Gemeinsam Spielen

Heute bieten die meisten digitalen Spiele einen Mehrspielermodus an. Und weil alle modernen Spielplattformen an das Internet angeschlossen werden können, müssen sich Spieler nicht mehr räumlich versammeln, um gemeinschaftlich ihr Hobby auszuüben. Die meisten online spielbaren digitalen Spiele besitzen inzwischen eine zusätzlich integrierte Chatfunktion – in manchen Fällen sogar mit Sprachübertragung, welche die Unterhaltung mit anderen Spielern erlaubt. Beschränken sich viele virtuelle Bekanntschaften auf ein kurzes Spielchen zwischendurch, kommt es bisweilen zu einem intensiveren Austausch und dem Knüpfen von Kontakten über das Spiel hinaus. Beide Formen von Geselligkeit und Unterhaltung üben einen gewissen Reiz aus und motivieren zum digitalen Spielen. 

Zum Thema des Austauschs untereinander werden digitale Spiele nicht nur in der spielbegleitenden Unterhaltung, sondern auch beim realen Miteinander von Kindern oder Jugendlichen. Digitale Spiele sind Thema im Freundeskreis, auf dem Schulhof oder in Sozialen Netzwerken und Foren. Es werden Taktiken ausgetauscht, Spielerlebnisse reflektiert oder mit Erfolgen geprahlt. Digitale Spiele zu kennen und zu meistern - das heißt „up to date“ zu sein und mitreden zu können. Leidenschaftliche Spieler verwenden dabei eine Vielzahl von speziellen spielbezogenen Begriffen, so dass ein Unbedarfter kaum ein Wort versteht. Dahinter steht zum Einen das Bemühen um eine effektive Kommunikation, zum Anderen auch ein durchaus gewollter Abgrenzungseffekt gegenüber Nichteingeweihten – z.B. Eltern. 

Die verschiedenen Motive, die Spieler dazu veranlassen können, ein digitales Spiel zu spielen – vor allem solche, die gemeinschaftlich (also mit- oder gegeneinander) gespielt werden – und sich mit anderen Spielern in einer virtuellen Welt auszutauschen, fasst der Wissenschaftler Prof. Jürgen Fritz in folgendem Schaubild zusammen:

Im Kern steht ein Grundbedürfnis nach zwischenmenschlichem Kontakt und nach Anerkennung durch die Mitspieler. Spieler können für gelungene Spielaktionen bzw. für die kompetente Handhabung eines Spiels eine positive Zuwendung von anderen erhalten. Neben diesem Grundbedürfnis nach sozialer Anerkennung können aber auch eine Vielzahl weiterer Motive eine Rolle spielen. Digitale Spiele erlauben es, Macht und Kontrolle auszuüben, die eigene Stimmung zu regulieren, Erfolge zu erreichen oder Freiräume zu nutzen u. v. m.