Strategiespiele

In diesem Genre steuert der Spieler keine einzelne Spielfigur, er ist vielmehr für die Geschicke einer gesamten Fraktion oder eines Volkes verantwortlich. Ihm obliegt dabei unter anderem die Kontrolle über verschiedene Wirkungsbereiche:

  • der Aufbau einer florierenden Wirtschaft,
  • die Ausdehnung des eigenen Wirkungsbereiches durch Erkundung und Eroberung,
  • die Verteidigung des eigenen Wirkungsbereiches,
  • politische und/oder diplomatische Entscheidungen,
  • die Durchsetzung gegen andere Parteien, welches je nach Spiel kriegerisch, 
  • diplomatisch oder durch ökonomische Überlegenheit geschehen kann.

Zumeist existiert eine begrenzte Anzahl an Ressourcen auf dem jeweiligen Spielfeld (z. B. bestimmte Rohstoffe), mit denen der Spieler gewissenhaft haushalten muss, um im Wettkampf bestehen zu können. Glücks- oder Zufallselemente spielen in diesem Genre eine eher untergeordnete Rolle. Vielmehr wird vom Spieler langfristiges wirtschaftliches und strategisches Planen mit Blick auf die jeweilige Spielsituation gefordert. Besonders in militärischen Strategiespielen ist die Aufrüstung der eigenen Armee und der kriegerische Konflikt Dreh- und Angelpunkt des Spielgeschehens.

Unterscheidung

Das Genre unterteilt sich in folgende Kategorien, die sich anhand ihrer Spielmechanik deutlich voneinander unterscheiden:

  • Rundenbasierte Strategiespiele
    Ähnlich wie beim Brettspiel „Schach“ vollführt hier jede Partei ihre Spielzüge nacheinander. Befehle während einer Runde können z. B. das Bewegen von Figuren und Einheiten, das Erstellen von Gebäuden und Produktionsstätten oder die Erforschung neuer Technologien sein. Der Spieler kann seine jeweilige Handlung mehrere Spielzüge im Voraus planen und diese taktischen Überlegungen ohne Zeitdruck in die Tat umsetzen. „Play by E-Mail“ ist eine Spielvariante, bei der die jeweiligen Spielzüge einer Runde per Email versendet werden.

  • Echtzeit-Strategiespiele
    In „Echtzeit-Strategiespielen“ agieren alle Kontrahenten zeitgleich, was zu einer veränderten und zeitkritischeren Spieldynamik beiträgt. Im Gegensatz zu rundenbasierten Strategiespielen werden vom Spieler schnelle Reaktionen auf auftretende Situationswechsel sowie spontanes Umdenken gefordert, da neben den Spielfiguren gleichzeitig mehrere spielrelevante Prozesse gesteuert und organisiert werden müssen. Professionelle Spieler erreichen in dieser Variante bis zu 300 Aktionen pro Minute.

  • MOBA
    Die Multiplayer Online Battle Arena bilden ein vergleichsweise neues und bei Jugendlichen überaus beliebtes Untergenre, das Elemente von Echtzeitstrategie- und Rollenspielen durchmischt und einen Wettstreit in einer Fantasy-Arena bietet. Prominentes Beispiel ist League of Legends. Hier treten zwei Teams gegeneinander an, wobei kooperatives Handeln gefragt ist. Spielunterbrechungen gehen hier oft mit Sanktionen einher, weil die Teammitglieder aufeinander angewiesen sind und eine der Fortgang eines Teammitglieds fast zur sicheren Niederlage führt.

Bekannte Genrevertreter

Clash of Clans pädagogisch geprüft | Spieleratgeber-NRW

Faszination

Verschiedene Spielbereiche im Auge zu behalten, für den Erfolg einer gesamten Nation oder eines Volkes verantwortlich zu sein, Entscheidungen mit deutlichen Konsequenzen zu treffen – dies sind reizvolle Spielmomente und werden von Genrefans als faszinierend beschrieben.

Sein planerisches Geschick im direkten Vergleich mit anderen unter Beweis zu stellen ist besonders in Mehrspieler-Wettbewerben ansprechend. Oftmals sind die Spielhandlungen in eine Geschichte eingebettet. Diese im Einzelspielermodus voranzutreiben kann Spieler zusätzlich motivieren.

Hinweis für Eltern

Das Pausieren der Spielrunde ist in diesem Genre meist nicht möglich. In Online-Runden wird zusätzlich oft in Gruppen gespielt, sodass spontane Unterbrechungen sehr verpönt sind. Grund dafür ist, dass solche Spiele mit einem realen Sport (bspw. Fußball) vergleichbar sind. Auch hier würde man den Unmut der Mitspielenden auf sich ziehen, wenn man mitten im Turnier einfach vom Platz geht. Es muss daher nicht von Computerspielsucht gesprochen werden, wenn das Kind oder der Jugendliche das eigene Team nicht im Stich lassen will. Eltern sollten daher bei ihrem Mediennutzungsvertrag unbedingt abklären, wie lange eine Runde dauert und wie viele Runden gespielt werden dürfen.