wir permanent online sind. Mit einigen Tricks können Sie jedoch gelassener damit umgehen:

  • Schalten Sie alle oder den Großteil der App-Benachrichtigungen aus, um in Ihrem Alltag weniger abgelenkt zu werden. Wie man App-Benachrichtigung blockiert, erklärt z.B. Handysektor.
  • Räumen Sie den Hauptbildschirm auf und behalten Sie nur die Apps, die Sie regelmäßig nutzen.
  • Betreiben Sie Selbst-Monitoring und überprüfen Sie, wie oft und wie lange Sie Ihr Handy nutzen. Dazu können Sie beispielsweise eine App herunterladen, mit der Sie erkennen können, wie häufig Sie auf Ihr Telefon schauen. Achten Sie hierbei auf datenschutzkonforme Apps. Viele Dienste wie YouTube oder Instagram/Facebook und Betriebssysteme wie iOS bieten die Möglichkeit, Bildschirmzeiten zu dokumentieren oder Limits festzulegen. iPhone-NutzerInnen (ab iOS 12) finden die Funktion "Bildschirmzeit" in den Einstellungen. Mithilfe des Monitorings wird Ihnen Ihre tatsächliche Nutzungzeit bewusster. Dies kann dabei helfen, Ihr Nutzungsverhalten zu minimieren.

Datenspuren beseitigen

Bei digitaler Entgiftung geht es auch darum, digitale Spuren im Netz zu minimieren. In Kooperation mit Tactical Tech stellt klicksafe das Data Detox-Kit vor. Dieses bietet einen Überblick darüber, welche Daten über Sie online verfügbar sind und wie Sie deren Verbreitung im Netz verhindern können. In acht Schritten lernen Sie, wie Sie Ihren Google-Account, Ihre sozialen Medien (Facebook) und Ihr Smartphone unter Kontrolle bekommen und wie Sie sich davor schützen können, dass Ihre Daten von Drittunternehmen gesammelt werden.

Dieser Text entstand in Kooperation mit der luxemburgischen Initiative Bee Secure.

Weitere Informationen und Materialien zum Thema

  • Bee Balanced by Bee Secure
    Stimmt die Balance zwischen on- und offline? Der „Bee Balanced“-Flyer hilft mit einem Selbsttest und Tipps, wie man leichter von Computer oder Handy loskommt.
  • Die Real-Life-Challenge
    Das witzige Kartenspiel „Real-Life-Challenge“ von Handysektor regt zur Reflektion der eigenen Smartphone-Nutzung an.
  • Mediennutzungsvertrag
    Gibt es bei Ihnen zuhause auch häufig Stress um das Thema Mediennutzung? Mit dem Onlineangebot Mediennutzungsvertrag von klicksafe und Internet-ABC können Familien individuell festlegen, welche Medien von den Familienmitgliedern wann und wie lange genutzt werden dürfen.
  • Unterrichtsmaterial „Always On“
    Ständige Erreichbarkeit kann in Stress oder „FOMO“ (engl. Fear of Missing Out) ausarten. Machen Sie in Ihrer Klasse den Selbstcheck, ob die Schüler und Schülerinnen die Kontrolle über ihre Mediennutzung haben. Und für Mutige haben wir eine extra Challenge: Wer hält durch ohne Handy?  Das klicksafe-Arbeitsmaterial enthält neben Sachinformationen auch Projektideen, die im Unterricht umgesetzt werden können.
  • klicksafe-News: Smartphone-Konsum im Blick behalten
    Informationen und Tipps für den (digitalen) Familien-Alltag.