Online-Rollenspiele

Online-Rollenspiele wie World of Warcraft, Guild Wars 2 oder The Elder Scrolls Online fesseln seit Jahren Millionen Spieler in der ganzen Welt. Diese MMORPGs (Massively Multiplayer Online Role-Playing Game) kennzeichnen sich durch ähnliche Handlungsanforderungen wie herkömmliche digitale Rollenspiele aus. So muss auch hier eine eigene Spielfigur (Charakter) nach den eigenen Vorlieben gestaltet. Auch, oder gerade weil sie sich größter Beliebtheit, werden sie aber auch häufig in Zusammenhang mit dem Thema Exzessives Spielen genannt.

Diese Online-Variante bietet im Unterschied zu herkömmlichen Rollenspielen eine virtuelle Welt für tausende von Spielern und deren Interaktionen. Da ab einem gewissen Fortschritt Spielerfolge nur noch im Verbund möglich sind, fördern Online-Rollenspiele das gemeinschaftliche Spiel mit Gleichgesinnten. Sie bilden Gilden oder Clans und ziehen zusammen in epische virtuelle Schlachten. Ähnlich eines Mannschaftssports hat jeder Spieler des Teams seine individuelle Aufgabe. Ein Anführer (Leader) ist ähnlich eines Trainers direktional tätig und bestimmt den Ablauf einer virtuellen Schlacht. Gut gerüstete und kampfbegabte Spielfiguren stehen in erster Reihe und lenken die Aufmerksamkeit auf sich, während Heiler den Gesundheitszustand der gesamten Gruppe überwachen und diesen bei Bedarf durch Zaubersprüche auffrischen.

Da Online-Rollenspiele kein wirkliches Ende haben und die Aufgabenvielfalt sowie der Spielumfang stetig erweitert wird, kennzeichnet sich dieses Genre durch eine hohe Langzeitmotivation.

Screenshot „Elder Scrolls Online“ (Bethesda)
Screenshot „Elder Scrolls Online“ (Bethesda)

Bekannte Genrevertreter

Pädagogische Beurteilungen auf dem Spieleratgeber-NRW

Faszination

In Online-Rollenspielen ist für viele Spieler der soziale Faktor von entscheidender Bedeutung. Man ist auf die Hilfe von anderen Spielern angewiesen, um Spielerfolge zu haben. Dass diese Welt einem ständigen Wandel unterworfen ist, auch wenn der Spieler nicht eingeloggt ist, empfinden die meisten Spieler als äußerst spannend. Jugendliche besitzen oftmals jedoch noch keine ausreichende Selbstregulierung ihrer Spielzeiten, dies kann im schlimmsten Fall zu einem exzessiven Spielkonsum führen.

Hinweis für Eltern

Das Pausieren der Spielrunde ist in diesem Genre meist nicht möglich. In Online-Runden wird zusätzlich oft in Gruppen gespielt, sodass spontane Unterbrechungen sehr verpönt sind. Grund dafür ist, dass solche Spiele mit einem realen Sport (bspw. Fußball) vergleichbar sind. Auch hier würde man den Unmut der Mitspielenden auf sich ziehen, wenn man mitten im Turnier einfach vom Platz geht. Es muss daher nicht von Computerspielsucht gesprochen werden, wenn das Kind oder der Jugendliche das eigene Team nicht im Stich lassen will. Eltern sollten daher bei ihrem Mediennutzungsvertrag unbedingt abklären, wie lange eine Runde dauert und wie viele Runden gespielt werden dürfen.